Test - Mafia : Mafia

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Mafia
Kurze Pause auf der Hebebrücke.

Sollte eine Verfolgungsjagd oder ein Feuergefecht dann doch mal in die Hose gehen, könnt ihr natürlich auf Spielstände zurückgreifen. Dabei könnt ihr allerdings nicht selbst abspeichern, statt dessen wird nach jedem größeren Missionsabschnitt automatisch gespeichert. Klingt nach einem Nachteil, ist es aber nicht, denn die Speicherpunkte sind zum einen zahlreich, zum anderen gut gewählt. Zudem erhöht das auch den insgesamt moderaten Schwierigkeitsgrad. Insgesamt ist das Spiel ohnehin dermaßen motivierend, dass es kaum ins Gewicht fällt, mal eben eine Viertelstunde wiederholen zu müssen. Im übrigen bietet euch diese Art der Spielstandspeicherung die Möglichkeit, jederzeit jede beliebige Mission eben mal einzeln spielen zu können.

Freeride-Modus für Unersättliche
Habt ihr euch erst mal durch die Hauptstory des Spieles gekämpft, ist keinesfalls schon Schluss mit dem Vergnügen. Zwar hat es leider nicht mehr für einen Multiplayer-Modus gereicht, dafür stehen euch aber noch zwei Freeride-Modi zur Verfügung, von denen einer erst nach dem kompletten Durchspielen der Story freigeschaltet wird, während im anderen Modus während des normalen Spiels einzelne Optionen freigeschaltet werden. Im ersten Freeride-Modus könnt ihr in einem Wagen eurer Wahl in unterschiedlich großen Stadtabschnitten bei Tag oder Nacht einfach nach Lust und Laune durch die Stadt fahren, euch Verfolgungsjagden oder Schießereien mit Gangstern und Polizisten leisten oder einfach nur Autos klauen. Im zweiten Freeride-Modus müsst ihr insgesamt 20 gleich aussehende Charaktere in der Stadt finden. Selbige geben euch verschiedene zum Teil recht bizarre Aufgaben, für deren Lösung als Belohnung Bonusautos freigeschaltet werden.

Mafia
Verräucherte Bars dürfen nicht fehlen.

Perfekte Umsetzung
Die technische Umsetzung des Spieles ist mehr als nur gelungen. Die eigens entwickelte Engine von Illusion Softworks ist in der Lage, die gesamte Stadt ohne Ladezeiten umzusetzen. Lediglich zwischen den Missionen gibt es kurze Lade- und Speicherzeiten. Grafisch fällt zum einen die Detailverliebtheit bei den Gebäuden und Fahrzeugen auf. Letztere glänzen mit schicken Lackeffekten, aber auch Kleinigkeiten wie Auspuffrauch und Bremsspuren auf der Straße sind dabei. Die Gebäude wirken glaubwürdig und realistisch, nur selten sind die Texturen zu Gunsten der Performance etwas verwaschen. Die gute Umsetzung der Stadt sorgt dafür, dass man immer wieder versucht ist, einfach nur drauflos zu fahren und die Gegend zu erkunden oder besonders schöne Stadtviertel zu bestaunen. Ein absolutes Highlight ist die Darstellung der Charaktere, selten sah man so schön modellierte und animierte Gesichter in einem 3D-Spiel, was viel zur Glaubwürdigkeit der Charaktere beiträgt.

Mafia
Auch nachts ist was los in Lost Heaven.

Die Leistungsfähigkeit der LS3D-Engine schlägt sich auch bei der Performance nieder, auch wenn die Systemanforderungen nicht unbedingt niedrig zu nennen sind. Auf dem Testrechner lief das Spiel bis auf eine Szene bei maximalen Details und einer Auflösung von 1024x768 absolut flüssig, auf einem 900er-Prozessor mit GeForce 2-Grafikkarte gab es bei mittleren Details auch nichts zu bemängeln, zumal das Spiel selbst auf niedrigster Detailstufe noch ansehnlich ist. Einziges Manko ist das gelegentliche Aufpoppen von Hochhäusern innerhalb der Stadt am Horizont sowie einige wenige Clippingfehler. Auch die Stabilität ließ im Test keine Wünsche offen, nur ein- oder zweimal kam es vor, dass ein Spielstand nicht sauber geladen wurde und nur ein schwarzer Bildschirm zu sehen war.

Ein weiteres Highlight sind die kinoreifen Zwischensequenzen des Spieles, in denen auch viele Dialoge sowie die Missionsbriefings stattfinden, unabhängig davon, dass ihr im Rahmen der Interaktionsmöglichkeiten auch im Spiel selbst viel mit den Charakteren kommunizieren könnt. Die deutsche Sprachausgabe kann dabei voll überzeugen, dank professioneller Synchronsprecher gibt es hier keine Peinlichkeiten zu vermelden, im Gegenteil: Die Lokalisierung gehört wohl mit zu den besten seit langem. Untermalt von einem dramatischen Soundtrack oder auch zeitgemäßer Swing-Musik bleiben auch hier keine Wünsche offen.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Illusion Softworks hat die hohen Erwartungen locker erfüllt, ja sogar noch übertroffen und damit den US-Entwicklern gezeigt, wo der Hammer hängt. 'Mafia' ist von der ersten bis zur letzten Minute eines der besten Spiele, die ich je gesehen habe und übertrifft trotz geringerer Bewegungsfreiheit in den Missionen noch den Konkurrenten 'GTA III'. Die filmreife und nicht zuletzt dank der ausgefeilten Charaktere glaubwürdige Story wird spielerisch nahezu perfekt und mit dem nötigen Maß an Realismus umgesetzt. Action- und Rennsequenzen ergänzen sich so gut mit den spannenden Wendungen der Story und den abwechslungsreichen Aufgaben, dass zu keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Auch die technische Umsetzung ist ohne Fehl und Tadel, dank der lebendigen Stadt, dem Detailgrad der Charaktere und nicht zuletzt den wunderschönen Autos der 30er Jahre mit ihrem klasse Fahrmodell. Großes Lob auch an die deutsche Lokalisierung, die dank professioneller Sprecher voll überzeugen kann. Einziger Wermutstropfen ist der fehlende Multiplayer-Modus, aber bei DEM Singleplayer-Spaß kann ich da locker drauf verzichten. Trotz aller Bedenken hinsichtlich der Thematik ein absoluter Pflichttitel für jeden PC-Spieler!  

Wertung

  • PC
    93
    %

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