Test - Mittelerde: Mordors Schatten : Eine Ode an die Orks

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Als wir seinerzeit bei der ersten Vorstellung von Mittelerde: Mordors Schatten waren, verließen wir die Veranstaltung mit dem Eindruck, dass da etwas Großes auf uns zukommen könnte. Und wie fast immer hatten wir Recht: Monolith liefert ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass es kein Fehler sein muss, sich kräftig bei anderen Spielen zu bedienen, wenn am Ende die Mischung stimmt und neue Elemente eingebaut werden. Das Ergebnis ist eine überaus spannende Ode an die Orks von Mittelerde.

Worum geht es? Die Story von Mordors Schatten nutzt den Leerraum zwischen „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“, quasi kurz nach Saurons Rückkehr nach Mordor, um eine eigene Geschichte zu erzählen, die sich dank zahlreicher Querverweise und einiger Charaktere insgesamt erfreulich gut mit den Vorlagen zusammenfügt. Der Waldläufer Talion gehört zu den Truppen Gondors, die rund um Mordor eigentlich dafür sorgen sollen, dass alles ruhig bleibt. Doch wie das so ist, die Aufmerksamkeit nimmt mit den Jahren ab. Talion wird bei einem Überfall der Orks unter der Leitung der „Schwarzen Hand Saurons“ getötet, ebenso wie seine Frau und sein Sohn.

Doch wird ihm der Zugang ins Reich der Toten durch einen Fluch verwehrt. Irgendwo gefangen zwischen Leben und Tod trifft er auf ein mysteriöses Geistwesen, über dessen Herkunft wir im Verlauf der Handlung einiges erfahren. Es teilt nicht nur Talions Rachedurst, sondern stattet den Waldläufer dank einer gewissen Symbiose mit mächtigen Geisterkräften aus. Um allerdings die Schwarze Hand Saurons zu besiegen, bedarf es mehr. Denn um überhaupt an den Dämon heranzukommen, gilt es, sich durch die Orks von Mordor zu kämpfen und deren Häuptlinge nebst Leibwächtern auszuschalten. Talion muss sogar so weit gehen, die Rivalität und Machtgier der Orks auszunutzen, um einige von ihnen auf seine Seite zu bringen.

Urlaub im Reich des Bösen

Schauplatz des Geschehens ist natürlich Mordor, wobei nahezu alle Areale von Beginn an zugänglich sind. Die Struktur ist ähnlich den Assassin's-Creed-Spielen. Mordor besteht aus mehreren Zonen, deren Karte ihr aufdeckt, nachdem ihr einen Turm erklommen habt. Mordor selbst ist überaus ansehnlich in Szene gesetzt, auch wenn ihr keine allzu großen landschaftlichen Unterschiede bei den Zonen erwarten dürft. Immerhin sorgen Tag-und-Nachtwechsel sowie dynamisches Wetter dafür, dass die Umgebungen nicht immer denselben düsteren Look haben. Von freien Flächen über Höhlensysteme bis zu Ruinen, Orkfestungen und Camps ist aber einiges vorhanden. Das Gebiet ist insgesamt von seiner Größe her allerdings recht überschaubar. Dank Schnellreisefunktion zwischen den Türmen und katzenartigen Monstern als Reittier werden Entfernungen schnell überbrückt.

Mittelerde: Mordors Schatten - Was du für die Reise nach Mordor benötigst Trailer
Der neueste Trailer zu Mittelerde: Mordors Schatten klärt darüber auf, was ihr für eure Reise in das dunkle Reich benötigt.

In Mordor gibt es einiges zu entdecken. Es gibt rund 20 Hauptmissionen, hinzu kommen Ork-Events wie Duelle, Feste oder Rekrutierungen, bei denen ihr eingreifen könnt. Derartige Missionen sind nicht ganz offen, sondern werden an einer bestimmten Stelle der Umgebung per Knopfdruck gestartet. In der offenen Welt selbst warten zahlreiche Sammelobjekte. Das ist kein nutzloser Zeitvertreib, denn sie bringen euch Mithril, das ihr für den Kauf von Fähigkeiten verwenden könnt. Hinzu kommen verschiedene Waffen-Challenges, für die ihr Erfahrung und Mithril bekommt. Weiterhin dabei: Jagd-Challenges, in denen ihr bestimmte Tiere töten müsst, und Sammelaufgaben, bei denen es darum geht, verschiedene Kräuter zu finden. Die sind allesamt nicht nutzlos, sondern dazu gedacht, Talions Fähigkeiten voranzutreiben.

Die gefällige Geschichte wird ordentlich erzählt und weiß zu unterhalten, auch wenn es mehr oder minder die typische Rache-Story ist. Im Verlauf trefft ihr auf allerlei menschliche und orkische Charaktere, der allseits bekannte Gollum spielt ebenfalls eine Rolle und sieht dank Warner-Filmlizenz tatsächlich so aus wie in den Kinofilmen. Während die Reihenfolge der Missionen mehr oder minder fest ist und euch vor allem zu Beginn langsam an die Steuerung und die spielerischen Möglichkeiten heranführt, ist euer sonstiges Vorgehen ganz euch selbst überlassen. Dank des Nemesis-Systems wird die eigentlich Handlung sogar schnell zur Nebensache, aber dazu später mehr.