31.01.2010 - Yves Günther
Die Diskussion um Sinn und Unsinn, Nutzen und Unnuten von Zusatzinhalten für Spiele wird seit längerem hitzig im Internet geführt. Neben der allgemeinen Ablehnung gegenüber DLC richtet sich die Kritik vor allem an Inhalte, die aus dem Hauptspiel wieder entfernt wurden und nachträglich verkauft werden. Prominentestes Beispiel: Assassin's Creed 2.
Eine Stufe schärfer ging Capcom bei Resident Evil 5 vor, bei dem die DLC bereits auf der Disk enthalten waren und man schlussendlich nur für die Freischaltung des Inhalts bezahlt hat. Mit David Brickley, bei Rebellion für die Entwicklung von Aliens vs. Predator zuständig, übt nun auch jemand aus der Entwicklerbranche Kritik an dieser "Capcomschen" Praktik.
"Ich denke, Spieler haben absolut Recht - wenn der Inhalt bereits auf der Disk ist, gibt es absolut keine Rechtfertigung für ein Studio, DLC anzubieten, die im Grunde nur ein Freischaltungsschlüssel sind", so Brickley in einem Interview.
Generell halte er Zusatzinhalte aber für nicht schlecht und erklärt: "Ich schätze, was manche Leute nicht so ganz verstehen, ist, wenn ein Spiel in die Läden kommt, ist es wahrscheinlich schon seit vier oder fünf Monaten eingetütet, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zeit zwischen dem Fertigstellen des Spiels und der Auslieferung in den Handel wird üblicherweise dafür verwendet, das Spiel zu debuggen - man kann Monate über Monate aufbringen, nur um Fehler und Glitches zu beheben, um dann sicherzustellen, dass das Produkt fertig ist und bereit für die Veröffentlichung. Wenn man dann noch die Zertifizierung für die Konsolen und die Vervielfältigung einberechnet, kann man von einem beträchtlichen Teil der gesamten Entwicklungszeit des Spiels reden."
Am Ende kommt er natürlich auch auf die DLC für Aliens vs. Predator zu sprechen: "Ich denke, Menschen außerhalb dieses Prozesses nehmen an, dass die Entwicklung eines Spiels und seiner DLC gleichzeitig ausgeführt wird und das ist nicht wirklich der Fall. Ich kann verstehen, warum es aber schwer abzuschätzen ist und sie haben Recht, diese Praktik infrage zu stellen, wenn sie Dinge wie diese sehen. Aber es trifft definitiv nicht auf unser Spiel zu, wir haben einfach nur eine Möglichkeit gesehen, zwischen der Fertigstellung des Spiels und dem Ausliefern in den Handel, auf etwas aufzubauen, was wir bereits beendet haben, also können die Spieler es hoffentlich etwas mehr genießen."
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Kommentare
Der Herr hat Recht. Na dann warten wir mal ab wie sich das Thema noch entwickelt. Ich bleibe DLC´s gegenüber wohl immer skeptisch und vor allem misstrauisch.
Wahre, aber hoffentlich keine scheinheiligen Worte...
Leichter läßt sich doch kein Geld verdienen. Die Engine ist fertig. Es gibt genügend Levels. Man kürzt das Game und die Spielzeit ist statt wie früher 15 h oder mehr nur 8 h und man hat mit einem Schlag 2 bis 3 DLC, wo man Geld damit verdienen kann.
Auf der einen Seite kann ich die Entwickler zwar verstehen. Auf der anderen Seite (sorry) kotzt mich diese Vermarktungspolitik maßlos an.
krass.... das mit resi 5 wusste ich garnicht. Das ist ja mal die großte abzocke seit... ja ka seit was... so eine unverschämtheit -.-
DLC's sind eine unaufhaltsame Welle. Dadrüber zu diskutieren, wie sinnvoll es ist oder nicht, ist seit paar Wochen absolut überflüssig geworden.
Selbst wenn nur einer den Zusatzinhalt kauft, der auf der CD dabei war, aber erst freigeschaltet werden musste, ist es ein lohnendes Geschäft.
Bei Assasins Creed 2 waren auch Zusatz Missionen auf der Disk enthalten und bei kauf einer White oder Black Edition wurde auch nur noch der Key zum Freischalten benötigt!