Test - Metal Gear Solid: Portable Ops : Eine Agenten-Schlange zum Mitnehmen

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Freund und Feind

Dies hört sich bislang wie ein klassischer ’Metal Gear Solid’-Titel an und so spielt es sich auch. Allerdings gibt es schon einige Veränderungen im Spielverlauf. Als Erstes fällt auf, dass ihr die verschiedenen Levels bzw. Areale per Karte ansteuert und dass die Gebiete vergleichsweise sehr klein sind. Dafür dürft ihr sie mehrmals besuchen. Dies macht vor allem aufgrund des neuen Rekrutierungsfeatures Sinn: Schleppt Snake die betäubten Feinde zu seinem Laster, läuft der jeweilige Soldat auf die Seite des Helden über. Ihr dürft dann im Spielgeschehen zu dem ausgewählten Ex-Feind wechseln und ihn durch die Mission steuern. Da jeder Charakter über unterschiedliche Fähigkeiten verfügt und ihr ihn individuell ausrüsten könnt, kommt durchaus strategische Tiefe in das Spiel. So können etwa bestimmte Einheiten ausgeschaltete Feinde besser "abschleppen", während andere weniger rasch Misstrauen hervorrufen, Spionage-Figuren euch mit wertvollen Infos versorgen und etwa Mediziner euch mit Energie-Packs beliefern. Doch Vorsicht: Von besiegten Kameraden müsst ihr euch verabschieden und euch zwangsläufig nach Nachschub umsehen. Dies gilt übrigens auch für den umfangreichen Mehrspieler-Modus. Lokal oder online treten bis zu sechs Spieler in Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag gegeneinander an. Auch hier gilt, dass einige Einarbeitungszeit von Nöten ist, dann macht der Multiplayer-Mix aus Shooter-Action und Stealth-Gameplay aber durchaus Spaß. Nett: Sogar an eine Gamesharing-Funktion und an einen Tausch von erspielten Soldaten haben die Entwickler gedacht.

Auch technisch macht ’Metal Gear Solid: Portable Ops’ eine sehr gute Figur. Die großen Charaktere sehen hervorragend aus und sind passabel animiert. Besonders positiv hervorzuheben sind außerdem die schicken Texturen und die angenehm kurzen Ladezeiten. Schade ist hingegen, dass die Levels etwas arg detailarm daherkommen. Ebenfalls schade, dass die Entwickler größtenteils auf die typisch bombastischen Zwischensequenzen verzichtet haben. Stattdessen müsst ihr euch mit karg animierten, aber ganz hübsch aussehenden und dialoglastigen Comic-Szenen begnügen. Der Sound erfreut das Ohr mit bekannt klingenden ’Metal Gear’-Kompositionen, mit einer sich der Situation anpassenden Musikuntermalung, ordentlichen Soundeffekten und einer sehr gelungenen englischen Sprachausgabe. Ein Großteil der Dialoge beschränkt sich allerdings auf deutsche Bildschirmtexte ohne Sprach-Samples.

Fazit

von David Stöckli
Ich war ja skeptisch, ob man das komplexe ’Metal Gear Solid’-Gameplay auf PSP-Verhältnisse herunterbrechen kann, aber Kojima-San und sein Team haben eine hervorragende und sehr kluge Arbeit geleistet. Der Mix aus bekannten Elementen und neuen strategischen Schwerpunkten funktioniert erstaunlich gut. Die spannende Story, die überzeugende Technik, der gelungene Umfang und der spaßige Mehrspielermodus runden ’Portable Ops’ zum Hit ab. Der hohe Schwierigkeitsgrad, die anspruchsvolle Steuerung und das anfangs leicht frustrierende Erlernen der Spielraffinessen dürften aber Neulinge abschrecken.

Überblick

Pro

  • spannende Story
  • großer Umfang
  • klassisches ’MGS’-Gameplay
  • interessante Rekrutierungs- und Strategie-Features

Contra

  • ungünstige Perspektiven-Kontrolle
  • hoher Schwierigkeitsgrad

Wertung

  • PSP
    87
    %

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