19.08.2011 - Michael Zeis
Wer kommt denn auf so was? Wer sich in der Branche auskennt, dem schießen bei solch durchgedrehten Ideen gleich mehrere Kandidaten durch den Kopf und einer davon ist mit Sicherheit Goichi Suda. Besser bekannt unter seinem Pseudonym ″Suda 51″. Wer ihn nicht kennt: Von ihm stammen unter anderem killer7, No More Heroes und zuletzt Shadows of the Damned. In Lollipop Chainsaw erzählt er uns nun von der beliebten Cheerleaderin Juliet Starling, die nicht nur tanzen, sondern auch effektiv töten kann. Nachdem ein Zombie-Virus in ihrer Highschool ausgebrochen ist, ist sie die letzte Hoffnung des kleinen Häufchens Überlebender. Also Kettensäge in die Hand genommen und los geht das Gemetzel!
Wer auf extremen Splatter-Spaß hofft, der wird sich zwar über die unzähligen abgetrennten Gliedmaßen freuen. Aber sobald das Blut spritzte, gab es in der uns gezeigten US-Version vor allem jede Menge bunte Herzchen und Sternchen zu sehen. Derartige Gegensätze sind für Lollipop Chainsaw typisch. Schon das Logo deutet das mit seiner schrägen Mischung aus Totenkopf, Regenbogen, Zierschrift und Blutgekritzel an. Die Anzeigen am Bildschirm wirken, passend zum Anarcho-Comic-Stil des gesamten Spiels, ebenfalls wie von Hand gekritzelt.
Neben dem aktuellen Gesundheitszustand, den ihr mit Lollis gegebenenfalls wieder aufbessert, erkennt ihr hier unter anderem auch so etwas wie einen Special-Move-Balken. Dieser lädt sich während eurer Zombie-Metzelei auf und versetzt Juliet im aufgeladenen Zustand in eine Art Supermodus, der euch das fröhliche Untotenschlachten erleichtert. Aufgrund ihrer akrobatischen Talente und der ungelenken Zombiehorden als Gegner dürfte es von Beginn an kein Problem sein, eine Kombo nach der anderen auszuführen. Per Quick-Time-Events löst ihr spektakuläre Finishing-Moves aus, die eure Feinde endgültig unter die Erde schicken.
Etwas herausfordernder gestalten sich die diversen Miniaufgaben. In der Demonstration sahen wir zombifizierte Lehrer, die schräge Dialoge mit der Heldin führten und kurz darauf natürlich besiegt werden mussten, sowie Schüler in Not, denen wir zu Hilfe eilten. Gab es mal für wenige Sekunden keine Zombies zum Töten, hörten wir kurzen Wortwechseln zwischen Juliet und Nick zu. Nick ist der abgetrennte Kopf, den Juliet ständig mit sich führt. Ob es sich dabei um ihren Freund oder gar Exfreund handelt, wollten die Entwickler noch nicht verraten.
Etwas Unterstützung kann sie aber auf jeden Fall gebrauchen, denn mächtige ″Zombie-Rock-Lords″ (Zitat aus dem Presse-Fact-Sheet) trachten ihr nach dem Leben. Wer Suda 51 kennt, der weiß, dass er sich nicht mit Standardbossgegnern zufriedengibt. Dementsprechend abgefahren verhielt sich der Obermotz, der sich Juliet in einem mit bunten Spotlights beleuchteten Konzertsaal in den Weg stellte. Der Punkrock-Zombie schien geistig weit weniger umnebelt zu sein als Otto Normal-Zombie und laberte uns erst mal ein Ohr ab, bevor er zum Angriff überging.
Wie sich herausstellte, konnte er seine Worte sogar als Waffe nutzen. Zwischen den Stößen mit seinem Mikrofoständer schleuderte er uns im Comic-Stil Buchstaben entgegen. Juliet konnte diesen leicht ausweichen und ihm immer wieder mit Gegenangriffen zusetzen, bis sie ihm schließlich in einer Quick-Time-Sequenz die Kettensäge mitten durch den Schädel zog. Daraufhin legte der Bossgegner aber erst richtig los und konfrontierte uns mit Verstärkern und Lautsprechern, die wir schnellstmöglich zersägen mussten, um ihm in einer weiteren Quick-Time-Szene den halben Körper zu durchsägen.
Das alles wird von einer wilden Musikuntermalung begleitet, die von der Komponistenlegende Akira Yamoaka stammt – der zusammen mit Suda 51 und Drehbuchautor James Gunn (″Dawn of the Dead″, ″Super″) sozusagen das Trio Infernale von Lollipop Chainsaw bildet. Wie es sich für einen Suda-51-Boss gehört, gab unser Punkrockzombie nach unserer letzten Kettensägenaktion immer noch nicht auf und attackierte uns nun direkt mit blitzschnellen Sprüngen und Schlägen. Als wir ihn schließlich in die Knie zwangen, versuchte er uns ein letztes Mal mit einer Flut Buchstaben abzuwehren, bis wir ihm schlussendlich die Hände abschnitten. Seinen entsetzten Todesschrei kommentierte Juliet cool mit: ″Was für ein Emo ...″ weiter...
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Kommentare zu Lollipop Chainsaw
wow...ich liebe diese art von völlig überdrehten humor. wieder mal ein spiel aus der reihe "ich nehme mich selbst nicht ernst" und das ist gut so :-)
The Chordettes: www.youtube.com/watch?v=3rYoRaxgOE0
Das wird geil! Von wem ist übrigens der Song im Trailer?