Test - Majesty 2: The Fantasy Kingdom Sim : Mehr Helden, mehr Selbstironie

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Mit Majesty: The Fantasy Kingdom Sim brachten die Cyberlore Studios ein Spiel auf den Markt, welches ein bisher noch kaum genutztes, indirektes Steuerungskonzept bot. Trotz eines Add-ons und wachsender Fangemeinde blieb der finanzielle Erfolg aus und Cyberlore wurde geschlossen. Heute, knapp neun Jahre später, servieren die Schweden von Paradox Interactive die offizielle Fortsetzung mit besserer Grafik, mehr Helden, mehr Selbstironie - aber auch mit mehr Spielspaß?

Das hat sich der gute König von Ardania sicherlich anders vorgestellt: Um sich seinen Platz in der Ruhmeshalle seiner Vorfahren zu sichern, ließ er sich einen Dämon beschwören. Ewigen Ruhm sollte dies bringen, aber wer konnte schon ahnen, dass sich das Monster als echter Teufelskerl herausstellt? Zuerst erledigte er den König, dann bestieg er den Thron und zuletzt kümmerte er sich um den Rest der Königsfamilie. Den ganzen Rest? Nein! In einem kleinen Bauerndorf sitzt das letzte blaublütige Familienmitglied, auf dem jetzt die ehrenvolle Aufgabe lastet, Ardania zu befreien. Doch bevor ihr es mit dem Dämon aufnehmen dürft, müsst ihr euch erst um kleinere Probleme kümmern: Drachen, Ratten, Oger, Untote, Ratten - haben wir die Ratten schon erwähnt?

Geld regiert die Welt

Der Anfang der 15 Missionen umfassenden Einzelspielerkampagne gestaltet sich relativ unspektakulär: Euer Palast steht irgendwo in der Pampa, umzingelt von Monsterbehausungen. Ein paar Klicks später und eure eifrigen Bauern ziehen automatisch die ersten Gebäude, wie beispielsweise Gilden, Schmieden und Wachtürme, für euch hoch. Für eine effektive Verteidigung kommt ihr jedoch nicht umhin, richtige Helden anzuheuern, die sich alsbald daran machen ... gar nichts zu tun.

Richtig gehört, ein wahrer Held setzt sich natürlich nur im Rahmen einer Quest in Bewegung, die mithilfe von vier Flaggen eingeläutet wird: Mit der Angriffsflagge befehlt ihr euren Helden, etwas zu töten beziehungsweise eine Behausung zu zerstören. Die Erkundungsflagge lässt eure Recken ausschwärmen, während die Angstflagge einen Kartenabschnitt zum Sperrgebiet erklärt. Abgerundet wird das Flaggenquartett von der selbsterklärenden Verteidigungsflagge.

Majesty 2: The Fantasy Kingdom Sim - Gameplay Trailer
Wer sich für Majesty 2 interessiert, der kann anhand dieses neuen Videoclips weitere Gameplay-Eindrücke erlangen.

Die Wimpel allein setzen allerdings noch keinen Helden in Bewegung, die damit verbundene Goldbelohnung dagegen schon. Aber Obacht: Erfüllte Aufgaben und getötete Monster lassen nicht nur die Erfahrungsstufe eurer Helden steigen, sondern auch deren Gehaltsforderungen. Je erfahrener die Helden, umso höher muss ihre Vergütung ausfallen. Auch die Klasse hat eine Auswirkung: Ein Waldhüter erforscht für euch liebend gern die Landschaft, ein Krieger zerdeppert gerne Sachen und ein Schurke macht grundsätzlich alles, was Geld verspricht. Wollt ihr aber eine der erst später verfügbaren Prestigeklassen wie Paladin oder Nekromant mobilisieren, müsst ihr sehr tief in die Tasche greifen.

Glücklicherweise sorgen kleine, dickliche Männlein für eine stets gefüllte Staatskasse: die Steuereintreiber. Täglich klappern sie all eure Behausungen ab und sorgen dafür, dass eurer Staatskasse nicht das Geld ausgeht. Besonders lukrativ gestalten sich hierbei natürlich Wirtschaftsgebäude wie Marktplätze und Schmieden - vor allem dann, wenn vorher ein Held sein Gold in neue Ausrüstung und Heiltränke investiert hat.

Von Drachen, Magiern und Ratten

Die Missionen erscheinen auf den ersten Blick äußerst vielfältig: Einmal muss ein wütender Drache getötet werden, dann soll man von einem rebellischen Magier Steuern eintreiben und ein größenwahnsinniger Rattenkönig steht auch auf eurer Abschussliste. Kein leichtes Spiel, denn eure Startposition wird konstant von Monstern heimgesucht, deren Behausungen erst gefunden und zerstört werden müssen. Hier ist gutes Helden- und Geldmanagement erforderlich, was gerade Einsteiger etwas überfordern dürfte.

Doch nicht nur die Gegner machen euch das Leben schwer, auch das Verhalten eurer Helden ist manchmal grenzdebil: Da sitzen die Haudegen in ihrer Gilde und trinken Tee, obwohl das Gebäude unter Belagerung steht. Oder ein Held greift eine Behausung an, ignoriert dabei aber alle umstehenden Gegner, die ihm fortan in den Rücken fallen. Machen könnt ihr dagegen nicht viel - außer mit neuen Flaggen andere Prioritäten zu setzen. Immerhin lässt sich nach vorheriger Forschung mit ein paar Zaubersprüchen das Geschehen beeinflussen, genügend Gold vorausgesetzt.

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