Test - MechAssault 2: Lone Wolf : Spiel der Woche 04/05

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Dieses 'Mech-Klau'-Feature macht richtig Spaß und auch sonst ist den Entwicklern das Missionsdesign gut gelungen. Dank der abwechslungsreichen Aufgabenstellung kommt nicht so schnell Langeweile auf. Dabei sind die Levels nicht zu groß und zu komplex ausgefallen, so dass auch unerfahrene Spieler nicht frustriert werden. Ebenfalls gelungen sind die vier Schwierigkeitsgrade, so dass jeder User die passende Herausforderung finden dürfte. Damit das Spielgeschehen aber nicht zu einfach ausfällt, ist die Baller-Action mit einigen Taktik-Elementen angereichert. Jeder Gegner ist mit einer Waffe besonders gut verletzbar und ihr müsst stets entscheiden, ob ihr auf Distanz bleibt oder den Feind aus der Nähe besiegt. Ebenfalls strategisch wichtig ist es, den richtigen Moment zu wählen, wann man ein Extra-Item einsammelt. Gerade in Schlachten mit mehreren Gegnern ist ein taktisches Vorgehen zentral, wenn ihr gewinnen wollt. Etwas hakelig sind allerdings die wenigen Stealth-Einsätze zu Fuß ausgefallen, die noch etwas mehr Feinschliff hätten vertragen können. Größter Kritikpunkt der Einzelspieler-Kampagne ist aber der karge Umfang: Geübte Spieler haben die Missionen schon nach etwa sieben bis acht Stunden hinter sich gebracht, und die Motivation, den Einsatz weitere Male durchzuspielen, dürfte eher gering sein.

Multiplayer-Mania

Ganz anders sieht es im Multiplayer-Bereich aus, der ziemlich umfangreich ausgefallen ist. Schon der Vorgänger hatte hier einiges zu bieten, schließlich war 'MechAssault' der erste verfügbare Xbox Live-Titel. Satte zehn Spielvarianten stehen zur Verfügung, hinter den blumigen Namen stecken meist typische Modi wie 'Deathmatch', 'Team-Deathmatch', 'Capture the Flag', 'King of the Hill' oder 'Last Man Standing'. Natürlich dürfen zwei Spieler auch im Splitscreen antreten, so richtig Spaß kommt aber erst online oder im System Link mit bis zu zwölf User auf. Witzig ist bereits die Matchvorbereitung ausgefallen, in der die Spieler sich mittels Figuren-Alter-Ego in einer Lobby treffen, miteinander chatten und Begrüßungs-Bewegungen ausführen können. Auch in den Matches steht dann meist Teamplay an erster Stelle, denn erst durch das taktische Zusammenwirken der verschiedenen Mechs, Panzer, Abwehrstellungen und den wichtigen Nachschub-Helikoptern stehen die Chancen für einen Sieg gut. Überhaupt ist der Einsteig etwas schwierig ausgefallen und als Neuling muss man gegen erfahrene Spieler diverse Niederlagen einstecken, bis man mal selber die Tricks und Kniffe verinnerlicht hat. Ein interessantes Spielemenent stellen online auch die neuen Kampfanzüge dar, mit denen ihr einen gegnerischen Mech in die Knie zwingen und die Maschine klauen könnt – wilde Flüche und Rache-Aktionen sind da garantiert. Noch anspruchsvoller ist der Eroberungsmodus ausgefallen. In dieser Online-Spielvariante schließt ihr euch einem von fünf großen Clans an und nehmt an langwierigen Eroberungszügen um Planeten teil. Wer also reichlich Online-Action mit einer Prise Taktik sucht, ist bei 'MechAssault 2: Lone Wolf' genau richtig.

Technisch hinterlässt der zweite Teil der 'MechAssault'-Reihe einen zwiespältigen Eindruck. Wie schon der Vorgänger überzeugt der Titel genau dann, wenn auf dem Bildschirm an allen Ecken und Enden gefeuert wird, geschlagene feindliche Mechs spektakulär explodieren und ganze Hochhäuser pompös einstürzen. Die exzellenten Partikel-, Verzerr-, Explosions-, Schutt- und Lichteffekte muss man einfach gesehen haben. Auch die verschiedenen Mechs, Panzer und sonstigen Maschinen sind sehr hübsch gestaltet. Außerdem ist es beeindruckend, wenn man zu Fuß an einem riesigen Mech vorbeiläuft und rund um einen herum die Gebäude einstürzen. Weniger überzeugt dagegen die Umgebungsdarstellung. Den meisten Levels fehlt es an Details, es gibt nur wenige zerstörbare Bauten und die Bodentexturen sind ziemlich abwechslungsarm ausgefallen. Darüber hinaus gerät die Action ab und zu ins Stocken und die Weitsicht ist eingeschränkt. Dass es auch anders geht, zeigen nur einige wenige Missionen. Noch karger und optisch eingeschränkter sind leider die Mehrspieler-Areale ausgefallen.

Eine ähnliche Situation beim Sound: Während die kernige Soundkulisse vor allem mit einer Surround-Anlage keine Wünsche offen lässt, kann auch der stimmige Soundtrack inklusive Songs von Korn und Papa Roach überzeugen. Dagegen fällt die Qualität der deutschen Synchronisation leider stark ab. Die Leistungen der Sprecher schwanken zwischen mittelmäßig und grausig. Speziell die Domina-Stimme der Kommandantin geht einem schon nach kurzer Zeit gehörig auf die Nerven.

Fazit

von David Stöckli
Kernige Baller-Action, brachiale Robot-Duelle und eine spektakulär in die Brüche gehende Umgebung – das sind die Zutaten, die bereits 'MechAssault' zu einem sehr guten Spiel machten und das gilt auch für den Nachfolger. Dank einer Prise Taktik und abwechslungsreichen Missionen bietet 'MechAssault 2: Lone Wolf' sogar noch etwas mehr Tiefgang. Leider währt die ansonsten gelungene Einzelspieler-Kampagne nicht lange – schon nach wenigen Stunden sehen erfahrene Spieler den Abspann. Für Abhilfe sorgt da immerhin der anspruchsvolle und packende Mehrspieler-Modus. Für eine höhere Wertung fehlt es dem Taktik-Titel aber auch etwas an Feinschliff. Die Umgebungsoptik wäre zum Beispiel sicher noch detailreicher realisierbar gewesen und auch sonst läuft nicht immer alles rund. Trotzdem: Wer auf der Suche nach einem fetten Action-Spiel ist und auch Online-Duellen nicht abgeneigt ist, kann bedenkenlos zugreifen.

Überblick

Pro

  • gelungene Mech-Action mit einer Prise Taktik
  • umfangreicher Mehrspieler-Modus
  • sehenswerte Spezialeffekte
  • abwechslungsreiche Missionen

Contra

  • kurze Einzelspieler-Kampagne
  • mäßige Umgebungsgrafik
  • schwache Synchronisation
  • kleinere Kollisionsmängel

Wertung

  • Xbox
    84
    %

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