Test - New Play Control! Pikmin 2 : Gleicher Inhalt, besseres Gesamtpaket

  • Wii
Von Kommentieren

Langsam, aber sicher trudeln die ersten Spiele aus Nintendos New-Play-Control!-Reihe auch in Europa ein. Dabei handelt es sich um erfolgreiche GameCube-Spiele, die auf die Wii portiert und an deren Steuerung angepasst wurden, jedoch denselben Inhalt bieten. Nachdem im Februar der erste Pikmin-Teil als Premiere der New-Play-Control!-Spiele erschienen ist, möchte euch nun der Nachfolger mit verbessertem Gameplay und neuen Spielmechanismen begeistern.

Raumschiff hui, Firma pfui

Der Weltraumschlumpf Olimar hat es geschafft: Nach 30 Tagen auf einem fremden Planeten hat er die Einzelteile seines zerstörten Raumschiffs gefunden und konnte zu seiner Familie zurückkehren. Doch so wie es aussieht, gibt es für Olimar keine Verschnaufpause, denn in seiner Abwesenheit ist die Firma seines Chefs den Bach runtergegangen. Nun wird der kleine Heimkehrer dazu verdonnert, die Schulden in Höhe von 10.000 Pokos abzuarbeiten. Aber nicht alles ist so hoffnungslos, wie es aussieht. Erstens hat Olimar eine kleine Armee von tatkräftigen Pflanzenwesen, kurz Pikmin, mitgebracht, zweitens scheint der Schuldeneintreiber gewöhnlichen Müll für das Kostbarste im gesamten Universum zu halten und drittens wäre da noch Louie ...

Ein Fall für zwei

Zugegeben, Louie ist nicht gerade der cleverste aller Helden, seine Mithilfe erweitert das Spielprinzip von Pikmin allerdings um Welten. Keine Sorge, das ursprüngliche Spielprinzip wurde nicht angerührt: Nach wie vor führt ihr eine Kolonie aus bis zu 100 Pikmin an, die für euch auf Kommando jede Art von Arbeit erledigen. Wenn ihr einen wertvollen Gegenstand findet, buddeln eure Untergebenen den Schatz erst aus und tragen diesen, ohne zu maulen, zu eurem Raumschiff, das euch mit Saatgut für neue Pikmin belohnt und den Wert des Schatzes mit den Schulden verrechnet. Werdet ihr angegriffen, wirft sich die Wuselarmee todesmutig dazwischen, um euch zu verteidigen.

Diese Elemente funktionierten im ersten Teil bereits ganz ordentlich, in Pikmin 2 stimmt jetzt aber auch das Finetuning: War Olimar im ersten Teil dauernd dazu gezwungen, zu seiner Basis zurückzukehren, um neu gewachsene Pikmin aus dem Boden zu ziehen und dann das Gebiet unter Zeitdruck weiter zu erforschen, können die fleißigen Helfer nun in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Damit ergeben sich ganz neue Strategien: Während Olimar mit seinen Pikmin auf Gegnerjagd geht, lässt Louie gefundene Schätze abtransportieren und verwaltet die heimatliche Basis. Dies ist nur eine der vielen Verbesserungen, die Pikmin 2 um einiges einsteigerfreundlicher als den Vorgänger macht.

Vor allem das viel kritisierte Zeitlimit von 30 Spieltagen wurde komplett entfernt. Zwar wird eure Armee immer noch gefressen, wenn sie sich nach Sonnenuntergang außerhalb ihrer fliegenden Zwiebel befindet, doch sind die Tage, die ihr zur Verfügung habt, nicht mehr beschränkt. Zusätzlich dürft ihr zwei neue Pikmin-Arten durch die Gegend scheuchen. Neben den bekannten roten, blauen und gelben Ausgaben erweitert sich die Auswahl um langsame, aber sehr starke lilafarbene und hochgiftige weiße Pikmin.


Gerade wenn ihr eines der neuen unterirdischen Levels betretet, ist es überlebenswichtig, Louie und Olimar mit individuell angepassten Gruppen auszustatten. Zwar bleibt einerseits die Zeit während eures Aufenthalts stehen, andererseits könnt ihr jedoch keine Verstärkung anfordern. Zum normalen Spielablauf könnt ihr erst dann zurückkehren, wenn ihr entweder aufgebt oder das Labyrinth erfolgreich gemeistert habt.

Subtil und fantastisch

Da bei den New-Play-Control!-Spielen keine Veränderung außer der angepassten Wii-Remote-Steuerung vorgenommen wurde, fällt gerade in den gerenderten Zwischensequenzen auf, dass Pikmin 2 schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Das Quietschen und Kreischen der Pikmin steuert im Gegensatz zur vergessenswerten Musik eine ordentliche Portion Charme bei. Ein ganz besonderes Lob gebührt aber der neuen Steuerung. Es ist kaum zu glauben, dass Pikmin 2 nicht gezielt für die Wii entwickelt wurde, so perfekt geht die Organisation von der Hand. Einzig die Aufteilung von Gruppen ist anfangs ein wenig kompliziert, alles andere funktioniert von Anfang an rein intuitiv.

Fazit

von Matthias Lanwehr
Dieses Fazit richtet sich an diejenigen unter euch, die sich Pikmin 2 bisher nicht für den GameCube zugelegt haben. Sollte sich der Titel bereits in eurer Bibliothek befinden, braucht ihr die New-Play-Control!-Version nämlich nicht. Bis auf die Anpassung an die Wii-Fernbedienung gibt es keine Veränderungen oder Verbesserungen im Spielablauf oder bei der Grafik. Doch wenn euch die Wuselei auch nur ein klein wenig interessiert, dann solltet ihr zuschlagen. Nintendo hat alles, was am ersten Teil bemängelt wurde, verbessert und liefert mit Pikmin 2 eine Fortsetzung ab, die ihren Vorgänger in allen Bereichen übertrumpft.

Überblick

Pro

  • flexibleres Zeitlimit
  • Aufteilung erlaubt mehr Strategie
  • hervorragende Wii-Steuerung
  • hoher Wuselfaktor

Contra

  • kein Online-Mehrspieler
  • ruckelnde Filme
  • schwache Handlung

Wertung

  • Wii
    80
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel