Test - NHL 08 : Neue Fights auf dem Eis

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  • X360
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'NHL'-Fans werden von Electronic Arts ein ums andere Mal durch ein Wechselbad der Gefühle gejagt, vor allem weil die Next-Gen-Versionen und die der alten Schätzchen PS2 und PC immer weiter auseinander driften. Auch spielerisch hat EA es in den letzten paar Jahren nicht geschafft, neue Akzente zu setzen. Immer wieder wurden ein paar Sachen gut umgesetzt, andere hingegen völlig in den Sand gesetzt – ich erinnere mal an übermächtige One-Timer, abseitslastige KI oder extrem ruppige KI-Defense. Dazu kommt die Tatsache, dass die Next-Gen-Versionen in Sachen Umfang bisher immer noch unter einer Abmagerungskur zu leiden haben. EA hat ja Besserung gelobt, doch was hat sich letztendlich wirklich getan?

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Minimalistischer Umfang

Ein erster Blick ins Spiel zeigt, dass EA kräftig die Menüs überarbeitet hat. Sparsam, ziemlich übersichtlich und optisch ansprechend, dabei aber auch in einem Guss mit den Menüs der anderen Sport-Titel. Das kann sich schon sehen lassen, jedenfalls muss man sich nicht lange mit der Suche nach bestimmten Features aufhalten. Der Blick zeigt aber auch schnell, dass in Sachen Umfang weiterhin Sparkost angesagt ist. So tummeln sich bei den Spielmodi nur das Sofortspiel, der Franchise und das Weltturnier. Dabei ist der Franchise, also der Karrieremodus, nur in der NHL spielbar. Die beiden einzigen vertretenen europäischen Ligen, SM Liga und Elitserien, sind weder im Franchise noch im Saisonmodus spielbar, denn Letzterer ist gar nicht erst vorhanden. Die Deutsche Eishockey Liga fehlt zur allgemeinen Enttäuschung erneut im Gegensatz zu den PS2- und PC-Versionen.

Neu dabei ist ein von Grund auf überarbeiteter Editor-Bereich für Spieler und Teams, der es euch unter anderem ermöglicht, frisch erstellte Spieler schon im Editor auf dem Eis zu testen. Ebenfalls neu dabei ist ein sehr umfangreicher Übungsmodus, in welchem ihr nicht nur 1on1-Partien testen könnt, sondern auch Teamspiele, Goalie-Modus und Create-Play-Modus. Sehr praktisch für Anfänger oder Spieler, die sich erst an die neue Steuerung gewöhnen müssen.

Online-Modus ausgebaut

Der Online-Modus zählte bisher nicht gerade zu den Stärken der Serie, aber auch hier hat sich einiges getan, gerade im Hinblick auf die Spielmodi. So könnt ihr nun (endlich) Online-Ligen mit bis zu 32 Teams erstellen und somit ganze Seasons hinter euch bringen. Im Shootout-Modus gegen einen menschlichen Mitspieler übernehmt ihr abwechselnd die Rolle von Schützen und Goalies. Sehr interessant auch die Versus- und Teamplay-Modi. Im Ersteren können acht Spieler an zwei Xbox 360 bzw. 12 Spieler an zwei PS3 gegeneinander antreten, sodass insbesondere bei der PS3 tatsächlich jeder Spieler einen Mann auf dem Eis übernehmen kann. Sind weniger Spieler vorhanden, wird mit KI-Spielern aufgefüllt. Im Teamplay treten bis zu sechs Spieler online in beliebigen Kombinationen, vom 3on3 bis 1vs5, gegeneinander an. Viel Potential also, um im Online-Bereich endlich langfristig zu punkten.

Fang den Puck

Der Goalie-Modus ist im Grunde nicht wirklich neu, Konkurrent 'NHL 2Kx' hat diesen bereits seit zwei Jahren implementiert. EA geht die Sache allerdings etwas anders an. Während ihr bei 2K fast alles über einen Sichtkegel und Timing macht, ist in 'NHL 08' eher freies Spielen angesagt. Ihr bewegt euren Torhüter mit dem linken Analog-Stick, mit dem rechten Stick macht ihr Saves, Butterflys und Poke-Checks. Die Schultertasten sind für riskante „Notfall-Saves“ vorgesehen, bei denen sich der Keeper lang aufs Eis legt. Hier sind also gutes Auge, Stellungsspiel und schnelle Reaktionen gefragt. Der Goalie-Modus ist in allen Spielmodi vertreten, selbst mitten in einem Franchise-Match könnt ihr zum Goalie wechseln oder ganze Spiele so bestreiten. Der Modus ist im Grunde recht gelungen und macht deutlich, was die echten Keeper zu leisten haben. Leider gibt es immer wieder Probleme mit der Kamera, die oft nicht schnell genug reagiert oder in einem ungünstigen Winkel steht. Witzige Sache zum Abschluss: Falls ihr mal den Goalie vom Eis nehmt, um einen sechsten Feldspieler zu bringen, dürft ihr selbigen direkt steuern.

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