Preview - Lost Planet 3 : Eisige Aussichten

  • PS3
  • X360
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... dann der Horror

In der vorgestellten Mission muss Jim einen speziellen Sender einsammeln und ihn in einer Höhle aktivieren. Auf dem Weg dahin überrascht ihn ein Schneesturm, der seinen Mech einfriert. Er befreit sich aus dem Cockpit, um das Eis vom stählernen Hünen zu entfernen. Dabei wird er von flinken Monstern attackiert, die aussehen wie Raubkatzen. Sie ringen Jim zu Boden und versuchen, ihn zu töten. Nur mit guten Reaktionen könnt ihr in den Quick-Time-Events euer Leben retten. Dabei müsst ihr nicht nur wie wild auf einen Knopf drücken, sondern auch via Fadenkreuz mit dem Messer zustechen.

Wenig später erreichen wir besagte Höhle und werden von einer riesigen krabbenähnlichen Gestalt überrumpelt. Verschiedene orangefarben leuchtende Stellen weisen auf Schwachpunkte hin. So könnt ihr die Scheren zum Beispiel abschießen, um das Angriffsspektrum einzuschränken. Ihr müsst den Rücken unter Beschuss nehmen und so das Vieh endgültig ausschalten. Nach einer Weile geht das Ungetüm zu Boden und gefriert. Danach wird das vorher eingesammelte Gerät angebracht, das in Sekundenschnelle sämtliches Eis zum Schmelzen und eine verschollene Basis zum Vorschein bringt.

Krabbensalat

Ein Hauch Dead Space kommt auf, wenn ihr diesen verlassenen Stützpunkt erforscht. Leichen liegen auf dem Boden, Rauch strömt aus den Rohren und imposante Spielereien mit Lichteffekten begleiten euch durch die verwüsteten Räume. Ihr merkt sofort, dass hier einiges im Argen liegt. Zwar kommen diese Momente nicht an den Horror aus dem Hause Electronic Arts heran, unwohl werdet ihr euch trotzdem fühlen. Glücklicherweise sitzt ihr wenig später wieder in eurem Rig.

Ausruhen ist allerdings nicht drin. Denn wieder taucht so ein Krabbenmonster auf. Dieses Mal geht es aber in den Nahkampf. Mit dem linken Arm greift ihr euch das Vieh, der rechte Arm bohrt sich in den Rücken. Es ist ein erhabenes Gefühl, diesen Mech zu kontrollieren. Man merkt förmlich die Wucht und die Kraft des Roboters, allerdings auch die Trägheit. Das Monster ist so kein Problem. Der Ausschnitt aus dem Spiel endet, als ein Dutzend weitere Monster aus dem Boden schießen. Der gute Jim bekommt also noch einiges zu tun.

Frostig schön

Spielerisch werden sich Serienveteranen sofort wohlfühlen. Ihr rennt, ballert und springt wie in den Vorgängern durch verschneite Gegenden. Die Quick-Time-Events drängen sich nicht auf, sondern fügen sich harmonisch in den Kampf ein. Die Bedienung ist direkt, nur die Kamera war bei der gegenwärtigen Version ein wenig zickig. So kann es vorkommen, dass man im Eifer des Gefechts die Übersicht verliert. Hoffentlich kümmern sich die Entwickler noch darum. Grafisch hingegen hinterlässt Lost Planet 3 bisher einen guten Eindruck. Besonders die Charaktere sind detailliert und überzeugen mit ihrer Mimik. Die gezeigten Schauplätze waren allesamt abwechslungsreich gestaltet. Allerdings wird man abwarten müssen, ob die Entwickler das Niveau über die komplette Spielzeit halten können. Schließlich ist Eis relativ eintönig, da besteht die Gefahr, dass die Spielumgebung im späteren Spielverlauf langweilig wird.

Fazit

Christian Kurowski - Portraitvon Christian Kurowski
Nach dem eher schwachen zweiten Teil hatte ich persönlich einige Zweifel, ob der dritte Teil tatsächlich noch mal überzeugen würde. Besonders als ich erfuhr, dass mit Spark Unlimited ein Entwicklerstudio am Werk ist, das in der Vergangenheit mit Turning Point: Fall of Liberty und Legendary nicht überzeugen konnte. Allerdings war der erste Abstecher nach E.D.N. III eine kleine Überraschung. Jim ist kein Glatzköpfiger, mit Muskeln übersäter Elitesoldat, sondern ein Kolonist und Familienvater, der so schnell wie möglich wieder nach Hause möchte. Die Geschichte wurde in den spielbaren Ausschnitten erfreulicherweise wieder in den Vordergrund gestellt. Besonders die Audiotagebücher und Videonachrichten machen die Handlung nicht nur greifbar, sondern auch glaubhaft. Die Spielmechanik ist gewohnt dynamisch und die wuchtigen, im Gegensatz zu den Vorgängern haushohen Mechs sind eine tolle Neuerung. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Entwickler jetzt keine groben Schnitzer mehr leisten und sich der tolle Ersteindruck in der fertigen Version bestätigt. Vergesst den Sommer, ich will Eis und Schnee!

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