Preview - Neverwinter Nights : Neverwinter Nights

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Da sitzt man nichtsahnend in Montreal im Hotelzimmer, als das Telefon klingelt und man daraufhin einige Tage später in Edmonton auf der anderen Seite von Kanada zwei Tage lang den potentiellen Rollenspiel-Hit 'Neverwinter Nights' als einziges deutschsprachiges Online-Magazin im Rahmen eines Presse-Events unter die Lupe nehmen darf. Die Erfahrungen unseres Mannes in Kanada wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, denn das Spiel hat das Zeug dazu, die Messlatte im RPG-Genre um einiges höher zu legen und möglicherweise sogar den Erfolg von 'Baldur's Gate II' zu übertrumpfen. Das Potential ist dank innovativer Features allemal gegeben.

Neverwinter Nights
Zaubersprüche und Lichteffekte vom Feinsten.

Singleplayer-Modus und allgemeine Infos
Wie sich das für ein vernünftiges Rollenspiel gehört, geht es in 'Neverwinter Nights' recht strukturiert zur Sache. Den Einstieg ins Spieles bildet ein schönes Render-Intro, in welchem sich ein wackerer Held tapfer gegen ein fieses gehörntes Monster wehrt. In der Menü-Auswahl stellt ihr dann fest, dass das Spiel aus einer Einführung und vier Kapiteln besteht. Augenscheinlich wird es nach einmaligem Durchspielen möglich sein, jedes einzelne Kapitel direkt zu spielen. Beim Starten der Prelude erwartet euch zunächst die Vorgeschichte, erzählt in Bilderbuchform mit schönen Artworks und gesprochen von einem Erzähler.

'Neverwinter Nights' verwendet nebenbei die Regeln der dritten Edition von 'Dungeons & Dragons'. Entsprechend ist auch die Story wieder einmal in den 'Forgotten Realms' angesiedelt, genauer gesagt im nördlichen Teil an der Küste der 'Sea of Swords'. Im Editor stehen euch alle erdenklichen Tilesets zur Verfügung, um unterschiedliche Regionen selbst zu kreieren.

Die Prelude selbst ist eigentlich ein spielbares Tutorial. Eingebettet in die Geschichte, die das Spiel erzählt, habt ihr zunächst reichlich Gelegenheit, euch mit Bedienung, Steuerung, Interface und Kameraführung vertraut zu machen. Gespielt wird wie gehabt in der Iso-Perspektive, wobei drei Kamera-Optionen zur Verfügung stehen. Nummer eins ist eine frei drehbare Kamera, Nummer zwei ist eine Verfolger-Kamera, die automatisch den optimalen Blickwinkel wählt und Nummer drei ähnelt am ehesten der Third-Person-Perspektive eines Action-Adventures, wobei der Charakter in letzterer mit der Tastatur (WASD) bewegt und mit der Maus die Kamera rotiert wird. Gezoomt werden kann hingegen in allen drei Einstellungen per Cursor-Taste oder Mausrad. Ansonsten wird per Point&Click gesteuert, sprich ihr klickt die Stelle an, wo der Charakter hinlaufen soll, wobei wahlweise mit der Tastatur (Cursortasten) oder mit Berühren des Bildschirmrands mit der Maus und dem Mausrad gedreht wird. Damit sollte eigentlich so ziemlich allen Ansprüchen an die Steuerung Genüge getan werden und für jeden das Passende dabei sein.

In der Einführung kann sich der Spieler auch bereits einen Eindruck über die Qualität der Grafik verschaffen. So wirken die Charaktere recht liebevoll animiert und sehen auch optisch sehr ansprechend aus. Gleiches gilt für die Umgebungen, in denen einiges an Details zu sehen ist. Drückt man seinem Charakter eine Fackel in die Hand, kommt man aus dem Staunen kaum noch heraus, denn die Lichteffekte, welche die Fackel im Raum erzeugt, sind schon ziemlich grandios, erst recht, wenn man des Nachts mit einer Fackel durch die Straßen der Stadt wandert. Ein absoluter Hingucker sind die wunderschönen Effekte für die zahlreichen Zaubersprüche. Im 'Dungeon Master'-Tool hatten wir die Möglichkeit, uns die mächtigsten Zaubersprüche anzuschauen und mehr als einmal fiel den Beteiligten fast die Kinnlade auf den Tisch. Auch die Monster, auf die ihr im Spiel treffen werdet, sind mehr als sehenswert: Von standardmäßigen Orks und Tieren über Elementarwesen bis hin zu gigantischen und wunderschönen Drachen ist alles vertreten, was sich der Fantasy-Fan nur wünschen kann.

Neverwinter Nights
Einige der Kreaturen sind beeindruckend groß.

Nach der Einführung geht es dann munter ins erste Kapitel und hinein in die eigentlichen Ereignisse. Die ersten Aufgaben lassen nicht lange auf sich warten und schon nach kurzer Zeit könnt ihr euch in einer belebten Stadt vergnügen, wo ihr eure ersten Abenteuer und natürlich auch Kämpfe erlebt. Die Story erscheint weniger umfassend und verzweigt als die von 'Baldur's Gate II', macht aber einen interessanten und spannenden Eindruck, zumal euch in den vier Kapiteln unterschiedlichste Gegenden und Locations erwarten, ebenso wie verschiedenste Gegner, vom 'Kleinvieh' bis hin zu riesigen Drachen.

Auch Gefolgsleute könnt ihr anheuern, in der angespielten Version allerdings jeweils nur einen auf einmal. Diese können nicht direkt gesteuert werden, sondern agieren im Rahmen bestimmter Handlungsweisen und Befehle, die ihr über ein kleines Befehlsmenü vorgeben könnt, so zum Beispiel Heilen, Beschützen oder den nächstbesten Gegner attackieren. Die KI der Gefolgsleute wies noch ein paar Bugs auf, machte aber im Großen und Ganzen einen brauchbaren Eindruck. Drückt ihr den Jungs einen Heiltrank in die Hände, wird dieser auch zur gegebenen Zeit benutzt.

Bevor ihr euch aber überhaupt ins Abenteuer stürzt, erwartet euch die Charaktererstellung. Diese verläuft ähnlich wie in den bekannten Rollenspielen von Bioware, wobei euch sieben Rassen und elf Charakterklassen zur Verfügung stehen. Auch vorgefertigte Charaktere werden zur Auswahl stehen. Wer intensiver in die individuelle Charaktererstellung eintauchen will, hat auch dazu zahlreiche Möglichkeiten, unterstützt durch Skill-Packages, welche bereits die optimalen Skills für bestimmte Spielweisen enthalten. Natürlich könnt ihr die Eigenschaften eures Charakters im Rahmen der Spielregeln natürlich auch selbst bestimmen, ebenso wie das Aussehen und das allseits beliebte Porträt.

Neverwinter Nights
Die Monster wirken sehr abwechslungsreich.

Zur Steuerung im Spiel haben wir bereits etwas gesagt, kommen wir zum eigentlichen Interface: Am rechten Bildrand findet sich die Anzeige des eigenen Charakters sowie etwaiger Gefolgsleute. Per Hotkey werden das Inventar, welches komplett per Drag&Drop bedienbar ist, oder die Minimap, die wiederum über verschiedene Zoomstufen verfügt, eingeblendet. Etwas negativ fiel auf, dass die Menüfenster nicht individuell auf dem Bildschirm verschoben werden können.

Am unteren Rand befindet sich eine Hotkey-Leiste für die Funktionstasten. Die Belegung der Hotkeys ist denkbar einfach und so ziemlich jede erdenkliche Aktion vom Waffenwechsel bis zum Zauberspruch kann mit wenigen Mausklicks vorbelegt werden. Durch zusätzliche Tastenkombinationen stehen 3x12 Hotkeys zur Verfügung, was wohl allen Ansprüchen genügen sollte.

Wichtigstes Element ist das Kontextmenü, welches mittels Rechtsklick auf einen Charakter, Gegner oder ein Objekt halbtransparent eingeblendet wird. Statt langweiliger Listenmenüs sind die möglichen Aktionen hier kreisförmig als Icon angeordnet, wobei beim Überfahren mit der Maus auch ein kurzer Erklärungstext angezeigt wird. Das Interface entpuppt sich nach kurzer Eingewöhnung als ausgesprochen praktisch und schnell zu handhaben, lediglich bei Echtzeitkämpfen kann es etwas in Hektik ausarten, weswegen wichtige Aktionen wie zum Beispiel häufig benutzte Zaubersprüche auf die Funktionstasten gelegt werden sollten.

Die Kombination aller Bedienelemente macht das ganze Interface aber zu einer runden Sache, die im Wesentlichen keine Wünsche offen lässt . Einziger echter Kritikpunkt: Wenn das Kontextmenü sich mit dem Inventar oder anderen grafisch aufwendigeren Objekten überschneidet, sind die Icons des Menüs schlecht zu erkennen. Hier will Bioware auf Anregung der Redakteure möglicherweise noch etwas nachbessern.

 

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