Special - Goodbye, LucasArts : Disney leistet Sterbehilfe

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    LucasArts. Ein Name, der sicherlich so ziemlich jedem Videospieler ein Begriff ist. Vor allem die 80er und 90er Jahre wurden von diesem Studio geprägt, wie von kaum einem anderen. Monkey Island, Indiana Jones, Day of the Tentacle und natürlich die immens vielen Star-Wars-Titel machten LucasArts zu einer Legende. Doch bei aller Wehmut und wohliger Erinnerung muss man auch akzeptieren, dass Disneys Schritt im Grunde logisch ist. Sterbehilfe für einen schon seit langem Todkranken.

    Natürlich erinnern wir uns. An die frühen 80er, als die frisch gegründete Videospiele-Abteilung von George Lucas Filmimperium uns mit Titeln wie Ballblazer auf den alten Heimcomputer-Systemen faszinierte. Oder an die Blütezeit des Unternehmens zwischen 1987 und 2000, als die besagten Adventure-Reihen uns vor den Bildschirm fesselten. Als wir in X-Wing oder Rebel Assault durch das Weltall rasten. Uns in Full Throttle aufs Motorrad schwangen oder in Grim Fandango die Welt der Toten besuchten. Doch die Realität von LucasArts in den letzten Jahren hatte kaum noch etwas mit den großen Zeiten zu tun, auf die wir so gern verklärt zurückblicken.

    Denn schon Anfang des neuen Jahrtausends wich die Qualität der Star-Wars-Massenausschlachtung, in der das Unternehmen kaum noch eigenes produzierte und die wenigen hochwertigen Titel von anderen Studios entwickelt wurden. Schon 2004 unter Jim Ward wurden große Teile des Studios geschlossen und etliche Entwickler auf die Straße gesetzt, um das Unternehmen zu konsolidieren. Schon damals wurden kaum noch eigene Projekte entwickelt, sondern viele externe Studios verpflichtet, um die LucasArts-Lizenzen zu pflegen oder neue Marken zu etablieren. Und die waren nicht immer glücklich über die Zusammenarbeit.

    Dass sich nach dem Abgang von Jim Ward die Chefs die Klinke in die Hand gaben, tat dem Unternehmen sicherlich ebenfalls nicht gut. Von 2008 an waren stetige Führungswechsel angesagt. Immer wieder begleitet von Umstrukturierungen, Entlassungen und spürbarer Konzeptlosigkeit. Es ist schon bezeichnend, dass ausgerechnet die Neuauflagen der Monkey-Island-Reihe die einzigen wirklich erfolgreichen Titel waren in dem Zeitraum und ansonsten im eigenen Hause kaum etwas Verwertbares geschaffen wurde. Schon zu der Zeit lebte LucasArts fast nur noch vom Publishing diverser Third-Party-Titel wie der Lego-Star-Wars-Reihe.

    Zuletzt keimte wieder Hoffnung auf, denn das 2011 angekündigte Star Wars 1313 hinterließ gute Eindrücke, trotz aller Befürchtungen, dass es sich um einen 0815-Action-Titel handeln könnte. Und auch weitere neue Projekte waren in Arbeit. Im Oktober 2012 kam dann die Übernahme von Lucasfilm durch Disney und damit auch die der Tochterunternehmen, darunter LucasArts. Schon bald jedoch gab es erste Gerüchte, dass Disney sich voll auf den neuen Star-Wars-Film konzentrieren wolle und andere Projekte schleifen ließ.

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    Zu Star Wars 1313 wurde nun eine erweiterte Fassung eines auf der E3 veröffentlichten Gameplay-Clips verfügbar gemacht.

    Am 3. April wurde nun bestätigt, dass LucasArts künftig nicht mehr als Entwickler fungiert, sondern nur noch als Lizenzgeber für Third-Party-Projekte fungieren wird. Schlecht für die rund 150 Angestellten des Studios, aber insgesamt wohl ein logischer und wirtschaftlich nachvollziehbarer Schritt.

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