Special - Metal-Gear-Reihe : Die Entstehung einer Legende

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Über ein Vierteljahrhundert ist es her, da entschied sich ein 23-jähriger Wirtschaftsstudent, in die Videospielbranche einzusteigen – und das ohne jegliche Programmierkenntnisse. Als dieser im Jahre 1986 bei der japanischen Spieleschmiede Konami anheuerte, ahnte noch niemand, dass er einmal eine der einflussreichsten Spielserien aller Zeiten erschaffen würde. Die Rede ist von keinem Geringeren als Hideo Kojima, Videospiellegende und geistiger Vater von Schleichpionier Solid Snake.

Metal Gear - Video History - Teil 1
Die Metal-Gear-Reihe gehört zu den größten und wichtigsten Videospiel-Serien überhaupt. In diesem Jahr wird die Serie 25. Jahre und wir nehmen dies zum Anlass u

Wir schreiben das Jahr 1987, als unter den Fittichen von Konami Metal Gear das Licht der Videospielwelt erblickte. In dem Titel schlüpfte der Spieler in die Rolle des Geheimagenten Solid Snake, Mitglied der Spezialeinheit Foxhound. Sein Auftrag: die stark gesicherte Festungseinrichtung Outer Heaven infiltrieren, den gefangen gehaltenen Kameraden Gray Fox befreien und die Einrichtung zerschlagen. Das klang erst einmal recht konventionell. Doch anders als etwa der im selben Jahr erschienene Klassiker Contra legte Kojimas Erstlingswerk seinen Fokus nicht auf Action, sondern auf Planung und taktisches Vorgehen. Wollte man überleben, so war Schleichen der Schlüssel zum Erfolg. Somit gehörte Metal Gear zu den Mitbegründern des Stealth-Genres.

Nicht nur in Sachen Spielmechanik begab sich der Titel auf neues Territorium. Auch im Bereich des Geschichtenerzählens konnte man mit einer mitreißenden Handlung auftrumpfen, die stark an Hollywood-Blockbuster der 80er-Jahre erinnerte. Kein Zufall, war Kojima doch schon von klein auf großer Filmfanatiker. Das fiel nicht selten in den mittlerweile berühmten Codec-Gesprächen zwischen den einzelnen Charakteren auf. Sogar das Hüllen-Cover war eine Eins-zu-eins-Kopie eines Standfotos aus dem ersten „Terminator“-Film.

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Zu Anfang von den Vorgesetzten bei Konami noch misstrauisch beäugt, ging das Spielprinzip von Metal Gear grandios auf - zumal es eine gelungene Abwechslung zu den zahllosen Arcade-Ballereien der damaligen Zeit bot. Logisch, dass da Nachschub nicht lange auf sich warten ließ. Das zwei Jahre später erschienene Snake's Revenge wurde von einem komplett anderen Team bei Konami ohne Beisein von Schöpfer Kojima entwickelt und vernachlässigte weitgehend die Tugenden des ersten Teils. Lediglich die grundsätzliche Prämisse des Eindringens in einen von Feinden besetzten Stützpunkt war die gleiche.

Übrig blieb so nur ein Shooter, der aus dem guten Namen des Vorgängers Kapital zu schlagen versuchte. Nicht verwunderlich, dass dieser Teil daher als das schwarze Schaf der Reihe gilt und von Serienveteranen oft ignoriert wird. Einen positiven Nebeneffekt hatte das Ganze aber: Kojima, der zuvor nie eine Fortsetzung zu Metal Gear geplant hatte, wurde durch ein zufälliges Aufeinandertreffen mit den Entwicklern von Snake's Revenge dazu inspiriert, eine eigenen zweiten Teil zu produzieren.

So erschien im Jahre 1990 Metal Gear 2: Solid Snake. Man besann sich auf die Stärken des Originals und baute diese in nahezu allen Bereichen aus. Die Spielmechanik war ausgefeilter, die Codec-Gespräche spannender und der Plot noch fesselnder. Da der Titel jedoch nur auf dem MSX2-Heimcomputer und nie für das NES erschien, war er für das westliche Publikum nicht zugänglich. Obendrein war Metal Gear 2: Solid Snake ein 8-Bit-Spiel in einer 16-Bit-Ära. Der Erfolg, den der Titel eigentlich verdiente, blieb somit aus.

Danach wurde es erst einmal ruhig um die Serie. Fast acht Jahre sollten vergehen, bis Solid Snake wieder auf die heimischen Bildschirme zurückkehren würde.

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