05.07.2011 - Jens Bremicker
In den letzten Tagen machten immer wieder Negativschlagzeilen über Team Bondi die Runde. Das Entwicklerstudio, das mit L.A. Noire einen großen Erfolg landen konnte, muss sich vor allem Kritik über die miesen Arbeitsbedingungen mit unbezahlten Überstunden und Wochenenden anhören, die für die Designer, Grafiker und Programmierer geherrscht haben sollen.
Nach Angaben eines ehemaligen Mitarbeiters habe Rockstar Games, die L.A. Noire als Publisher finanziert und vermarktet haben, einen Schlussstrich gezogen und die Zusammenarbeit mit Team Bondi gekündigt. "Ich habe viel über Rockstars Verachtung für Team Bondi gehört und es wurde deutlich gemacht, dass sie nicht deren nächstes Spiel veröffentlichen werden", so der anonym bleibende Ex-Mitarbeiter gegenüber GamesIndustry.
Neben den angesprochenen Arbeitsbedingungen soll vor allem Team-Bondi-Chef Brendan McNamara zu diesem Zwist einen großen Teil beigetragen haben. "Brendan behandelt L.A. Noire als einen Erfolg, der auf seiner Vision beruht, aber ich denke, dass Rockstar diejenigen waren, die das Projekt gerettet haben. Sie haben stets immer neues Geld in das Spiel gesteckt und deren Marketing war fantastisch. Ohne ihre anhaltende Unterstützung wäre Team Bondi bereits vor einigen Jahren untergegangen."
Ursprünglich hätte Rockstar Games beabsichtigt, Team Bondi zu einer Art "Rockstar Sydney" zu machen. "Umso länger sie mit dem Management von Team Bondi zusammengearbeitet haben, desto mehr haben sie verstanden, dass das eine fürchterliche Idee war." Rockstar Games habe in den letzten zwei Jahren immer wieder "wahnwitzige Entscheidungen" des Managements überstimmt.
Weder Sprecher von Rockstar Games noch von Team Bondi haben bis dato auf den neuerlichen Bericht reagiert.
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Kommentare
So wie du? Bist du denn beruflich selbstständig?
Yup, werden sie. Gibt nur wenige Ausnahmen und halt Indie-Studios, wo man noch 'normal' arbeiten kann. Ist aber in der Filmeffekteindustrie auch nicht anders.
Bist du aus der Branche?
Hört sich echt schlimm an wie da arbeiten mussten. Da kann man nur froh sein wenn man sein eigener Chef ist heutzutage und gut verdient.
Die Arbeitsbedingungen werden fast überall immer schlechter, auch außerhalb der Videospielebranche: längere Arbeitszeiten, stagnierender Lohn, keine Überstundenvergütung, kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld, etc.
Wirklich traurig... aber wenigstens gut, dass mal wieder ein aktuelles Beispiel publik wird.
Allerdings fehlt der Käuferschaft hier jedwede Moral - Spieler interessieren sich eben vornehmlich für das Spiel und nicht, wie dieses produziert wurde. Von seinen T-Shirts will man ja meist auch nicht wissen, aus welcher chinesischen Kinderfabrik die stammen...
Yup, werden sie. Gibt nur wenige Ausnahmen und halt Indie-Studios, wo man noch 'normal' arbeiten kann. Ist aber in der Filmeffekteindustrie auch nicht anders.
nicht nur bei RDR, auch bei GTA4 waren sie da schon negativ in der Presse mit wirklich krassen Arbeitsbedingungen ... EA übrigens auch schon ... ich glaub generell werden in der Branche die Mitarbiter ziemlich verheizt
Glaube kaum, dass diese Entscheidung aus Nächstenliebe zu den armen Entwicklern gefallen ist. War es nicht auch Rockstar selbst, die nach VÖ von RDR wegen unzumutbaren Arbeitsbedingungen negative Presse hatte?