Preview - Leisure Suit Larry: Wet Dreams Don't Dry : Noch immer schwanzgesteuert

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Ältere Semester erinnern sich garantiert noch an die legendär-lüsternen Abenteuer von Larry Laffer. Der untersetzte Typ mit Haarwuchsproblemen und Bauchansatz schickt sich seit den 80ern an, reihenweise heiße Frauen rumzukriegen. Zwar blieb der Erfolg oft aus, doch gerade darum hatte Leisure Suit Larry einen Platz in unseren Herzen sicher. Nun kehrt er nach langer Pause zurück – natürlich mit mächtig Spannung in der Leistengegend.

Wie konnte das alles passieren? Grad eben befand sich Larry noch mitten in den 80er Jahren, im nächsten Moment ist es 2018. Vielen würde bei einer solchen Zeitreise angesichts von Breitband-Internet, Smartphones und riesigen Flachbildfernsehern schwindelig werden. Doch nicht Larry: Nach einem kurzen Schock stellt er sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Und dazu gehört natürlich wieder das weibliche Geschlecht. Larry bleibt eben Larry.

Doch anders als in den Achtzigern muss sich der notgeile Kerl mit den Tücken des modernen Kennenlernens auseinandersetzen. Eine Frau in einer Disco mit einem dummen Spruch anzulabern, ist ungefähr so out, wie bei einer Hochzeit im englischen Königshaus die Braut als exotisch zu bezeichnen. Schnell lernt Larry, dass sich das Dating zumeist online abspielt. Ohne Handy und Timber geht es nicht. Das klingt bekannt? Nun, mögliche namentliche Ähnlichkeiten zu real existierenden Apps sind völlig beabsichtigt.

Smartphone samt Timber spielen in der Story eine zentrale Rolle. Larry lernt nämlich die heiße Faith kennen, die für das weltweit erfolgreiche Technologieunternehmen Prune arbeitet. Doch um bei ihr überhaupt eine Chance zu haben, braucht er einen ordentlichen Timber-Score. Dafür wiederum muss Larry daten, was das Zeug hält. Es gibt definitiv Schlimmeres für den Möchtegern-Womanizer ...

Eindeutig zweideutig

Genau so, wie Larry sich treu bleibt, tut es auch das Spiel: Wet Dreams Don't Dry ist ein klassisches Point'n'Click-Adventure. Der deutsche Entwickler CrazyBunch versteht seine Larry-Interpretation eher als Fortsetzung des Debüts denn wirklich neuen Teil der Reihe. Klassisch angehaucht ist darum auch die Optik: Zwar kommt die Unity-Engine zum Einsatz, jedoch wurden die Grafiken komplett von Hand gezeichnet. Entsprechend hoch ist der Wiedererkennungswert, dazu kommen zahlreiche Anspielungen auf das Original. Auch bekannte Orte und Charaktere kehren im Rahmen des acht bis zehn Stunden langen Abenteuers zurück. Die zahlreichen Rätsel im Spielverlauf sollen mitunter anspruchsvoll, aber mit etwas Köpfchen zu lösen sein. Somit bleiben Trial-and-Error-Passagen wie in früheren Ablegern glücklicherweise draußen.

Keinesfalls fehlen darf auch der bekannt zotige und schlüpfrige Humor. Wenn sich Larry an die Ladys ranschmeißt, findet das immer unter der Gürtellinie statt. Dabei prallen seine Macho-Attitüde und das beschränkte Frauenbild ebenso lustig wie heftig mit der Realität des Jahres 2018 zusammen. Für zusätzliche Lacher dürfte die Synchronisation sorgen, bei der Larry von Philipp Moog gesprochen wird – der deutschen Stimme von Barney Stinson aus „How I Met Your Mother“. Bei all der Komik wird aber auch Wet Dreams Don't Dry nicht auf eine Prise Erotik verzichten, schließlich gehört ein leichtes Prickeln ebenfalls fest zu Leisure Suit Larry.

Ein konkreter Erscheinungstermin steht noch nicht fest, angepeilt wird allerdings der kommende Herbst. Dann kommt Larry auf PC und Mac, allerdings nicht für die Konsolen. Das könnte sich in Zukunft noch ändern, doch bis auf Weiteres sind PS4, Xbox One oder Nintendo Switch kein Thema.

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