Test - Metal Gear Solid 2 : Metal Gear Solid 2

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Solid Snake ist zurück und macht nun auch auf Sonys neuer Konsole terroristischen Gruppierungen und Verrätern das Leben schwer. Nach der langen Wartezeit und dem Hype um den zweiten Teil der Saga, werden Fans wohl kaum mehr ruhig schlafen können, bis sie sich in den ersten Einsatz stürzen können. Ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt waren und die Agentenhatz überzeugen kann, erfahrt ihr hier.

Metal Gear Solid 2
Das Abenteuer beginnt.

Um kaum einen anderen Titel für Sonys Konsole gab es im Vorfeld einen derart grossen Hype, schliesslich wurde es an der E3 2000 zum besten Spiel gewählt und wird seither von den Fans des Prequels heiss erwartet - denn viele User hoffen auf eines der besten Spiele für die PlayStation 2 ...

Zur Geschichte
Wir schreiben das Jahr 2010: Nach den Ereignissen auf Shadow Moses wurde die streng geheime Technologie des Metal Gear von Revolver Ocelot auf den Schwarzmarkt gebracht, so dass weltweit zahllose Varianten dieses Waffensystems entstanden sind. Klar, dass davon ein gehöriges Gefahrenpotential ausgeht, schliesslich kann das Metal Gear auch mit Atomsprengköpfen bewaffnet werden. Inmitten all dieser bedrohlichen Entwicklungen erfährt nun Solid Snake, dass die U.S. Marines einen neuen Metal Gear-Prototypen entwickelt haben, der an einen unbekannten Ort gebracht werden soll.

Dieser soll sich an Bord eines Tankers vor der Küste New Yorks befinden. Solid Snake, inzwischen Mitglied der Anti-Metal-Gear-Gruppe 'Philanthrophy', will den Dingen auf den Grund gehen und überprüfen, was an dieser Geschichte dran ist. Aber so einfach ist das Ganze nicht und nichts ist so, wie es scheint - dies könnte in etwa die Geschehnisse um dieses Geheimprojekt am besten umschreiben. Denn ganz andere Mächte haben hier anscheinend ihre Finger im Spiel ... wieso sollten sonst plötzlich bewaffnete Spezialeinheiten auftauchen und das Schiff kapern? Schliesslich gelingt es den fremden Truppen sogar Metal Gear zu stehlen und den Tanker zu zerstören, wobei Solid Snake ertrinkt - oder doch nicht? Als Spezialagent Raiden gilt es, dies herauszufinden.

Massig Zwischensequenzen
Bereits zu Beginn und nach kurzem Spielen wird deutlich, dass sehr viele und zuweilen lange Cutscences eingebunden wurden, die die Handlung vorantreiben und dem Spieler weitere Infos zur Hintergrundgeschichte geben. Daneben wird aber auch fleissig mit dem so genannten 'Codec' kommuniziert. Dieses Ding funktioniert in etwa wie ein Funkgerät, wobei unser Held und seine Mitstreiter miteinander natürlich nicht mit diesen schnöden handelsüblichen Walkie-Talkies Kontakt aufnehmen, sondern dies über Nanomaschinen tun. Das Codec steckt also in kleinster Form im Körper selbst. Je nach eingestellter Frequenz wird dann mit der entsprechenden Person eine Funkverbindung aufgebaut, wobei passenderweise auch gleich das Konterfrei des Gegenübers eingeblendet wird - schliesslich will man auch visuell mitbekommen, wen man an der Strippe hat.

Metal Gear Solid 2
Feind in Sicht.

An diesem System wäre ja eigentlich nichts einzuwenden, ermöglicht es doch eine unkomplizierte und schnelle Möglichkeit, sich mit freundlich gesinnten Helfern unterhalten zu können. Allerdings zieht sich der Funkverkehr manchmal gar arg in die Länge. Grund: Anstatt wie in anderen Spielen die Story über Videosequenzen zu erzählen, werden euch viele Details, die mit eurem Auftrag zu tun haben, über das Codec mitgeteilt. Des Weiteren sollen auch die Charaktere durch solche Gespräche Profil erhalten, was aber stellenweise etwas gar langatmig ausgefallen ist und zuweilen sogar nervt: Ganz zu Beginn fängt euer Gegenüber ständig an zu philosophieren und verwickelt euch - aus meiner Sicht - in unnötig lange Dialoge. Daneben ist es auch etwas unglaubwürdig, dass wenn sich unser Held später mitten im Kampfeinsatz befindet, er sich mit seiner Freundin immer wieder über ihre Beziehung zueinander unterhält. Gerade um Emotionen zu wecken und zu zeigen, wäre ein gezielter Einsatz kurzer Filmsequenzen sicher besser gewesen, als zwei kleine Köpfe in der Codec-Ansicht, die ihre Lippen bewegen.

Nichtsdestotrotz verleiht dieser Mix aus Gesprächen dem Spiel einen ganz besonderen Touch, der von Hideo Kojima, dem Produzenten der 'Metal Gear Solid'-Reihe, bewusst als solcher geplant war. Schliesslich sollte eine Mischung aus Videos und Comics entstehen, die die Geschichte vorantreibt. Gerade pure Action-Fans werden sich daran aber sicher stören und die vielen Dialoge und Sequenzen einfach per Druck auf den Button abbrechen - zumal diese etwa einen Drittel des gesamten Abenteuers ausmachen.

Das Waffenarsenal und andere nützliche Dinge
Natürlich wird nicht nur gequasselt, sondern auch gehörig Action geboten, wofür ein gutes Angebot an Schiesseisen für den nötigen Spass sorgt. Dieses wird im Verlauf des Abenteuers fortwährend umfangreicher: Während ihr euch zu Beginn noch mit einer simplen Betäubungspistole möglichst ungesehen auf einem Tanker den Weg bahnen müsst, dürft ihr später beispielsweise mit einer Stinger einen angreifenden Harrier vom Himmel holen oder einen fiesen Obermotz mit einem Granatwerfer beharken. Daneben darf aber auch ein Scharfschützengewehr nicht fehlen, mit dem ihr eure Gegner aus sicherer Distanz aus dem Weg räumen könnt oder gefährliche Bombenzünder zerstört.

Dazu gesellen sich aber auch andere Utensilien, die euch das Leben erleichtern sollen, denn diverse Sensoren helfen euch, die gestellten Aufgaben zu lösen: Sei es, dass ihr zum Beispiel verschiedene Bomben finden und lästige Claymore-Minen umgehen müsst oder der RP-Sensor euch sich nähernde Menschen meldet. Des Weiteren seid ihr auch auf ein Beruhigungsmittel angewiesen, das euch mit dem Scharfschützengewehr eine ruhige Hand behalten lässt, Rationen besseren euren Gesundheitszustand auf, mit dem Infrarot-Gerät könnt ihr auch im Dunkeln sehen und unter den verschiedensten Kartonkisten kann sich euer Held mehr oder weniger gut verstecken.

Metal Gear Solid 2
Agent im Einsatz.

Wer jetzt denkt, er könne sich mit einer möglichst effektiven Wumme einfach den Weg freischiessen, der muss allerdings enttäuscht werden: Zum einen wollen die durchschlagskräftigeren Waffen erst einmal gefunden werden und stehen eigentlich mehr oder weniger erst zur Verfügung, wenn sie wirklich gebraucht werden, zum anderen macht ihr durch unkontrollierten Einsatz eures Equipments nur unnötig auf euch aufmerksam. Der Schusswaffeneinsatz dient dabei hauptsächlich zur Verteidigung des eigenen Lebens oder dem Ausschalten von Wachen, die nicht oder nur schlecht umgangen werden können - schliesslich seid ihr ja in geheimer Mission unterwegs und nicht auf einem Schießstand, womit wir auch schon bei der KI eurer Gegner wären.

Agent gegen Special Forces
Eure Widersacher sind nämlich nicht strohdoof, sondern setzen euch im Verlaufe des Abenteuers gehörig zu, wenn ihr nicht aufpasst. Dabei werden die Sichtkegel eurer Feinde auf einer kleinen Minimap am oberen rechten Bildschirmrand angezeigt, so dass ihr immer sehen könnt, ob ihr entdeckt werden könnt oder nicht. Weiter gibt die Farbe an, ob die Soldaten alarmiert sind und nach euch suchen oder ob sie bloss ihre Patrouillenstrecke ablaufen. Wurdet ihr erst einmal entdeckt und ist Verstärkung auf dem Weg, verschwindet auch die Minimap, die ihr euch übrigens an einem Computerterminal an jeder neuen Location zuerst besorgen müsst.

 

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