Test - Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel : Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel

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Wer nicht genug von ’Metal Gear Solid’ bekommen kann, der darf die Abenteuer von Agent Snake nun auch in Form eines digitalen Comics auf seiner PSP genießen. Wir haben uns den interaktiven Lesestoff zu Gemüte geführt und berichten euch, ob sich die Anschaffung lohnt.

Die Essenz eines ´Metal Gear Solid´

Die Idee ist eigentlich total bekloppt: Eine Adaption eines Comics für die PSP, welcher wiederum auf einem alten PSone-Klassiker basiert. ´Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel´ orientiert sich am ersten ´Metal Gear Solid´-Spiel, welches für viele Fans immer noch der beste Teil der Serie ist: Zum einen aufgrund des damals innovativen Spielgefühls, welches das Konzept der hierzulande unbekannteren Vorgänger perfekt in eine dreidimensionale Welt transferierte, zum anderen dank einer fantastischen und packenden Story, welche komplex war, aber gleichzeitig relativ selten verwirrte – ganz im Gegensatz zum direkten Nachfolger.

Unterschiede zwischen Comic und UMD

Auf fast dreihundert virtuellen Seiten könnt ihr die Faszination der Geschichte der beiden geklonten sowie potenziell verfeindeten Brüder Solid und Liquid Snake auffrischen. Dabei hat sich Konami stellenweise richtig Mühe gegeben, der UMD eine gewisse Existenzberichtigung zu bescheren. Kleine Animationen und viele Sound-Effekte verschaffen dem Comicvergnügen einiges an Atmosphäre, gleichzeitig bleibt der Charme der alten Zeichnungen hundertprozentig erhalten.

Deren Stil orientiert sich am Artwork des Originalspieles, die Farben sind also stets dezent gewählt und Gesichter oftmals nur schemenhaft zu erkennen. Der Australier Ashley Wood hat bei der Anfertigung seiner Zeichnungen hervorragende Arbeit geleistet, zumindest passen sie perfekt zu einem Comic mit einem raubeinigen, zigarettensüchtigen Söldner als Protagonisten. Das Einzige, was uns von der Präsentation her etwas enttäuscht, ist das Fehlen jeglicher Sprachausgabe. Unserer Meinung nach hätte Kojima Productions sich damit noch mehr von der original Comicvorlage abheben können, andererseits wäre der Aufwand einer Extra-Synchronisation nur für diese UMD wohl zu hoch gewesen.

"Erinnere dich ..."

Bleibt noch ein Punkt zu klären, und der bezieht sich auf das einzige spielähnliche Element: Ihr könnt jedes Bild pausieren und in verschiedenen Zoomstufen abtasten, um Erinnerungsfragmente zu sammeln. Diese puzzelt ihr in einem eigens dafür geschaffenen Modus aneinander, wo ihr schlussendlich mehr Details der Story erfahrt. Dazu müsst ihr den Comic mehr als einmal durchblättern, weil ihr bestimmte Teile erst dann findet, wenn ihr vorher andere miteinander korrekt kombiniert habt.

Das Interessanteste an dieser Funktion: Durch die verschiedenen Zoomstufen gibt es Stellen, an denen ihr vordergründig gezeichnete Objekte durchleuchten dürft. Dies verleiht dem Comic einen Hauch von Dreidimensionalität, der logischerweise in Buchform nicht existieren könnte. Leider gibt es keinerlei Belohnung für die Sammelwütigen unter euch, denen kein einziges Fragment verborgen bleibt. Zudem ist die Steuerung alles andere als simpel, weil ihr die Stücke in einem abstrakt gehaltenen 3D-Areal zusammensteckt.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Als fanatischer Fan des Originalspieles hatte ich große Freude am Schwelgen in alten Erinnerungen. Weniger begeistert bin ich über die Erinnerungsfragmente: Das Suchen ist noch spaßig, das Zusammensetzen leidet jedoch unter einer fummeligen Bedienung.

Überblick

Pro

  • stylische Zeichnungen
  • dezente, jedoch passende Animationen
  • sehr gute Story-Adaption des ersten ´Metal Gear Solid´

Contra

  • Steuerung beim Zusammensetzen von Erinnerungen nervt
  • keine Sprachausgabe

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