Test - Lioncast LM20 Gaming-Maus : Einheimisches Nagetier

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Der Berliner Hersteller Lioncast arbeitet weiter fleißig daran, sich im Bereich Peripherie einen guten Namen zu machen. Die neue Gaming-Maus LM20 soll für den relativ moderaten Preis von derzeit knapp 50 Euro (wurde bereits von 60 Euro gesenkt) nun das Feld weiter aufrollen. Der dezent schwarze Nager will vor allem mit hoher dpi-Zahl und elf programmierbaren Tasten glänzen. Das haben wir uns im Test natürlich gleich mal genauer angeschaut.

Unser Testexemplar der LM20 kommt in schlichter Verpackung daher, die uns beim Aufklappen des Frontdeckels schon einen ersten Blick auf die Maus werfen lässt. Der Nager wird von einer Bedienungsanleitung nebst Treiber-CD begleitet – beides heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Ebenfalls im Karton: eine kleine schwarze Dose, in der ihr die Gewichte verstauen könnt, die im Lieferzustand bereits in der Maus montiert sind.

Dezente Bequemlichkeit

Beim Auspacken entblättert sich eine dezent schwarze Maus mit USB-Kabel, selbiges mit blauschwarzer Textilummantelung und vergoldeten Steckern. Das Design gibt sich von der Form her recht klassisch. Der Rücken ist mattschwarz, die Seiten sind auf Hochglanz poliert. Allerdings fühlen sich die Hochglanzflächen etwas zu glatt an und sehen sehr schnell abgegriffen aus. Dafür sorgt eine qualitativ sehr ordentliche Gummierung im Daumenbereich für dennoch recht sicheren Griff.

Generell ist die Form der Maus prima. Der Nager liegt wunderbar bequem in der Hand und selbst bei längerem Zocken beeinträchtigt nichts die Bequemlichkeit. Linkshänder schauen bei der Form allerdings in die Röhre, weder Form noch Tastenanordnung sind für sie geeignet. Für etwas Bling-Bling sorgt ein beleuchtetes LC-Logo, dessen Farbgebung verändert werden kann. Linksseitig zeigt eine blaue Leuchtanzeige, welches dpi-Profil gerade gewählt ist. Die Farbe kann leider nicht an die des Logos angepasst werden.

Ordentlich bestückter Nager

Die LM20 liefert 12 Tasten, von denen elf in der Software programmiert werden können. Lediglich der Profilschalter an der Unterseite hat nur eine einzige Aufgabe. Neben den beiden üblichen Maustasten mit bewährten Omron-Tastern finden wir eine prima erreichbare Feuertaste seitlich der linken Maustaste. Zwei Tasten leisten dem Mausrad Gesellschaft, hinzu kommen zwei dpi-Schalter auf dem Rücken. An der linken Seite befinden sich zudem drei Daumentasten, von denen die mittlere genoppt ist. Für unseren Geschmack sind sie nicht ganz optimal angeordnet, die hintere Taste ist relativ ungünstig erreichbar.

An der Unterseite sind ein (leider nicht beschrifteter) Schalter zum Wechseln der Profile sowie ein Drehverschluss zum Einsetzen der Gewichte, der etwas fummelig zu bedienen ist. Mittels acht Gewichten von jeweils 2,49 Gramm könnt ihr das Gesamtgewicht der Maus anpassen, das voll beladen bei leichten 122 Gramm liegt. Das ist kein Muss, für den einen oder anderen Spieler aber sicherlich ein willkommenes Extra.

Grundsolides Innenleben

Herzstück des Innenlebens ist ein Avago-9800-Lasersensor mit satten 16.400 dpi, somit ist der Nager bereits für 4K-Multimonitor-Set-ups gerüstet. Per Schalter kann die dpi-Zahl in fünf Stufen verändert werden, wobei jede Stufe in der Software in 50er-Schritten konfigurierbar ist. Dabei habt ihr sogar die Möglichkeit, die dpi horizontal und vertikal getrennt einzustellen. Die Polling Rate kann bis zu 1.000 Hz in vier Stufen verstellt werden. Im Betrieb leistet sich die Maus damit keine spürbaren Schwächen und verrichtet ihre Arbeit sehr präzise und ohne Aussetzer.

Der Nager funktioniert bereits beim Anschluss via USB, die volle Programmierbarkeit erreicht man natürlich nur mit der zugehörigen Software. Die ist simpel, aber übersichtlich gestaltet und erfüllt voll ihren Zweck für Tastenprogrammierung, Beleuchtungsveränderung sowie dpi- und Polling-Einstellungen. Bis zu fünf Profile können angelegt werden, wobei sie praktischerweise direkt auf der Maus gespeichert werden, sodass sie euch auch an einem anderen Rechner ohne großes Gefummel zur Verfügung stehen. Insgesamt wurde also auch dieser Bereich gut gelöst.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Piekfeine Mittelklasse-Gaming-Maus

Ich bin sehr positiv überrascht. Für knapp 50 Euro liefert die LM20 alles, was man von einer guten Mittelklassemaus erwarten darf. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt also. Die dezente Gestaltung gefällt ebenso wie die gute Ergonomie, die auch bei Dauerbetrieb keine Schwächen aufweist. An der Funktionalität gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln, der Nager erledigt die ihm zugedachten Aufgaben präzise ohne Murren und ohne Makel. Ähnliches gilt für die einfache, aber übersichtliche Software.

Wenn überhaupt Schwachpunkte zu nennen sind, dann am ehesten die Anordnung der Daumentasten sowie die Hochglanzbereiche, die schnell abgegrabbelt aussehen. Für Linkshänder ist die LM20 übrigens wegen ihrer Form und der Tastenanordnung nicht geeignet. Lioncast bringt uns eine durch und durch empfehlenswerte Maus für den Alltagsgebrauch, sowohl beim Zocken als auch bei der Arbeit.

Überblick

Pro

  • angenehmes, zurückhaltendes Design
  • gute Ergonomie
  • programmierbare Tasten
  • verstellbares Gewicht
  • gute Einstellmöglichkeiten in der einfach zu bedienenden Software
  • hohe dpi-Zahl
  • bewährte Omron-Taster
  • Aufbewahrungsbox für Gewichte
  • textilummanteltes Kabel
  • Profile werden in der Maus gespeichert
  • vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis

Contra

  • fühlt sich etwas zu glatt an
  • Hochglanzbereiche wirken schnell abgegriffen
  • hintere Daumentaste schlecht erreichbar
  • Verschluss für Gewichteinsatz nicht optimal gelöst
  • für Linkshänder ungeeignet
  • Profiltaste nicht beschriftet

Wertung

  • PC
    8.0
    /10

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