Test - Metal Gear Solid: Portable Ops : Eine Agenten-Schlange zum Mitnehmen

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Nach zwei Strategie-Ablegern will es Snake auf der PSP noch einmal wissen: ’Metal Gear Solid: Portable Ops’ ist ein waschechtes neues Stealth-Abenteuer der Hitreihe. Trotzdem wagten Hideo Kojima und sein Team bei der Realisierung des PSP-Einsatzes einige Experimente – ob das gut ging, lest ihr im Review.

Gefrierbrand im auftauenden kalten Krieg

Fans von ’Metal Gear Solid 3’ wird’s freuen: Die Handlung von ’Metal Gear Solid: Portable Ops’ setzt kurze Zeit nach den Geschehnissen des dritten Teils ein. Das bedeutet, dass ihr erneut nicht etwa Solid Snake, sondern dessen "Vater" bzw. späteren Erzfeind Big Boss alias Naked Snake steuert. Und "steuern" ist hier im wortwörtlichen Sinn gemeint, denn anders als bei den bisherigen beiden ’Metal Gear’-Spielen auf PSP handelt es sich dieses Mal um ein waschechtes Action-Adventure und nicht etwa um ein kartenbasiertes Strategiespiel-Konzept. Die Story setzt 1970 ein: Big Boss wurde vor wenigen Jahren noch als großer Held gefeiert, trat dann aber aus der FOX-Einheit aus. Jahre später befindet er sich, gefangen und verschleppt, auf einer mittelamerikanischen Insel. Dort planten die Sowjets einst eine Raketenbasis gegen die USA, doch nach der Kubakrise taut der kalte Krieg zumindest ein wenig auf und die stationierten russischen Geheimsoldaten werden im Stich gelassen. Die abtrünnige Elite-Soldatengruppe FOX hat sich nun der Insel bemächtigt, will einen eigenen Staat gründen und sowohl die USA als auch die UdSSR bedrohen. Snake muss nun versuchen auszubrechen, Verbündete um sich zu scharen und mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen. Wie man es von der Serie schon gewohnt ist, gibt es in der Agentengeschichte einmal mehr viele haarsträubende Entwicklungen, Wendungen, überraschende Enthüllungen und undurchsichtige Charaktere.

Schleichen will gelernt sein

Der Einstieg in das rund 14 Stunden dauernde Abenteuer ist allerdings alles andere als leicht. Die schon auf den Heimkonsolen leicht überfrachtete Steuerung wurde zwar auf die PSP-Tastenbelegung heruntergebrochen, trotzdem braucht ihr einige Zeit, bis ihr Snake einigermaßen sicher durch die Levels kämpfen, rennen und schleichen lasst. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Tutorial-Tipps unvollständig sind und nur halbherzig ins Spiel integriert wurden. Von der Spielmechanik her bietet ’Portable Ops’ die typische ’Metal Gear’-Kost. Das bedeutet, dass ihr zwar auf Feinde ballern dürft, meist hat das aber mehr Nachteile als Vorteile – schnell löst ihr so Alarm aus und werdet dann von gut bewaffneten Einheiten gnadenlos gejagt. Viel besser ist es, sich unbemerkt an die Gegner heranzuschleichen und sich öfters mal zu verstecken. Als Hilfe habt ihr bei euren Stealth-Einsätzen nicht das typische Radar, sondern eine Art Geräuschsensor zur Verfügung. Ansonsten leisten euch diverse Waffen, Fernglas, Energie-Packs und sonstige Items wertvolle Dienste. Ebenfalls wieder mit an Bord ist der Funk, über den ihr von Verbündeten Tipps und Story-Hinweise erhaltet. Auf die Survival-Elemente von ’Metal Gear Solid 3’ wurde dagegen verzichtet. Die Steuerung auf der PSP ist insgesamt gelungen, die einzigen Schwächen stellen das schwammige Zielen per Analog-Stick und die ungünstige Perspektiven-Kontrolle dar. Für Letztere gibt es zwar diverse Alternativ-Tastenbelegungen, so richtig überzeugen kann aber keine.

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