Preview - Mario + Rabbids: Kingdom Battle : Das interessanteste Mario-Spiel kommt dieses Jahr nicht von Nintendo

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Als Mario + Rabbids auf der E3 vorgestellt wurde, war das einer der emotionalsten Momente der Messe dank der Tränen des kreativen Kopfes hinter dem Spiel, Davide Soliani. Ubisoft lud mich vor Kurzem nach Paris ein, wo ich knapp drei Stunden mit dem Spiel verbringen durfte, das viele Elemente der XCOM-Serie beinhaltet. Neben dem Singleplayer- durfte ich auch den Koop-Modus anspielen. Macht Ubisoft alles richtig mit diesem Crossover?

Als zum ersten Mal durchgesickert ist, dass Ubisoft an einem Mario-und-Rabbids-Crossover-Spiel arbeitet, war das Geschrei in vielen Foren groß. Das passe ja gar nicht und die Rabbids seien sowieso doof. Nun, das Internet flennt ja ohnehin bei jedem Furz rum, deswegen kann man solch Vorabkritik auch nicht immer ganz ernst nehmen. Dennoch ging genau diese erste Kritik den Entwicklern ganz schön ans Herz und war ziemlich demoralisierend, wie mir der kreative Kopf hinter dem Spiel, Davide Soliani, im Interview gestand. Zum Glück fiel das Feedback nach der E3-Präsentation ganz anders aus und das Team sah sich in seiner Vision bestätigt.

In Paris durfte ich knapp drei Stunden mit Mario und den Rabbis verbringen. Warum aber die beiden Universen nun miteinander vermischt sind, wollten die Entwickler noch nicht verraten. Ich bekam weder ein einleitendes Intro zu sehen, das erklärt, was hier passiert ist, noch wollten die Entwickler meine Frage zur Story beantworten. Aufgrund diverser Schnipsel denke ich, dass ich dennoch einen groben Überblick über die Geschichte erhaschen konnte.

Es geht wohl um einen Rabbid namens Spawny, der mithilfe einer komischen Computerbrille Gegenstände verbinden und als Rabbids zum Leben erwecken kann. Bowser Jr. will diese Fähigkeit für seine eigenen Ziele missbrauchen und schon wird das Königreich der Prinzessin von jeder Menge böser Rabbids überrannt. Zumindest legen das meine Vermutungen nahe.

Trotz Mario und Rabbids kein Kinderspiel

Es ist nicht weit hergeholt, Mario + Rabbids mit XCOM zu vergleichen. Der Teufel steckt aber im Detail. Beim Anspielen wurde mir schnell bewusst, dass sich Mario + Rabbids doch sehr anders spielt und recht eigenständig ist. Wer zum Beispiel dachte, das Spiel wäre aufgrund der knuddeligen Lizenzen eher was für Kinder und wenig herausfordernd, der liegt komplett daneben. Mario + Rabbids ist teils ganz schön schwer.

Grundsätzlich ist man mit einem Team aus drei Figuren unterwegs. Wer im Team ist, dürft ihr selbst entscheiden, zumindest wenn ihr die jeweiligen Figuren bereits freigespielt habt. Anfänglich könnt ihr nämlich nur auf drei der acht Figuren zugreifen. Diese haben jeweils unterschiedliche Fähigkeiten und Skilltrees, die man entwickeln kann. Aber auch hier gilt: Am Anfang hat man noch keinen Zugriff darauf. Zu Beginn geht es erst Mal darum, die zwei Grundaktionen kennenzulernen: die Bewegung der Figuren rund ums Feld und erste Angriffe. Später kommt noch eine dritte Aktion dazu, die ihr pro Figur in jeder Runde ausführen dürft: die Spezialfähigkeit.

Während sich diese ersten Schritte noch nicht sonderlich von der Konkurrenz unterscheiden, werden bald erste Eigenheiten sichtbar. Mario + Rabbids setzt sehr stark auf das Zusammenspiel der einzelnen Figuren. Ziemlich am Anfang lernt man zum Beispiel, dass man einen Teamkollegen als Sprungbrett nutzen kann, um seinen Bewegungsradius nahezu zu verdoppeln. Luigi hat zudem die Möglichkeit, eine zusätzliche Sprungattacke auszuführen, wenn er in die Luft katapultiert wurde. Und je nachdem wie man seine Figuren entwickelt, können auch mehrere Aktionen miteinander kombiniert werden, noch bevor man überhaupt zum eigentlich Angriff kommt.

Nur im Team ist man stark

Dieses Zusammenspiel der Figuren wird nach und nach immer komplexer und wird mehr und mehr gefordert. Das wurde mir klar, als ich ins kalte Wasser von Welt 3 geworfen wurde. Hier reicht es nicht mehr, lediglich Grundtaktiken einzusetzen. Die Wahl der Figuren, die Entwicklung der aktiven und passiven Fähigkeiten im Skilltree und welche Waffe man mit auf den Weg nimmt, will gut überlegt und aufeinander abgestimmt sein. Natürlich ist es auch später noch möglich, Level zu schaffen, ohne dass man zum Beispiel Peach, die als Heiler fungiert, dabeihat, aber man hat es dann ein ganzes Stück schwerer.

Die Gegner ändern sich im Laufe des Spiels. Sind sie anfänglich noch relativ simpel, kommen später immer größere Klopper, die ihre eigene Taktik verfolgen. So gibt es zum Beispiel Gegnertypen, die mit einem großen Schild ausgestattet sind und nur verletzt werden können, wenn man sie von der Seite oder von hinten angreift. Neben den bösen Rabbids spielt aber auch das Schlachtfeld eine wichtige Rolle. Ohne Deckung ist man sehr verletzlich. Deckung ist aber nicht gleich Deckung. Es gibt Mauern, die nach ein paar Treffern kaputtgehen, Mauern, die unzerstörbar sind, und Spezialobjekte, die man zu seinem Vorteil nutzen kann, auf dem Spielfeld. Außerdem natürlich noch die berühmten Röhren, durch die man schneller zu anderen Abschnitten kommt.

Es ist dieses Zusammenspiel aus eigenen Figuren und deren Fähigkeiten, verschiedenen Waffen, vorhandenen Feinden und dem Schlachtfeld und wie dieses ausgelegt ist, das für eine ordentliche Portion Taktik sorgt, die alles andere als simpel ist. Wem das Spiel zu schwer ist, der kann vor jeder Arena in einen Easy-Modus schalten. Dann habt ihr etwas mehr Energie und die Gegner stecken nicht so viel ein.

Neben den Kampfarenen gibt es aber auch den Erkundungsaspekt. Die Welt von Mario + Rabbids: Kingdom Battle lädt nämlich durchaus zum Erforschen ein. Zwar ist sie recht linear, birgt aber dennoch einige Geheimnisse in Form von Schatztruhen. Immer wieder gibt es kleinere Rätsel, die erst gelöst werden wollen, um den Weg freizumachen, sowie kleine Bonuslevel, in denen es darum geht, blaue Münzen innerhalb eines Zeitlimits zu sammeln.

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Gemeinsam noch mehr Spaß

Zum ersten Mal durfte ich auch den Koop-Modus anspielen. Zu zweit an einer Konsole tritt man dann kooperativ an. Jeder Spieler übernimmt ein Team aus zwei Figuren. Auch hier ist es extrem wichtig, dass man sich abspricht. Die Steuerung wurde angepasst, damit sich alles über ein Joycon steuern lässt. Da das Spiel ohnehin ein ruhigerer Titel ist, ist das überhaupt kein Problem.

In den Missionen, die ich mit meinem ehemaligen Giga-Kollegen Carsten Konze anspielte, ging es darum, eine bestimmte Anzahl an Rabbids zu erledigen. Was anfangs recht leicht ist, wird schnell eine ganze Portion herausfordernder, da immer mehr Rabbids nachkommen. Beseitigt ihr also nicht möglichst schnell und effizient die ersten Feinde, werdet ihr bald einer kleinen Armee gegenüberstehen. In einem rundenbasierten Taktikspiel kann das ganz schön gefährlich werden, wenn eure Figuren einfach überrannt werden.

Auch hier gilt wieder: Zusammenspiel ist der Schlüssel zum Erfolg. Man muss die Fähigkeiten seiner Figuren nutzen und kombinieren, um erfolgreich zu sein. Gerade bei einem Spiel, das man gemeinsam auf der Couch spielt, macht natürlich die Absprache besonders viel Spaß, weil man direkt mit seinem Mitspieler kommuniziert und Strategien bespricht. Einen Online-Modus soll es aber wohl erst mal nicht geben. Vielleicht ist das auch besser so angesichts des missglückten Voice-Chat-Systems der Switch.

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