Test - NHL 18 : Frischer Wind auf dem Eis?

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Die NHL-Reihe bewegt sich zwar spielerisch seit jeher auf hohem Niveau, leidet aber stets unter den typischen Sportspielsymptomen. Es ist halt schwierig, frischen Wind in ein Genre zu bringen, das nun mal von vornherein gewissen Regelwerken unterworfen ist. Das hindert EA aber nicht daran, in NHL 18 mit NHL Threes einen neuen Modus zu implementieren. Klingt zunächst nicht spektakulär, doch die Einführung des arcadigen 3-vs-3-Modus hat sogar Auswirkungen auf das gesamte Gameplay.

Bleiben wir gleich beim Thema NHL Threes. Der neue Modus nutzt zwar Skating, Puckphysik und Steuerung des normalen Spiels, schickt euch aber in eher Arcade-orientierten Matches mit jeweils drei Feldspielern nebst Goalie in kleineren Rinks, deutlich mehr Tempo und weniger Regularien auf das Eis. Abgesehen davon geht es deutlich bunter und teils auch etwas absurder zu, wenn beispielsweise das Maskottchen eines Clubs mit furiosem Einmarsch aufs Eis geschickt wird.

Dreierpack mit Arcade-Feeling

Den neuen Modus gibt es in drei Varianten. Threes Now ist das schnelle Spiel mit Einzelmatches. Threes Online … nun, der Name spricht bereits für sich. Des Weiteren gibt es mit Threes Circuit quasi eine Kampagne, die euch durch verschiedene Regionen nebst Arenen schickt, wobei ihr Trikots, neue Spieler für euer Team und andere Verbesserungen ergattern könnt. Praktischerweise lassen sich alle Modi kooperativ, sogar im Couch-Koop, oder gegeneinander spielen. Zudem könnt ihr euch entscheiden, ob ihr eine feste Position spielt oder jeden Spieler steuert, sobald er an der Scheibe ist.

Der Spaßfaktor ist recht hoch. Die verringerte Spielerzahl sorgt für hohes Tempo, zudem wurde das Regelwerk entschlackt. So gibt es weder Abseits noch Bullys, statt Zeitstrafen gibt es sogleich Penaltys und sogar einige Modifikatoren haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Das grundsätzliche Ziel ist aber immer gleich: Das Team, das eine bestimmte, einstellbare Anzahl an Toren schießt, gewinnt.

Der neue Spielmodus macht richtig Laune und könnte in der Tat eine Menge Freunde finden. Einsteiger freuen sich über die leichte Zugänglichkeit, Profis können sich richtig austoben und ihr Können zeigen. Da wundert es wenig, dass Threes auch in die EASHL aufgenommen wurde. Außerdem dürfte es deutlich einfacher sein, mal auf die Schnelle drei Spieler pro Team auf die Beine zu stellen als eine komplette Mannschaft.

Threes mit Auswirkungen auf das Spiel

Der neue Spielmodus hat allerdings auch in den anderen Spielmodi Auswirkungen auf das Gameplay, denn durch das 3-vs-3-Spiel mussten zwingende Verbesserungen bei der KI vorgenommen werden. So stellt man im normalen Spiel fest, dass die Defensive viel effektiver arbeitet und nicht mehr wie ein Hühnerhaufen agiert. Hinzu kommt ein spürbar verbessertes Pass- und Positionsspiel der KI-Kollegen, die nun eure Laufwege besser antizipieren und auch mal einen Pass über die Bande spielen. Das gesamte Spiel auf dem Eis hat dadurch an Dynamik gewonnen.

Überdies werden euch neue Werkzeuge in die Hand gedrückt. Das Repertoire an Dekes und Moves wurde nochmals erweitert. Übermächtig sind diese Moves aber nicht, zur erfolgreichen Umsetzung ist trotz einfacher Steuerung einiges an Übung und gutem Timing erforderlich. In der Verteidigung könnt ihr euch über den neuen Defense Skill Stick freuen. Er ermöglicht es euch, mit dem Schläger nicht nur in eine Richtung zu stochern, sondern auch mal damit vor euch herumzuwedeln oder ihn kurz nach hinten zu bewegen, um einen Pass in eurem Rücken abzufangen.

Eine Revolution ist das nicht, bereichert aber eure Möglichkeiten. In Summe ist NHL 18 hinsichtlich des Gameplays auf dem Eis der wohl rundeste Teil der Reihe. Skating, Puckphysik und Spielerverhalten kommen sehr authentisch rüber und das gesamte Spiel geht gut und flott von der Hand. Dank der simplen NHL94-Bedienung und der komplexen Skill-Stick-Steuerung nebst einem Hybriden aus beiden kommen sowohl Einsteiger als auch Profis auf ihre Kosten. Letztere freuen sich wie gewohnt über die zahlreichen Einstellregler für das Spiel auf dem Eis.

Großartige Überraschungen entdeckt man sonst allerdings nicht, außer vielleicht der Möglichkeit, dass ihr nun bis zu drei eurer Lieblingsspielmodi anpinnen könnt, um damit quasi ein eigenes Menü zu kreieren. Darin findet ihr neben NHL Threes und einem neuen Trainingsmodus mit Videos und Übungen die bekannten Spielvarianten. Da wären das schnelle Offline-Spiel oder der Online-Versus. Die Karriere umfasst Be A Pro, Franchise und den Saisonmodus. Online könnt ihr euch in HUT, EASHL und Draft Champions austoben. Und natürlich dürfen Teams, Spieler und Kader angepasst werden oder ihr nutzt Play-off- oder Shootout-Modus, um euch zu vergnügen.

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Nur Detailveränderungen in den Spielmodi

Die einzelnen Modi wurden nur geringfügig, wenn auch sinnvoll verändert. Be A Pro bietet euch wie gewohnt den Einstieg als Rookie via Memorial Cup, CHL oder direkt in einem NHL-Team. Ein Fortschritt in Sachen Storytelling oder Personalisierung wie in FIFA 17 ist leider weiterhin nicht zu verzeichnen. Der Franchise-Modus hat einige Detailverbesserungen bei Trades, Free Agents und Verträgen erhalten. Ferner gibt es drei Varianten: die klassische NHL, die NHL mit 31 Teams inklusive der Vegas Golden Knights, die in dieser Saison ihre Premiere feiern, sowie einen 32-Team-Modus, in dem ihr ein eigenes Team erstellen könnt, leider mit recht beschränkten Anpassungsoptionen.

Der Saisonmodus kann wie gewohnt mit allen vertretenen Ligen gespielt werden, als da wären NHL, AHL, ECHL, SHL, Liiga, DEL, ELH, National League, OHL, QMJHL und WHL. Schade: Die Teams der europäischen Champions Hockey League sind zwar enthalten, einen CHL-Spielmodus (Champions Hockey League) gibt es allerdings nicht. Ansonsten entdeckt man die üblichen Kader-Updates. Soweit wir es überschauen konnten, sind auch die DEL-Kader weitgehend auf aktuellem Stand. Das beliebte Hockey Ultimate Team (HUT) hat ein überarbeitetes Menü bekommen. Neu sind zudem Solo-Challenges in verschiedenen Kategorien, mit denen ihr euch zusätzliche Münzen für Kartenpacks verdienen könnt.

Hinsichtlich der Präsentation gibt es nicht viel Neues, bis auf ein paar überarbeitete Animationen. Die Stadionatmosphäre ist weiterhin gut, die Grafik immer noch sehr ansehnlich, auch wenn weiterhin die alte Engine zum Einsatz kommt. Schade ist, dass EA die Kommentare nicht noch etwas ausgebaut hat. Die Sprüche des bekannten Duos kennen wir inzwischen in- und auswendig. Lediglich dem Threes-Modus wurden komplett neue Kommentare spendiert.

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