Test - LEGO Jurassic World : Dinos im Klötzchenformat

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Der Publisher Warner Bros. Interactive kombiniert „Jurassic World“ – einen der Blockbuster dieses Kinojahres – mit dem zeitlosen Charme der LEGO-Klötzchen. Ob diese Kombination genauso gut funktioniert wie bei den anderen LEGO-Ablegern, verrät euch unser Test.

LEGO Jurassic World ist prinzipiell genauso aufgebaut wie die anderen Videospielumsetzungen im Klötzchen-Look. Damit ist alles gesagt. Punkt. Nun ja, ganz so einfach machen wir es uns dann doch nicht. Zudem würde ein solcher Zweizeiler dem Spiel absolut nicht gerecht werden.

Die Klötzchendinos kommen

Ganz von der Hand zu weisen ist dieses Kurzfazit jedoch nicht, denn immerhin sind die bisher veröffentlichten LEGO-Spiele allesamt nach einem sehr ähnlichen Prinzip aufgebaut. Man nehme eine bekannte (Film-)Marke, presse sie ins LEGO-Format und bastele ein leicht verdauliches Action-Adventure drumherum. Wir wollen keine falsche Hoffnungen aufkommen lassen: Diesem Prinzip folgt auch LEGO Jurassic World. Warum auch ein bewährtes Erfolgsrezept ändern? Dennoch hat das Spiel eine ganz eigene Note.

Anstatt sich nur auf den aktuellen Film „Jurassic World“ zu konzentrieren, entführen euch die Entwickler im Verlauf der 20 Story-Missionen auch in die drei früheren „Jurassic-Park“-Streifen. Kenner der Filme werden sich freuen, wenn sie an bekannten Szenen, wie zum Beispiel dem großen Showdown in San Diego, teilnehmen dürfen oder den vermissten Eric Kirby suchen müssen – auf Wunsch wie gewohnt auch im Koop-Modus.

Viele markante Charaktere aus den Filmen sind an Bord: vom Chaostheoretiker Ian Malcolm bis hin zum aktuellen Helden Owen Grady. Die Figuren verfügen über individuelle Fähigkeiten, die ihr zum Lösen von Aufgaben und Rätseln benötigt. So kann einer der Charaktere beispielsweise wichtige Gegenstände aus Dinohäufchen zerren, während ein anderer mit einem Greifhaken hantiert. Wie schon in früheren LEGO-Spielen ist der Schwierigkeitsgrad der Rätsel jedoch sehr niedrig, der Einsatz der Fähigkeiten oftmals fast schon zu offensichtlich.

Die eigentlichen Stars des Spiels sind nicht die Menschen, sondern ganz klar die Dinosaurier. Auf ihnen dürft ihr mitunter auch reiten oder sie sogar steuern, was für mehr Dynamik und Abwechslung sorgt. So kommt es beispielsweise zu einem Kampf zwischen einem Spinosaurus und dem T-Rex, was im Kern einer Mischung aus Rätsel, Quick-Time-Event und Koop-Aspekten entspricht. Das macht deutlich mehr Laune als die nervigen Fluchtsequenzen, in denen ihr vor Dinos weglaufen und Hindernissen ausweichen müsst. Leider wird die Story meist nur sehr oberflächlich abgehandelt.

Mehr Freiheit für die Saurier

Abseits der starren Handlung bietet LEGO Jurassic World eine weitgehend freie Spielwelt, die ihr erkunden könnt – inklusive zahlreicher Geheimnisse und Nebenmissionen. Diese machen einen Großteil des Wiederspielwerts aus, da es wie in den anderen LEGO-Ablegern sehr viel zu entdecken gibt. Wer nicht zu Fuß über Isla Nublar und Isla Sorna stapfen möchte, kann sich hinter das Steuer eines Jeeps oder auf ein Motorrad schwingen. Die Bedienung der Gefährte hätte jedoch etwas präziser sein dürfen.

LEGO Jurassic World - Launch Trailer
Anlässlich der heutigen Veröffentlichung von LEGO Jurassic World gibt es hier den passenden Launch-Trailer für euch.

Hinzu kommt eine Art Editor zum Basteln eigener Saurier – ganz nett. Wer vorher fleißig neue Elemente freischaltet, kann sich per Knopfdruck einige Fantasiewesen bauen. Dabei gibt es nur wenige Grenzen. Wenn ihr euch beispielsweise einen T-Rex mit gelbem Fell basteln wollt, könnt ihr das machen. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch die Motivationsspirale dreht sich grundsätzlich bestens. Immer wieder ertappt man sich dabei, nur noch diese eine Aufgabe oder Mission meistern zu wollen, um ein weiteres Teil freizuschalten.

Technisch ist LEGO Jurassic World auf demselben Niveau wie seine „Vorgänger“. Trotz 1080p-Auflösung ist das aber nicht mehr als Durchschnitt, wenn auch die Animationen der Figuren wieder mal herzallerliebst sind. Bedeutend besser ist die Sound- und vor allem die Musikuntermalung, die auf den grandiosen Original-Soundtrack der Filme zurückgreift. Allerdings dudelt der John-Williams-Song nach unserem Geschmack dann doch etwas zu oft aus den Lautsprechern.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
Auch Saurier mögen LEGO

Das Rad erfindet LEGO Jurassic World definitiv nicht neu. Vielmehr folgt es dem bewährten Prinzip der bereits zuvor veröffentlichten LEGO-Spiele und garniert es mit ein paar kleinen neuen Ideen sowie der Dinothematik. Das macht nach wie vor viel Spaß – vor allem im kooperativen Multiplayer-Modus. Allerdings sind auch die bekannten Schwächen wie der geringe Anspruch und die Kameraprobleme geblieben. Unterm Strich ist es eigentlich nur ein weiteres LEGO-Spiel ohne große Stärken und Schwächen. Wer davon aber nicht genug bekommen kann, kommt auch diesmal wieder auf seine Kosten.

Überblick

Pro

  • abermals liebreizender LEGO-Charme
  • leicht zugänglich
  • spaßiger Koop-Modus
  • viele Geheimnisse und freischaltbare Extras
  • netter Dino-Editor
  • tolle Sound- und Musikuntermalung

Contra

  • weiterhin geringer Anspruch
  • Übersichtsprobleme im Splitscreen-Modus
  • Fahrzeugsteuerung etwas schwammig
  • technisch eher Durchschnittskost
  • Nebenmissionen sehr ähnlich

Wertung

  • PS4
    7.5
    /10

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