Test - Logitech G602 : Sie läuft und läuft und läuft

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Richtig gute leinenlose Spielemäuse gehören einer seltenen Spezies an. In freier Natur laufen sie euch kaum über den Weg, da sich nur ganz wenige Hersteller an diese Gattung trauen. Über drei Jahre nach der Logitech G700 flutscht der Schweizer Peripherie-Schmiede nun ein neuer kabelloser Nager aus dem Geburtskanal. Kann die für Spieler gebaute Logitech G602 überzeugen und tatsächlich die versprochene Akkulaufzeit von bis zu 1.440 Stunden erreichen? Das klärt unser Test.

Die G602 tritt in große Fußstapfen: In unserer Bestenliste nahm die inoffizielle Vorgängerin G700 bisher den dritten Platz in der Gesamtwertung ein, bei den kabellosen Vertretern halten wir sie sogar für das bisher beste Pferd im Stall. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die G602. Die größte Änderung gegenüber der G700 nahm Logitech am Sensor vor. Anstatt auf die weit verbreitete Laser-Technik zu setzen, tastet in der G602 ein auf "Delta Zero" getaufter optischer Sensor die Oberflächen ab. Neben einer hohen Präzision soll er kaum Saft benötigen und mit einer Batterieladung (zwei AA-Batterien) bis zu 1.440 Stunden durchhalten. Das klingt absolut unrealistisch, schließlich mussten bisherige Mäuse schon nach wenigen Stunden einen Boxenstopp einlegen.

1.440 Stunden gelten für den Ausdauermodus, der mit einer grünen LED direkt unter dem Mausrad signalisiert wird. Per Schalter unter der LED wechselt ihr in den für Spiele gedachten Leistungsmodus. Die Laufzeit hier beträgt immerhin 250 Stunden - aber selbst das ist noch eine stolze Hausnummer, sofern sie sich bestätigt.

Eine faustdicke Überraschung ist der Preis: Zum Testzeitpunkt (Dezember 2013) kostet die G602 unter 60 Euro, bei Amazon wird die Maus sogar für 51 Euro inklusive Versandkosten angeboten. Für eine kabellose Spielemaus verlangt der Handel vergleichsweise wenig harte Währung von euch, weshalb sie umso attraktiver erscheint. Neben der eigentlichen Maus gehören der winzige USB-Empfänger, ein USB-Verlängerungskabel sowie zwei AA-Batterien zum Lieferumfang.

Handhabung: für rechte Pfoten gebaut

Die G602 wurde mit einem asymmetrischen Körperbau geboren und eignet sich primär für Rechtshänder. Aufgrund der nicht ganz so extremen Formen kann sie aber auch halbwegs von linken Händen geführt werden, wobei dann weder die sechs länglichen Seitentasten, noch die DPI-Schalter erreicht werden können. Kleinere bis mittelgroße rechte Hände werden dagegen mindestens vier der sechs Daumentasten komfortabel erreichen können, lediglich die vorderen oder hinteren beiden Tastenpärchen lassen sich, je nach Handhaltung, etwas schwieriger begrabschen. Der Zeigefinger kann schnell auf die beiden DPI-Tasten links neben der linken Haupttaste zugreifen, auch der Schalter für die Leistungsmodi und das Mausrad wirken gut platziert. Der knackige Tastendruckpunkt macht bei den Haupttasten und der Mausradtaste einen sehr guten Eindruck. Für die sechs Daumentasten muss dagegen ein etwas zu kräftiger Widerstand überwunden werden, während die DPI-Tasten einen Tick zu schwammig wirken.

Die Logitech G602 nach 450 Stunden Laufzeit. Auf dem Stoffpad Roccat Sense nutzten ihre Füße kaum ab, auch die Tasten sowie das Mausrad sind gut in Schuss.

Der rundliche Körper liegt angenehm in kleineren bis mittelgroßen Händen. In sehr schnellen Spielen, wie Shootern zum Beispiel, lässt sich die G602 aber etwas schlechter steuern als die Spitzenklasse der Spielemäuse. Zwar wird die Handfläche in dem Fall gut von der teilgummierten Oberfläche festgehalten, dafür finden die auf der rechten Seite liegenden Finger zu wenig Halt. Eine etwas ergonomischer geformte rechte Seite und eine flächendeckende Gummierung wären definitiv die bessere Lösung, dafür lässt sich die G602 in etwas langsameren Shootern und anderen Spielen angenehm steuern.

Ein deutlich besseres Handling erreicht ihr übrigens, wenn ihr nur eine der beiden Batterien einsetzt. Das von 156 auf 131 Gramm reduzierte Gewicht erhöht die Beschleunigung deutlich, wodurch sich auch sehr schnelle Spiele besser steuern lassen.

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