Test - Metal Gear Online : Größter Feind: die Server

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Metal Gear Solid V: The Phantom Pain konnte im Test bereits überzeugen. Nun legt Konami nach und veröffentlicht gut einen Monat nach dem Hauptspiel den dritten Teil des Online-Ablegers. Funktioniert das Schleichspektakel auch mit mehreren Spielern? Ja, die Entwickler übertragen das Gameplay erfolgreich zum dritten Mal in die Online-Welt. Doch aktuell wollen die Server nicht so recht.

Es ist definitiv von Vorteil, wenn ihr in Vorbereitung auf Metal Gear Online einige Zeit in The Phantom Pain verbracht habt. Die Bedienung eures selbst erstellten Avatars auf den verschiedenen Schlachtfeldern geht identisch von der Hand wie beim großen Abenteuer von Big Boss. Ihr seid also in der Lage, im Karton durch die Gegend zu schleichen oder feindliche Spieler mit dem Fulton aus dem Gebiet zu extrahieren.

Diese aus dem Hauptspiel bekannte Vorgehensweise, um Gegner aus dem Weg zu räumen, ist in den meisten Spielmodi eine brauchbare Strategie und sogar entscheidend für den Ausgang der Partie. In "Bounty Hunter" werden je nach Kopfgeld des Gegners entsprechend viele Tickets wieder gutgeschrieben. Nicht schlecht, gerade wenn man bedenkt, dass das Ziel darin besteht, das Ticketkontingent des Gegners auf null zu bringen. Battlefield-Style. Ein cooler Kniff für ein ansonsten altmodisches Team Deathmatch.

Unsichtbar oder tödlich

"Cloak and Dagger" ist eine Variante, die sehr an das klassische Katz-und-Maus-Spiel erinnert. Die Angreifer versuchen zwei Discs zu stibitzen und zu bestimmten Punkten zu bringen. Sie sind im Grunde immer unsichtbar, müssen dafür aber auf tödliche Waffen verzichten. Auf der Seite der Verteidiger geht es rabiater zur Sache. Tödliche Waffen sind quasi ein Muss und wenn ein Spieler auf den Angreifer schießt, dann werden alle aus dem Team für einen kurzen Moment sichtbar.

Abgerundet wird die relativ magere Ausbeute an Modi von "Comm Control". In bester Domination-Manier gibt es bestimmte Bereiche auf der Karte, die eingenommen und gehalten werden müssen. Welches der beiden Teams nach zwei Runden erfolgreicher vorgegangen ist, gewinnt. Übrigens: Der Fairness halber werden immer zwei Runden ausgetragen, wobei die Startpunkte stets getauscht werden.

Ausbaufähig

Der Inhalt fällt aktuell noch mager aus, nicht nur was die Spielmodi angeht. Aufgrund der geringen Anzahl an Karten seid ihr oft in den gleichen Gegenden unterwegs. Das ist aber am Anfang nicht so wild, denn es wimmelt nur so vor vertrackten Wegen und Gebäuden, die sich ideal zum Schleichen anbieten. Etwas mehr Auswahl gibt es bei der Kreation des eigenen Soldaten. Die drei verfügbaren Klassen setzen auf andere Schwerpunkte – entweder schleichen, aus der Entfernung Ziele markieren oder mit dicker Panzerung auf die Gegnerjagd gehen – und bieten entsprechend eigene Ausrüstungsgegenstände und wählbare Fähigkeiten.

Metal Gear Online - Eyes of the Fox Trailer
Dieses Video von der TGS stellt euch den Onlinemodus von Metal Gear Solid V: The Phantom Pain näher vor.

Gerade im Team mit Freunden macht Metal Gear Online eine Menge Spaß. Mit dem Buddy-System bekommt man einen Spieler an die Seite gestellt. Ihr seht zu jeder Zeit, wo er sich auf der Karte befindet, was er macht und wohin er zielt. Geht ihr drauf, könnt ihr direkt bei ihm einsteigen. Doch oftmals kommt es aktuell zu Problemen mit den Servern. Gerade wenn ihr euch in einer Gruppe mit Freunden befindet, ist es eine Qual, zusammen ein Spiel zu starten.

Es gibt keine dedizierten Server, sondern ihr müsst mit Peer-to-Peer-Verbindungen leben. Derzeit führt das oft zu Abbrüchen, speziell vor Spielbeginn oder dem Wechsel des Schauplatzes. Hat der Host dann auch noch eine schlechte Internet-Leitung, ruinieren Lags die Spielerfahrung.

Fazit

Christian Kurowski - Portraitvon Christian Kurowski
Spaßiger Online-Ableger mit Server-Problemen

Mir macht Metal Gear Online sehr viel Spaß – wenn es denn mal funktioniert. Oftmals brauchte ich aber mehrere Anläufe, um eine Sitzung zu finden. Verbindungsabbrüche sind aktuell noch an der Tagesordnung. Mehrere Partien am Stück spielen zu können, ist eine Seltenheit. Das ist ziemlich ärgerlich, dedizierte Server wären vielleicht die bessere Alternative gewesen. So kann es sein, dass ihr mit heftigen Lags zu kämpfen habt, wenn der Host eine schlechte Internet-Leitung hat.

Deswegen fällt die Wertung auch so niedrig aus. Die wenigen Modi und Karten fallen da kaum ins Gewicht. Doch ich hoffe, dass Konami neue Inhalte nachliefern wird. Ich werde Metal Gear Online auf jeden Fall weiterspielen, und das solltet ihr auch, wenn euch das Gameplay von MGS V gefallen hat. Ihr müsst nur eine Menge Geduld mitbringen.

Überblick

Pro

  • Gameplay funktioniert online sehr gut
  • drei unterschiedliche Klasse bieten verschiedene Spielstile
  • detaillierte und große Karten
  • spaßige Spielmodi
  • cleveres Buddy-System
  • Musik aus jedem Metal-Gear-Teil

Contra

  • P2P-Serverstruktur kann Spielerfahrung erheblich beeinflussen
  • wenige Spielmodi
  • wenige Karten

Wertung

  • PS4
    6.5
    /10
  • One
    6.5
    /10

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