Test - Ninja Blade : Der kleine Bruder von Ninja Gaiden

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Wenn ein neuer Titel aus dem Hause From Software in der Redaktion eintrudelt, reißen sich die Schreiberlinge meist nicht gerade um die Review-Disc. Weshalb dies bei der überraschend unterhaltsamen X360-Schnetzelei Ninja Blade jedoch angebracht gewesen wäre, lest ihr im folgenden Testbericht.

Ninja Otogi Gaiden Cry of War 3

From Software ist eine der fleißigsten und langlebigsten Spieleschmieden Japans. Seit über 20 Jahren beliefern sie so ziemlich alle jeweils aktuellen Konsolen mit Titeln, die traditionell sehr japanisch angehaucht sind. Ninjas, Fantasy-Gestalten und Mech-Roboter bilden das bevorzugte Ensemble von From Software. Viele Titel des Hauses sind in Japan ein Verkaufserfolg, was angesichts der zuweilen mäßigen Qualität im Westen eher verwundert. Selbst die erfolgreichsten Serien von From Software - etwa Armored Core, King's Field, Lost Kingdom oder Tenchu - lösen bei den meisten amerikanischen und europäischen Videospielexperten nicht gerade Begeisterungsstürme aus. Oft fehlt es einfach an Feinschliff, Spieltiefe und einer beeindruckenden Präsentation, zumal viele dieser Titel sich ziemlich altbacken anfühlen.

So ganz scheint das den Entwicklern nicht entgangen zu sein, denn bei Ninja Blade orientierten sie ausgerechnet an Hits mit Bombast-Inszenierung: Ungeniert bediente man sich offensichtlich bei Devil May Cry, God of War und vor allem Ninja Gaiden. Darüber hinaus hat man sich prominente Unterstützung geholt, nämlich den Designer Keiji Nakaoka (Lost Planet) und den Komponisten Norihiko Hibino (Metal Gear Solid). Außerdem darf fairerweise nicht verschwiegen werden, dass der zuweilen heftige Einsatz von Grafikeffekten, die Endgegner-Lastigkeit sowie die leicht schwammige Steuerung an From Softwares eigenes Otogi erinnern.

Ninja Blade - Japanese Extended Gameplay Trailer
Ninjas und ihre Kampftechniken sind eine Sache für sich. Dieser Trailer zeigt sechs Minuten lang Gameplay-Action vom Feinsten aus Ninja Blade.

Wurmkur

Vor allem die Steuerung, oder genauer gesagt das Kampfsystem, scheint merklich von Ninja Gaiden inspiriert. Der Hauptcharakter des Spiels ist natürlich ein moderner Ninja und kann wie sein Kollege aus dem Hause Tecmo einen starken und einen schwachen Hieb mit seiner Klinge austeilen. Des Weiteren kann er seitlich an Wänden entlanglaufen, hohe Mauern vertikal hochrennen und sich von Mast zu Mast schwingen.

Ebenfalls nicht unbekannt: Auf Knopfdruck wechselt der Ninja die Waffe: Neben dem Standardschwert stehen wirbelnde Doppelfalkenschwerter und ein wuchtiges panzerbrechendes Schwert zur Verfügung. Allerdings geht die Kampf-Action deutlich leichter von der Hand, wobei das beherzte Klingenballett ein wenig an Devil May Cry erinnert. Das Kampfsystem macht durchaus Laune, jedoch ist in der Defensive etwas der Wurm drin, da das Ausweichen von Angriffen und das Blocken oftmals nicht richtig funktionieren. Auch das Kombo-System ist nicht so überzeugend wie bei der Konkurrenz, spaßig sind die Kämpfe aber trotzdem - der eingängigen Steuerung sei Dank.

Apropos Wurm: Im Jahre 2015 hat Tokio ein echtes Wurmproblem. So genannte Alphawürmer befallen Menschen und Maschinen und verwandeln diese in angriffslustige Monster. Da Mutanten-Hubschrauber, vierbeinige Wolfsbankangestellte, Schleim-Züge und kannibalische Sushi-Verkäufer schlecht für den Tourismus sind, soll eine Spezialeinheit aus modernen Ninjas mit den Monstern aufräumen. Ken Ogawa ist nicht nur ein besonders talentierter Kämpfer, sondern zugleich Sohn des Anführers. Doch in der ersten Mission kommt es zum Verrat. Klar, dass ihr euch als Ken aufmacht, die Würmerplage zu stoppen und euch am eigenen Vater zu rächen. Dabei bemerkt ihr allerdings erst spät, dass in Wahrheit vielmehr Jagd auf Ken gemacht wird.

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