Test - NBA Street Homecourt : Fun-Basketball im Retro-Look

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Die NBA-Stars lassen es auf Hinterhöfen, Schulplätzen und am Strand krachen. Kenner von Basketball-Videospielen wissen, was dies bedeutet: Electronic Arts schickt eine neue Ausgabe des turbulenten Basketball-Actionspaßes ’NBA Street’ ins Rennen um die Gunst der Sportspielfans. Wir haben den Titel auf PS3 und X360 unter die Lupe genommen

Nostalgiegefühle

Wir schreiben das Jahr 1993. Nach ’Mortal Kombat’ und zahllosen lieblosen Film-zu-Videospiel-Portierungen landete Acclaim einen neuen Mega-Hit im Konsolensektor. Die Videospieladaption des Midway-Automaten ’NBA Jam’ begeisterte sofort die Massen. Das ebenso simple wie geniale Spielprinzip fesselte unzählige Videospieler, erst auf dem SNES, dann auf dem Mega Drive. Viele weitere Umsetzungen folgten. Das schlichte Erfolgsrezept: Man nehme eine populäre Sportart, entkleide sie aller fader Details, drehe das Tempo gehörig hoch, werfe das Regelwerk über Bord und kombiniere das Ganze mit verrückten Stunts sowie einer starken Sport-Lizenz. Fertig war das süchtig machende ’NBA Jam’. Zwar war die Idee nicht vollkommen neu, konnte aber zuvor noch nie so viel Spielspaß für sich verbuchen. Seitdem erschienen zwar hin und wieder diverse Neuauflagen und Versuche anderer Hersteller, doch kein Titel konnte mehr den Zauber des Originals evozieren. Niemand? Doch, denn Electronic Arts lieferte 2001 mit ’NBA Street’ ein Basketball-Spiel ab, das frech von ’NBA Jam’ abkupferte, das Ganze aber mit neuen Elementen und einer zeitgemäßen Präsentation anreicherte. Wenig überraschend mauserte sich das Fun-Sportspiel zum Erfolg, festigte den Grundstein des EA-Sports-BIG-Labels und beschert uns seitdem alle Jahre wieder eine neue Episode.

Keine Angst, die Geschichtsstunde ist damit auch schon zu Ende. Obwohl: Eigentlich passen solche nostalgischen Schwärmereien ganz gut zu ’NBA Street Homecourt’, dem ersten Teil der Serie für die neue Konsolen-Generation. Denn der Titel steht ganz im Zeichen von Retro. Anscheinend haben die Entwickler als Inspirationsquelle für ihr neuestes Werk in muffigen Kellern und staubigen Dachböden herumgesucht und unzählige Stunden alte Amateur-Filmaufnahmen aus dem letzten Jahrtausend angeschaut. Denn sowohl das Intro als auch das restliche Spiel verströmen reichlich nach Mottenkugeln duftendes Nostalgie-Gefühl, da die Präsentation im Stil solcher alter Filmaufnahmen gehalten wird: Bildbandverschmutzungen, kurze Unschärfe und vor allem ein penetranter Farbstich fallen sofort ins Auge. Letzterer ist auch während des eigentlichen Spielgeschehens zu sehen. Auf jeden Fall wirkt dies originell, ob man solch eine Optik dagegen mag, ist Geschmackssache. Schade, dass die Entwickler es versäumt haben, in den Optionen diesen Bildfilter abschaltbar zu machen. Wobei dies bei unseren alten Familienaufnahmen ja auch nicht möglich ist.

Könige der Körbe

Alles andere als verstaubt, vielmehr ziemlich zeitgemäß gibt sich ’NBA Street Homecourt’ in puncto Lizenz: Mehr oder weniger aktuelle Stars des NBA-Zirkus stehen als Spielfigur oder als Kontrahenten zur Verfügung. Einige NBA-Stars sind gar als besondere Herausforderer auf ihren eigenen Heimatplätzen vorhanden, außerdem verfügen diverse Basketball-Cracks über individuelle Spezialbewegungen. Eines ist allerdings etwas schade: Trotz des ganzen Retro- und Nostalgiecharmes der Präsentation finden sich keine Altstars aus früheren Tagen oder aktuelle Profis als Teenager auf der Scheibe. Und dies, obwohl gerade das Motto "Denke immer daran, wo du herkommst" schon im Titel des Spiels versprüht wird: Jeder NBA-Star hat mal klein angefangen und sich auf seinem Hinterhof-, Freizeitpark- oder Schulhof-Basketballplatz zum angehenden König des Korbs hochgearbeitet. Mehrere solcher so genannter Homecourts sind im Spiel enthalten.

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