Preview - Lost Sphear & Secret of Mana : Square Enix' kommende Japan-RPGs im Check

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Das von manchem totgesagte Genre des Japan-Rollenspiels lebt. Hersteller Square Enix lud nach Hamburg, um seine neuesten Kreationen in spielbarer Form zu präsentieren. Lost Sphear und Secret of Mana beweisen, dass protzige Highend-Optik und komplizierte Spielmechaniken nicht immer nötig sind.

Das zur E3 2017 angekündigte Lost Sphear ist der geistige Nachfolger des Erfolgs-RPGs I Am Setsuna. Ganz ähnlich spielt es sich: Auch hier zieht ihr mit einem Heldentrupp los, um die Welt zu retten. Auch hier erwarten euch klassische Elemente wie Dungeons, Oberwelt und verschlafene Dörfchen. In einer dieser Ansiedlungen beginnt das Abenteuer. Der junge Held Kanata findet sich in einem Landidyll samt redseligen Bewohnern, putzigen Häuschen und versteckten Kisten wieder.

Klare Sache: Wir befinden uns in einem klassischen Rollenspiel, das direkt der 16-Bit-Ära entsprungen sein könnte – sieht man von der ein wenig moderneren Polygonoptik ab. Besäße Lost Sphear eine Pixelkulisse, hätte das RPG auch dem Mega Drive oder dem Super Nintendo gut zu Gesicht gestanden. Dahinter steckt System: Das 2014 gegründete Studio Tokyo RPG Factory widmet sich speziell diesem Nischengenre. Mit Erfolg, wie bereits das Erstlingswerk I Am Setsuna bewiesen hat.

Der Vorgänger

Bereits 2016 erfreuten die Entwickler Retrofans mit dem klassischen JRPG I Am Setsuna. Das Spiel fängt die alte Schule des Rollenspiels passend ein. Szenario, Kampfsystem und Erzählweise wirken wie eine Hommage an Kulthits wie Chrono Trigger oder frühe Final-Fantasy-Teile.

Story und Spielwelt sind zwar brandneu, wirken jedoch genretypisch vertraut, denn die beschaulichen Ländereien sind akut gefährdet. Eine unbekannte Macht sorgt dafür, dass ganze Landstriche in gleißendem Weiß verschwinden. Das „Lost“ benannte Phänomen breitet sich immer weiter aus. Ergo ist ein Held gefragt, der dem bösen Treiben ein Ende bereitet. Hauptdarsteller Kanata ist der Auserwählte, der die befallenen Regionen aus gesammelten Erinnerungen wieder aufleben lässt.

Nicht nur das: Er kann sogar bestimmen, was auf den leblosen Arealen gebaut wird. Jedes neu errichtete Gebäude hat Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. Errichtet ihr zum Beispiel den Mystic-Eye-Leuchtturm, wird fortan eine Minikarte zur einfacheren Navigation eingeblendet. Konstruiert ihr den Yggdrasil-Baum, werden alle physischen Angriffe verstärkt. Einige Effekte wirken sich weltweit aus, andere nur lokal.

Mehr taktische Finesse

Neben dieser Innovation gibt sich Lost Sphear klassisch. Ein Heldenquartett erkundet die übergreifende Oberwelt und dessen Örtlichkeiten. Spätestens in den Dungeons sind die Fähigkeiten aller Mitglieder gefragt. Überall herumlungernde Gegner fordern euch zum Kampf heraus. Kämpfe werden nahtlos ins Spielgeschehen integriert und erlauben weitaus mehr Freiheiten als bei I Am Setsuna. Die grundsätzliche Mechanik bleibt gleich und ist auch aus anderen Rollenspielen bekannt.

Das sogenannte ATB-System

Genau wie in I Am Setsuna basiert der Kampf in Lost Sphear auf dem taktischen ATB-System (kurz für „Active Time Battle“). Es legt mittels Wartebalken genau fest, welcher Recke als Nächstes dran ist. Ursprünglich stammt das System aus Final Fantasy IV, wurde aber von weiteren RPGs kopiert. Schließlich erlaubt es koordinierte Attacken und mehr Taktik.

In Lost Sphear dürfen sich die Kämpfer frei in der Arena bewegen, sobald sie dran sind. Auf diese Weise attackieren Schwertkämpfer den Feind direkt, während sich Schützen zurückhalten. Mit entsprechenden Geschossen und der richtigen Position trefft ihr mehrere Gegner auf einmal. Mit einem Tastendruck zur richtigen Zeit lassen sich die Manöver außerdem boosten. Nicht zuletzt dürft ihr auch Angriffe mehrerer Helden kombinieren.

Lost Sphear - Characters & World Trailer
Der neue Trailer zum kommenden Lost Sphear fokussiert sich auf die Charaktere und die Spielwelt des Titels.

Dicke Kampfanzüge

Nichts Neues: Jedes Teammitglied verfügt im Kampf über übliche Fertigkeiten von Feuer- und Eis-Angriffen bis zu Heilungszaubern. Allerdings schlüpfen die Kameraden jederzeit auch in ihre Mech-Anzüge, die sogenannten Vulcosuits. Damit stehen mächtigere Elementarattacken zur Verfügung, zudem schützen die Anzüge weitaus besser vor feindlichen Attacken. Allerdings seid ihr damit nicht so agil wie mit handelsüblicher Ausrüstung. Die Vulcosuits benötigt ihr auch außerhalb des Kampfs, wenn beispielsweise im Weg liegende Steinbrocken zerschmettert werden sollen.

Das Abenteuer erscheint im Januar 2018 mitsamt deutschen Texten und wahlweise japanischer oder englischer Sprachausgabe. Beim Anspielen gefiel die PS4-Version mit 60 Bildern pro Sekunde. Auf der Switch ist das Geschehen dagegen auf 30 fps beschränkt, was dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch tut. Das Spiel wird als Download sowie auf Disc respektive Modul verfügbar sein. Doch die physischen Versionen bekommt ihr nur im offiziellen Shop von Square Enix.

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