Test - Medal of Honor: Pacific Assault : Medal of Honor: Pacific Assault

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Nachdem der 'Medal of Honor'-Reihe der Rang als bester WWII-Shooter durch 'Call of Duty' streitig gemacht wurde, will EA den Thron mit 'Pacific Assault' nun wieder zurückerobern. Größer, schöner und besser als der viel gelobte Vorgänger sollte es werden, aber letztendlich reicht es trotz diverser sehr guter Elemente doch nur zu einem Platz im oberen Mittelfeld.

Und dabei fängt alles schon so viel versprechend an: Als Soldat Tommy Conlin findet ihr euch beim Sturm auf einen von Japanern besetzten Strand wieder, wobei sich Fans des Vorgängers gleich an das legendäre Omaha Beach-Level erinnert fühlen werden. Doch Tommy fängt sich einen ein und die Realität verblasst zu einer Rückblende, bei der Tommys Ausbildung bei den Marines als Quasi-Tutorial nachempfunden wird und seine Ankunft in Pearl Harbour beschrieben wird.

Doch kaum dort angekommen, bricht die Hölle los und eure ersten Aktionen finden mitten im japanischen Angriff statt, der übrigens fulminant in Szene gesetzt wird. So hetzt ihr unter stetigem Beschuss zu eurem Schiff, schleppt in sinkenden Pötten Verwundete zum Sani und schwingt euch an die Geschütze, um den japanischen Fliegern einzuheizen. Ein klasse Auftakt für das Spiel, doch leider bleibt es im Wesentlichen bei diesem echten Höhepunkt. Denn eure nächsten Einsätze verbringt ihr zum Großteil in unübersichtlichen und schier endlosen Dschungel-Levels im Makin-Atoll und Guadalcanal und dürft euch später sogar an den Steuerknüppel eines Flugzeugs wagen.

Auf in den Kampf

EALA hat sich offenbar die Kritik am Vorgänger zu Herzen genommen und versucht nun, mehr Atmosphäre im Hinblick auf die Mitsoldaten zu erzeugen und die Kameraden in verschiedenen Zwischensequenzen zu charakterisieren. Das funktioniert allerdings nur ansatzweise, denn die Teammitglieder bleiben unterm Strich doch recht farblos. Besagte Zwischensequenzen bilden aber dennoch einen netten Farbtupfer im grauen Kriegsalltag. Warum nicht endlich mal eine gute Story im Sinne von 'Saving Private Ryan' generiert wurde, bleibt eine offene Frage. Ebenfalls sehr schade ist, dass die Ereignisse nur geringfügig historisch dokumentiert werden, hier hätte sich ein bisschen Informationsmaterial angeboten und die zuschaltbaren Popups mit Infohäppchen nerven mehr, als dass sie nutzen. So gestalten sich die Japaner in typisch amerikanischer Schwarz-Weiß-Perspektive als die Bösen, die reihenweise niedergemacht werden müssen. Warum es zum Angriff auf Pearl Harbour kam, erfahren wir hier nicht.

In den rund 25 Levelabschnitten geht es munter zur Sache. Mit einer Handvoll Kameraden kämpft ihr euch durch die verschiedenen Kriegsschauplätze, wobei ihr eure Missionsbefehle direkt im Spiel von eurem Vorgesetzten bekommt. Eine Teamsteuerung für eure Kameraden wurde ebenfalls integriert, die jedoch nur aus vier Befehlen besteht - Angriff, Rückzug, Sammeln und Sperrfeuer. Besagte Befehle entpuppen sich im Spiel als weitgehend überflüssig, denn eure Kameraden gehen dank guter KI auch so sehr gut und geschickt zu Werke. Für viel Atmosphäre sorgen im Team gebrüllte Warnungen und Befehle, die durchaus hörenswert sind und den einen oder anderen Tipp geben, wo sich noch ein Gegner versteckt halten könnte.

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