Test - NHL 19 : Nur ein Update oder doch mehr?

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Bei Pro AM handelt es sich quasi um einen Karrieremodus, in dem ihr im Be-A-Pro-Stil im Spiel drei gegen drei gegen NHL-Legenden antretet. Hierzu gehört sogar eine vierteilige Kampagne, sodass auch Solisten beziehungsweise Offlinespieler in den Geschmack der World of CHEL kommen. Wie bereits bei den zahlreichen Challenges im HUT hat EA die Einzelspieler nicht vergessen, die somit hinreichend Ansatzpunkte finden, Modi wie Threes oder HUT in Angriff zu nehmen.

EA hat dem eigenen Eishockeyrecken in den CHEL-Modi ein übergreifendes Levelsystem verpasst. Mit wachsender Erfahrung schaltet ihr unzählige Klamotten frei, von Profiausstattung aus den Ligen bis hin zu Casual-Outfits für das Match auf dem Teich, von denen es nun vier Stück gibt. Mützen, Jacken, Hosen, Schläger, Helme, Texturen, Torjubel, Audios für Tore und Checks sowie viele weitere Optionen in unterschiedlichen Seltenheitsgraden können somit freigespielt werden, um euren Kufenprofi zu individualisieren.

Doch nicht nur das, hinzu kommt ein Loadout-System. Sprich, ihr könnt eurem Spieler bis zu fünf Feldspieler- und bis zu zwei Goalie-Konfigurationen verpassen, die jeweils vorm Spiel ausgesucht werden. Hauptfähigkeit, Nebenfähigkeit und Spezialisierung werden aus einem Pool von Perks ausgewählt, die ihr natürlich ebenfalls erst freispielen müsst. So könnt ihr euch problemlos einen Two-Way-Stürmer, einen Offensivverteidiger oder einen Butterfly-Goalie basteln und habt diese quasi auf Knopfdruck parat. Für Spieler, die sich gern in der EASHL oder in den arcadigen Spielvarianten austoben, sicherlich eine zusätzliche Motivation.

Mehr Dynamik und Agilität auf dem Eis

EA Sports hat weiteren Feinschliff am Gameplay betrieben. Am stärksten macht sich die neue Real Player Motion Tech Engine bemerkbar. Sie sorgt für flüssigere Animationen, aber vor allem ein spürbar verbessertes Skating und hat auch Auswirkung auf die Physik. Die Spieler verfügen nun – je nach Spielerwerten – über mehr Agilität und Wendigkeit auf dem Eis, was sich deutlich dynamischer und authentischer anfühlt als bei früheren Teilen. Auch der Antritt bei Sprints wurde damit verbessert und Checks wirken realistischer, vor allem weil besser auf die Härte eines Checks abgestimmt. Nach einem richtig satten Bums braucht der Spieler deutlich länger, um sich aufzurappeln, als nach einem eher mäßig harten Check.

Ansonsten wurden eher Kleinigkeiten verändert. Hier und da etwas Feinschliff bei den Goalies, etwas mehr Dynamik und Aggressivität im Verhalten der KI, die bei Rückstand nun spürbar mehr Druck macht. Der einst so übermächtige Poke Check, also das Wegstochern des Pucks mit der Kelle, wurde massiv entschärft. EA Sports ist dabei allerdings etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Denn statt die Wirkung einfach abzuschwächen, ist nur die Gefahr einer Strafzeit wegen Trippings massiv gestiegen. Zwar kommt man recht schnell dahinter, die Poke Checks gezielter einzusetzen und auch Alternativen wie Checks oder den Defense Stick zu nutzen, ein Nachjustieren der Strafen in den Gameplay-Reglern ist aber empfehlenswert.

Immer wieder gut, aber nicht frei von Mängeln

Ärgerlicher sind da schon die Bereiche, die nicht verändert oder verbessert wurden. So gibt es bei den Sprüchen der Kommentatoren wenig bis gar nichts Neues zu entdecken. Auch die Bewertung der Spieleraktionen ist weiterhin oft unglücklich, was vor allem Be-A-Pro-Spieler durch empfindliche Punktverluste bei der Charakterentwicklung zu spüren bekommen. Ein harter Flachschuss, mit dem wir einen Rebound provozieren wollen, wird immer noch gern als „schlecht gezielt“ abgestraft. Auch das Timing der Reihenwechsel wird wieder etwas zu straff gewertet. Wer rennt im echten Spiel schon zur Bank, wenn das gegnerische Team mit Hochdruck in unserem Drittel agiert und uns vor dem Tor einschnürt?

Optisch und akustisch spielt NHL 19 gut mit, auch wenn die Grafik so langsam etwas in die Jahre kommt. Der Eishockeytitel sieht immer noch gut aus, die Stadionatmosphäre ist fein und die krachenden Checks und anderen Spielgeräusche sind auf hohem Niveau. Das gilt auch für den erneut guten Soundtrack, der sowohl mit rockigen Songs im Ligabetrieb als auch eher stylischen Tracks beim Pond-Hockey aufwartet. Zudem läuft das Spiel erfreulich flüssig, frühere Stolperer wurden mittlerweile fast vollständig ausgemerzt. Ein Hingucker sind die vier neuen Open-Air-Arenen, die ihr im Threes und Pro AM zu sehen bekommt und dem Spiel eine ganz frische Stimmung bescheren.

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