04.05.2009 - Daniel Krondraf
Nachdem Atomic Games seinen Publisher für Six Days in Fallujah verloren hat, steht die Zukunft des Spiels noch in den Sternen. Der realistische Mittendrin-Charakter löste heftige Proteste der an den Kämpfen beteiligten Soldaten und deren Angehörigen aus, was schließlich zum Absprung von Konami führte. Auf der Triangle Game Conference sprach Atomic Games CEO Peter Tamte nun erstmalig über den Verlust des Publishers und sinnierte nebenbei noch eifrig über die Sinnhaftigkeit und weitere Entwicklung von Videospielen.
"Jede Form der Medien ist dadurch gewachsen, dass sie Inhalte über aktuelle Ereignisse produziert hat. Inhalte die Kraft haben, weil sie relevant sind. Filme, Musik und Fernsehen haben den Menschen geholfen, komplexe Themen unserer Zeit besser zu verstehen. Sind wir denn wirklich nur Macher von High-Tech-Spielzeug oder produzieren wir Inhalte, die genau so wichtig sind wie Film, Fernsehen und Musik?"
Atomic Games arbeitete schon zuvor an ernsthaften Trainingsprogrammen für die US Marines. Six Days in Fallujah wäre also ein weiterer Schritt in diese Richtung.
"Das ist es, was uns den Soldaten, die in Falludscha gekämpft haben, so nahe gebracht hat. Als sie aus dem Irak zurückkamen, baten sie uns, ihre Geschichte zu erzählen. Und zwar im aktuell relevantesten Medium - dem Videospiel. Kein anderes Medium erlaubt es dem Nutzer, selbst Entscheidungen zu treffen, welche den Verlauf der weiteren Geschichte beeinflußen. Wir hoffen, dass Six Days in Fallujah die Erwartungen an künftige Videospiele verändern wird."
Trotz dieser Erklärungsversuche gab Peter Tamte am Rande der Veranstaltung doch zu, dass der Absprung des Publisher womöglich das Aus für das Projekt bedeuten könnte.
Was sagt ihr denn zu der ganzen Sache? Braucht die Zockergemeinde ein Spiel über den Irakkrieg?
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Kommentare
Ja, das meine ich. Wer hätte damals gedacht, dass Menschen das virtuell nachspielen (irgendwann). Komische Vorstellung oder?
Wie meinst du "in den 40ern Jahren" ? Dort war der Krieg am toben.
Früher oder später wird sowieso ein Spiel kommen, wenn nicht jetzt dann vielleicht in zehn Jahren.
Wer hätte in den 40ern gedacht, dass man eines Tages den 2ten Weltkrieg "nachspielen" kann...
Wenn Atomic den Anspruch als "Antikriegsspiel" wirklich ernst nehmen, wäre das erstens ein Novum und zweitens absolut der richtige Schritt, um das ... ich sach mal... moralisch festgefahrene Kriegsspielgenre absolut umzukrempeln.
Daß der Publisher abgesprungen ist, halte ich sogar für ein gutes Zeichen, weil Konami aufgrund politischer Unkorrektness (also nicht alles mit dem US-Warhero-Weichzeichner darzustellen) Muffensausen bekam.
Also mir wird's, wenn es zu realistisch/aktuell ist, gerade bei Ego-Shootern, immer ein bißchen anders.
Ich finde es teils einfach geschmacklos. Letzendlich will ich unterhalten werden, und nicht das mitmachen müssen, was Soldaten im Krieg erleben. Nicht alles taugt als Unterhaltung.
In einem fiktiven Szenario habe ich weniger Probleme, weil ich da diese Hintergedanken (da sterben echte Menschen) nicht haben muss, d.h. GoW, Halo usw lassen mich wunderbar abschalten und ich kann ohne schlechtes Gewissen ballern.
Ich kann aber auch Leute verstehen, die es besonders realistisch haben wollen, aber mein Ding ist das nicht.
Hier zeigt sich wieder mal die wundervolle Doppelmoral unserer Welt - abspringen, weil das Thema Irak ja zu brisant ist... Zeitgleich in World at War: "Wir haben den Flammenwerfer ins Spiel gebaut, damit man die verdammten Japsen besser grillen kann."
Ganz abgesehen davon, dass die Männer, die in CoD und MoH erschossen werden, fast vornehmlich unsere eigenen Großväter wären - gemäss dem Geblubber der "Killerspiel" Gegner, dass es sich dabei um echte Männer handelt. Denn eigentlich sind es Polygone. Und somit wird niemand erschossen - das wäre bei Six Days in Fallujah nicht andres. Aber wen stört es schon, ob dreckige Nazisoldaten (die historisch gesehen beiweitem nicht alle in der NSDAP waren - und wie gesagt, eigentlich waren das vor allem unserer Großväter) niedergemäht werden - hauptsache, kein böses Golfkriegsspiel produzieren...Bigotterie, wo man hinguckt...
@bagster01: Atomic Games sind der Developer/Entwickler, der Publisher ist/war Konami...und Atomic games sind durchaus renommiert, "Americas Army" und so - ich glaube schon, dass sie sich um ein anspruchsvolles Spiel bemüht haben...
Was nun niemanden mehr interessiert - ich frage mich, was ethisch fragwürdiger ist: Von so einem Projekt abzuspringen um keine Gefühle zu verletzen - oder genau dadurch eine Menge Designer und Programmierer um lohn und Brot zu bringen..jaja, der liebe Moralinwahn - die CSU wirds freuen.
KA!!! Wenn der Teil super gut wäre, dann sollte schon noch daran gearbeitet werden, aber wenn ich Publisher "Atomic Games" lese, von denen ich noch nie was gehört habe, wird das Game sicherlich nicht soooo das ware sein!"Mit Vorsicht ausgedrückt, denn man weiß ja nie!"
LG
War doch schon immer so. Die Amis drehen ihre Holywood streifen und sind meist die Helden, die die Welt reten. Da wird der Verlust eines einzelnen Soldaten hochgespielt bis zum geht nicht mehr und mit viel Tränenschmalz und Dramatik untermalt. Wieviele dann auf der anderen Seite des Gewehrs sterben ist ersteinmal zweitrangig.
Ich zu meinem Teil wüßte nicht, warum ich Probleme damit haben sollte, dieses Spiel zu zocken. Spiele sind Kunst und wenn Kunst nicht schockt, ist es auch keine...
Also ich hätte schon gerne mal dieses Spiel gespielt. Interessiert mich schon wie die Spiel und Dokumentation umgesetzt haben und überhaupt die ganze Geschichte. Außerdem führen nunmal die Amis den Großteil der Kriege, deswegen kommen die auch so oft in solchen Spielen vor. Mir ist es letztendlich egal mit welcher Partei ich spiele.
Gibt es überhaupt ein Spiel, in dem man z.B. die Russen spielt und Amis bekämpfen muss? Die meisten Spiele sind einfach Patriotisch.
@antigavur
Verkauft sich öfters, is leider so.
U.S. Truppen zu spielen stört mich nichtmal so sehr, aber es geht mir aufen Sack immer und immer wieder mit dem gleichen equipment spielen zu müssen, Abrams, Humvee,Cobra,BlackHawk, bäh ich kannse nimma sehn.. *g*
Und die endlose glorifizierung die meistens nicht unbedingt den Fakten entspricht.
Aber zumindest darf man im MP auch was anderes spielen(NOCH! ) ;D
Wobei, musst du halt DEFCON spielen, dann kannte US damit berwerfen. *g* (Auch wenns ein wenig Morbide für manche ist, aber sind ja nur Pixel. =)
also notwendig ist es sicher nicht, aber
wenn eins käme wäre es auch geil. obwohl ich zweifel daran habe das wenn es kommt, gut wird.
mir wärs lieber wenn ein spiel produziert wird indem ich die usa mit atomraketen bombardieren könnte...muss ich immer diese drecks-ami-soldaten spielen? ich will einen anti-amerika shooter.