Test - Metal Gear Solid V: The Phantom Pain : Höhepunkt mit Einschränkungen

  • PS4
Von Kommentieren

Hier ist er nun also: Kojimas Abschied von Konami und seiner Kultserie. Metal Gear Solid V: The Phantom Pain soll das große Finale werden und gleichzeitig den Kreis der serienübergreifenden Geschichte schließen. Die Erwartungen sind extrem hoch, auch wenn der separat veröffentlichte Prolog Ground Zeroes nur bedingt überzeugte. Vorab bekamen wir die Gelegenheit, über mehrere Tage hinweg The Phantom Pain ausführlich zu testen. Wieso das dennoch nicht genügte, erfahrt ihr in dieser spoilerfreien Review.

Update 04.09.2015: Wir haben die Wertung jetzt nachgereicht. Ihr findet sie auf Seite 4 dieses Artikels.

Um nichts zu verraten, was ihr vorab nicht wissen wollt, gehen wir auf die Geschichte nur in ihren Ansätzen ein. Metal Gear Solid V: Ground Zeroes solltet ihr jedoch gespielt haben. Nach Snakes Unfall in Ground Zeroes liegt er 9 Jahre im Koma und wacht in einem Krankenhaus in Zypern auf. Gerade rechtzeitig, denn das Gebäude wird kurz darauf von mehreren feindlichen Parteien angegriffen. Ihr Ziel ist Snake beziehungsweise Big Boss, wie er immer noch von seinen Mitstreitern genannt wird. Unter diesen befinden sich beispielsweise der stets loyale Benedict „Kazuhira“ Miller und interessanterweise schon Ocelot, der an Coolness diesmal kaum zu übertreffen ist.

Leider war es das aber auch schon, was die Charaktertiefe betrifft. Ein Eigenschaftswort für jeden, mehr braucht es nicht. Tatsächlich stehen sich Ocelot und Kaz zunehmend im Weg, da sie fast dieselben Aufgaben im Spiel erfüllen. Zwar unterscheiden sich ihre Ansichten, doch das Spiel würde nicht leiden, wenn nur einer von beiden anwesend wäre. Insbesondere Ocelot wäre eine enorm interessante Figur – wenn sein Potenzial nur irgendwie genutzt würde. Als ähnlich unbefriedigend entpuppt sich auch die Hauptgeschichte, die nach rund 28 Stunden vorbei ist. Es gibt kaum Bezüge zu den anderen Serienteilen und nahezu jede Fan-Theorie ist besser als das, was Kojima hier abliefert.

Serien-Fan Kojima?

An dieser Stelle sei auch die seltsame Entscheidung angesprochen, jede Hauptmission mit einem eigenen Textintro und einem eigenen Miniabspann auszustatten. Das Konzept, MGS V auf diese Weise wie eine Fernsehserie zu präsentieren, beißt sich mit dem Spiel an mehreren Stellen. So wirkt es mehr als seltsam, wenn eine „Episode“ mit dem spektakulären Auftritt eines Bosses endet, der eigentliche Kampf jedoch erst in der nächsten Mission stattfindet und ihr dazwischen einfach mal kurz in der Mother Base herumspaziert. Hinzu kommt, dass ihr durch die Textintros jedes Mal gespoilert werdet und dadurch immer im Vorhinein erfahrt, welche Figuren in dieser Mission auftreten werden – inklusive der Bosse.

Die Inszenierung ihrer Auftritte ist von Spielbeginn an aber wieder extrem gelungen. Das kaschiert die auch bei ihnen fehlende Charakterentwicklung sehr effektiv. Dabei helfen wieder das tolle Sound-Design, die nicht nur bei den Bossen überzeugenden Sprecher und die mitreißende Musikuntermalung inklusive bekannter 80er-Pophits. Im direkten Vergleich mit den anderen Teilen muss sich TPP in Sachen Bossqualität allerdings hinter Metal Gear Solid und Metal Gear Solid 3: Snake Eater einreihen – ungefähr auf Augenhöhe mit der Beauty and the Beast Unit aus Teil 4. Das schließt die eigentlichen Kämpfe mit ein, die diesmal teilweise ordentlich herausfordernd geraten sind, was wir auf der Pro-Seite notieren.

Willkommene Mitreisende

Besonders hervorheben möchten wir die sogenannten Begleiter. Während ihr durch die offene Spielwelt streift, bieten sich euch verschiedene Gelegenheiten, auf Charaktere, Tiere oder Maschinen zu treffen, die ihr fortan als Unterstützung mit in die Missionen nehmen könnt. Aktiv ist zwar immer nur einer, doch könnt ihr jederzeit zu einem anderen Mitstreiter wechseln. Von Beginn an steht euch das Pferd zur Verfügung, das ihr vor allem zur Überwindung größerer Entfernungen benötigt. Relativ früh begegnet ihr zudem einem Hund, der euch Feinde in einem bestimmten Radius anzeigt. Wer sonst noch zu euch stößt, verraten wir an dieser Stelle nicht.

Jedoch könnt ihr Begleiter auch komplett verpassen, wenn ihr nicht aufmerksam genug seid. Das kann euch das gesamte restliche Spiel deutlich erschweren. Irgendwann nutzt ihr sie nämlich auf so natürliche Weise, dass ihr euch fragt, wie es jemals ein MGS ohne die Begleitermechanik geben konnte. Die Fähigkeiten eurer Begleiter sind extrem nützlich und können sogar erweitert werden. Zusätzlich stattet ihr sie auf Wunsch mit verbesserter Ausrüstung aus – dank eurer Mother Base.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel