Test - NHL 15 : Auf dünnem Eis

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Die NHL-Reihe startet mit einem verspätetem Debüt auf die neuen Konsolen – NHL 14 kam ja nur für die ältere Generation. Natürlich waren wir gespannt, wie sich die Umsetzung der bisher sehr guten Sportspielserie auf PS4 und Xbox One schlägt. Etwas weniger Spannung hingegen kommt bei den älteren Konsolen auf, letztendlich war hier nur ein Update zu erwarten. Wie schlägt sich also das Next-Gen-Debüt? Und gibt es Neues bei den alten Konsolen?

Bevor wir uns also mit dem PS4- und Xbox-One-Debüt beschäftigen, werfen wir einen Blick auf die Versionen der älteren Konsolen. Hier lieferte EA im vergangenen Jahr ein richtig gutes Spiel ab, ließ aber trotz sinnvoller Optimierungen erkennen, dass der Entwicklungszyklus langsam, aber sicher in einer Sackgasse landet. Schlicht und einfach, weil PS3 und Xbox 360 technisch nicht mehr viel hergeben. Schaut man sich NHL 15 an, bestätigt sich dieser Eindruck, denn im Vergleich zum Vorgänger gibt es herzlich wenig Neues.

Nicht viel Neues bei den Alten

Bei den Spielmodi entdeckt man keine Veränderungen, das Rundum-glücklich-Paket aus Karrieren, Online-Modi und Ultimate Team kommt gewohnt wuchtig daher. Die im Ansatz begonnene Maßnahme, den Be-A-Pro-Modus mit der Live-the-Life-Variante etwas aufzumöbeln, wurde leider nicht weiter verfolgt und bleibt auf dem Stand vom letzten Jahr. Auffälligste Änderung ist, dass endlich neue Kommentatoren im Spiel sind. Gary Thorne und Bill Clement wurden nach gefühlt 2.000 Jahren in den Ruhestand geschickt und durch die NBC-Sports-Sprecher Mike Emrick und Eddie Olczyk ersetzt. Das bringt frischen Wind, zumal die beiden ihre Sache sehr ordentlich machen. Auf die NBC-Präsentation der PS4- und Xbox-One-Variante müsst ihr hingegen verzichten.

Das war es aber auch fast schon an Änderungen. Auf dem Eis entdeckt man keine gravierenden Neuerungen. Hier wurde augenscheinlich nur Feinschliff betrieben, ohne noch große Schritte zu wagen. Somit lohnt sich NHL 15 auf den alten Konsolen nur für Eishockey-Rookies oder Spieler, die in der Reihe eine längere Pause eingelegt haben. Wer NHL 14 bereits sein Eigen nennt, hat keine Gründe, hier nochmals zuzuschlagen. So, nun genug der Altertumsforschung, widmen wir uns den neuen Konsolen.

Zuerst die guten Nachrichten

Beginnen wir mit dem kürzeren Teil unseres Tests, nämlich dem, der die positiven Dinge beschreibt. Da wäre zunächst die Präsentation nebst Grafik zu nennen. Hier hinterlässt NHL 15 einen guten bis sehr guten Eindruck. Das Drumherum profitiert von den neuen Kommentatoren, den Außenaufnahmen, den überarbeiteten Arenen an sich und dem weitaus abwechslungsreicheren und aktiveren Publikum. Das ganze Brimborium vor dem Beginn eines NHL-Matches sieht prima aus und lässt Stimmung aufkommen. Die neue Menüführung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus hübsch gestaltet.

Die Kameraden auf dem Eis wirken deutlich detaillierter, das Niveau eines NBA 2K15 oder Madden NFL 15 wird aber bei Weitem nicht erreicht. Die Animationen sind vielfältig und flüssig, die Übergänge bis auf wenige Ausnahmen gelungen. Es gibt aber auch einige Mankos. Der rockige Soundtrack in den Menüs ist ziemlichem Gedudel gewichen. Die Übergänge der an sich sehenswerten Zwischensequenzen wirken oftmals zu hart geschnitten, ein paar sanftere Blenden wären schön gewesen. Des Weiteren sieht die Abnutzung der Eisfläche zuweilen extrem seltsam und unrealistisch aus, eher wie auf die Schnelle mit dem Bleistift gekrickelt statt von Kufen gezogen. Insgesamt ist NHL 15 visuell durchaus sehenswert, hat aber gegenüber den anderen Sporttiteln etwas an Boden verloren.

Spielerische Verbesserungen

Die reine Spielmechanik auf dem Eis hinterlässt im Großen und Ganzen ebenfalls einen guten Eindruck. Vor allem Puck- und Spielerphysik sowie die Skating-Engine sind bis auf wenige seltsame Momente wirklich gelungen. Das Spiel auf dem Eis fühlt sich nochmals realistischer an als bei den Vorgängern. Pucks prallen realistischer ab, der Schwung beim Skaten wirkt „eisiger“, die Checks weniger überzogen und das Banden-Pinning wurde spürbar entschärft. Die Schiedsrichter greifen bei harten Checks etwas strenger durch, allerdings konnten wir auch den einen oder anderen kleinen Bug bei den Entscheidungen entdecken.

Auch die KI hat zumindest beim Positionsspiel Fortschritte gemacht. Die KI-Spieler wirken dynamischer, haben mehr Laufwege und versuchen, besser anspielbar zu sein. Das Passspiel in der Offense sowie die Ordnung in der Defense sind weiterhin verbesserungswürdig und man entdeckt mitunter sinnlose Einzelaktionen der KI-Kollegen. Das Tempo scheint generell etwas höher als in den Vorgängern, Profis werden sich schnell die Grundeinstellungen schnappen und hier einiges nachbessern. Das ist aber alles in vertretbarem Rahmen. Schmerzhafter ist da schon, dass die Goalies insgesamt zwar wunderbar agil wirken, dafür in ihrer Leistung deutliche Schwächen zeigen und zu viele eigentlich sichere Saves vergeigen. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf.

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