Test

LEGO Batman 2: DC Super Heroes

Superman stiehlt die Schau

  • PC
  • X360

Eigentlich gehören TT Games gehörig ausgeschimpft: Seit sieben Jahren fällt ihnen nichts Besseres ein, als irgendwelche berühmten Film- oder Comic-Vorlagen als LEGO-Figuren darzstellen und in ein immer gleiches Action-Jump-’n’-Run-Gerüst zu packen. Doch der Charme der Präsentation ist stets aufs Neue unwiderstehlich putzig. Und mit LEGO Batman 2: DC Super Heroes schießen sie wahrlich den Vogel ab: Macht euch bereit für Superman!

Es ist ein Auftakt nach Maß: Bruce Wayne und Lex Luther wohnen als Konkurrenten einer Gala bei, um den Titel “Mann des Jahres“ einzuheimsen. Natürlich gewinnt der charmante Bruce vor dem zwielichtigen Glatzkopf, doch am Ende wird die Preisvergabe vom allseits gefürchteten Joker gestört. Der klaut nicht nur die Statuette, sondern verbündet sich anschließend mit dem enttäuschten Lex Luther. Gemeinsam sorgen sie für Ärger in Gotham City und befreien nebenbei weitere Schurken der Sonderklasse.

Bruce Wayne sieht keinen anderen Weg mehr: Er zieht seinen todschicken Batman-Anzug an und schreitet mit seinem jungen Kompagnon Robin zur Rettungsaktion. Und diesmal sind die beiden nicht alleine, denn im Laufe der Geschichte gesellen sich Superman sowie ganz viel später solch illustre DC-Helden wie Green Lantern, Wonder Woman oder Flash hinzu. Es scheint, als wollten TT Games eine Videospielantwort auf Marvels Film-Hit "The Avengers" liefern.

Mikrofon an

Wer ein LEGO-Spiel kennt, der kennt sie alle, möchte man meinen. Doch gleich bei der ersten Zwischensequenz fällt ein radikaler Unterschied im Vergleich zu den Vorgängertiteln auf: Die Figuren reden. Während TT Games vormals ihre Geschichten rein mit Mimiken und Gestiken erzählten, trauten sie sich nun in die Sprecherkabine. Dies ist ein gewagter Schritt, lebt die Präsentation doch von der unschuldigen Putzigkeit der Figuren.

LEGO Batman 2: DC Super Heroes - Launch Trailer

Umso größer dürfte die Erleichterung bei den Fans sein, sobald sie das Ergebnis hören: Der Charme ist komplett erhalten geblieben und die Dialoge passen wunderbar zur kindlichen Naivität der Serie, ohne dabei den erwachsenen Spieler zu vergraulen. Speziell Batman profitiert enorm: Sein Rumgezicke gegenüber Superman - den er weniger als Freund, sondern vielmehr als einen hochnäsigen Konkurrenten sieht, weshalb er sich nur widerwillig von ihm helfen lässt - ist einfach nur niedlich.

Vom reichen Milliardär zum unsterblichen Außerirdischen

Abseits dieser Änderung bietet LEGO Batman 2: DC Super Heroes auf einen flüchtigen Blick hin nichts Neues: Die Geschichte umspannt 15 Missionen, in denen ihr vorrangig Batman und Robin steuert. Erst kurz vor Halbzeit kommt Superman hinzu und gegen Ende alle weiteren Superhelden.

Jede Figur hat ihre eigenen Fähigkeiten: Batman hat seinen Batarang und Robin einen Enterhaken und beide können verschiedene Anzüge tragen, in denen sie beispielsweise Raketen verschießen, elektrische Ladungen überwinden, Wasser zu Eis verwandeln oder mit Magnetschuhen auf speziellen Wand- oder Deckenmaterialien marschieren. Die Anzüge findet ihr an vorbestimmten Knotenpunkten, sie dienen zum Lösen der Rätsel, die wie gewohnt recht simpel und damit leicht nachvollziehbar geraten sind.

Superman wiederum ist ein echtes Schweizer Taschenmesser: Er kann fliegen, besitzt Laseraugen, pustet Objekte zu Eis und ist außergewöhnlich stark. Das ist noch nicht alles: Wie bei jedem vorhergehenden LEGO-Spiel von TT Games könnt ihr nicht wirklich sterben. Wenn eure Figur kein Lebensenergieherz mehr übrig hat, verpufft sie, verliert ein paar der zuvor gesammelten Punkte und wird sogleich an Ort und Stelle wiederbelebt. Superman hingegen ist völlig unverwundbar und kann allenfalls durch die Berührung von Kryptonit geschwächt werden, was jedoch “nur“ in dem Verlust einiger seiner Fähigkeiten resultiert.