Test - Legends of Wrestling : Legends of Wrestling

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Hulk Hogan, Terry Funk, Legion of Doom oder Jimmy Snuka - wer bei diesen Namen glänzende Augen bekommt, braucht nun nicht mehr bloß an vergangene Tage des Wrestlings zurückdenken, sondern kann ein Wiedersehen auf dem GameCube feiern - dank 'Legends of Wrestling'.

Legends of Wrestling
Klassisch: Zum Glück ist nur das Intro in Schwarz-Weiß.

Harte Zeiten für Wrestling-Fans
Wrestling-Fans in Deutschland haben es zurzeit nicht gerade schön - seit mehr als einem Jahr sind weder die WWF noch die WCW mehr im hiesigen Fernsehen zu sehen, wenn man nicht für ein paar Wrestling-Krümel gleich zum Bezahl-Fernsehen greifen will. Da die WCW zwar nicht mehr existiert, kann man dies noch verschmerzen, aber die World Wrestling Federation, die nun neuerdings das Kürzel WWE trägt, dürften doch einige Fans des US-Entertainment-Sports vermissen. Während die Wrestling-Fans hierzulande über mangelnde TV-Präsenz klagen, ist auch in den USA die Euphorie für den Mix aus choreographiertem Kampf und Seifenoper-Elementen in den letzten Monaten abgeflaut: Zu wenig Wrestling, zu chaotische und niveaulose Storys und zu wenig neue Stars sorgen für ein mittlerweile lang anhaltendes Quotentief.

Kein Wunder also, dass sich viele Wrestling-Fans die 'guten, alten Zeiten' herbeiwünschen, in denen immer gleich klar war, wer der Böse und Gute im Ring ist und als die Kämpfer zwar nicht gerade durch ausgefeilte Akrobatik, dafür aber mit viel Charisma ihre Matches bestritten. Und da sich Wrestling-Videospiele vor allem in den USA stets sehr gut verkaufen, liegt es nahe, ein Spiel zu entwickeln, in dem sich alles um die Ring-Helden der vergangenen Zeiten dreht - ob 90er, 80er oder 70er Jahre, damals wurde das Wrestling erst in der Form geboren, wie man es heute kennt.

Legends of Wrestling
Rob Van Dams patentierter Kick.

Wahre Legenden
Acclaim versuchte nun genau dieses Flair einzufangen - immerhin konnte man für 'Legends of Wrestling' viele bekannte 'Wrestling-Opas' verpflichten, wodurch natürlich Kämpfer aus verschiedenen Generationen aufeinander treffen. So dürft ihr beispielsweise Jimmy 'Superfly' Snuka gegen Fritz von Erich oder Ricky Steamboat gegen Bret 'Hitman' Hart antreten lassen. Einige der vorhandenen Wrestler sind mittlerweile in Rente, andere wie Brian Pillman sind bereits verstorben, weitere haben den Beruf gewechselt (wie 'Million Dollar Man' Ted Dibiase, der nun Prediger ist) und andere wie Hulk Hogan oder Terry Funk sind hingegen immer noch aktiv - sogar in der WWE. Doch nicht alle Wrestler in diesem Spiel sind ergraute Herren: Wrestling-Fans dürfen sich auf die einstigen ECW-Main-Eventer Rob Van Dam und Sabu freuen. Diese sind zwar noch jung, haben sich aber durch legendäre Hardcore-Matches ihren Legendenstatus bereits erarbeitet.

Klägliche Spielmodi
Die vorhandene Menge an doch mehrheitlich den Legendenstatus innehaltenden Altstars ist beachtlich, allerdings könnt ihr zu Beginn noch nicht alle der über 40 Kämpfer anwählen, da sie erst freigespielt werden müssen. Außerdem dürfte der eine oder andere Wrestling-Fan solche Legenden wie Randy 'Macho Man' Savage, Andre the Giant, Sting, Owen Hart oder Ric Flair vermissen. Um die versteckten Charaktere freizuspielen, steht der 'Career'-Modus im Vordergrund, den ihr nach einem sehr hübsch gemachten Intro und dem Titelbild anwählen könnt. Auch wenn ihr einen der bekannten Stars als Spielfigur wählt, startet ihr eure Karriere als blutiger Anfänger, der zunächst im lokalen Bereich antreten muss. Ihr dürft selber bestimmen, ob ihr lieber im Süden, im Norden, im Westen oder im Osten der USA beginnt. Ihr habt nun die Aufgabe, mehrmals in einigen hiesigen Wrestling-Veranstaltungen anzutreten und euch durch gute Leistungen hochzuarbeiten. Sobald ihr ein echter lokaler Star seid, dürft ihr in einen anderen Teil der USA reisen und auch dort euren Namen durch begeisternde Fights bekannt machen. Habt ihr so schlussendlich die ganze USA erobert, geht es in die weite Welt hinaus, zu internationalen Wrestling-Events.

Legends of Wrestling
Freiflug für Roadwarrior Hawk.

Um eure Popularität zu steigern, müsst ihr jeweils gute Kämpfe abliefern und so eine Begeisterungsanzeige während des Matches füllen, die schlussendlich eine Anzeige für den jeweiligen Ort steigert. Um das Publikum zu überzeugen, reicht es allerdings keineswegs, bloß einen Sieg einzufahren - nein, vielmehr wollen die Leute eine abwechslungsreiche Show. Das bedeutet, dass ihr möglichst vermeiden solltet, bestimmte Moves im gleichen Match oft zu zeigen, möglichst einige Combos einsetzt, einen großen Teil eures Kampfrepertoirs zeigt, auch mal spannungshalber den Referee ausknockt, brutale Aktionen bietet, euren Finishing-Move benutzt und auch mal illegale Objekte zum Schlagen einsetzt. Es gilt also, kreativ in- und außerhalb des Rings vorzugehen.

Zwar ist dieser Karriere-Modus ziemlich umfangreich ausgefallen, so dass ihr zahllose Kämpfe bestreiten müsst, um einige neue Charaktere freizuspielen. Leider wird dies aber schon bald langweilig, da die Kämpfe praktisch keine Abwechslung bieten und ihr die Fights nach eurem Schema schnell hinter euch bringt. Einzig der langsam ansteigende Schwierigkeitsgrad, wodurch die Gegner mehr kontern und praktisch alle normalen Schläge abblocken, sorgt zumindest etwas für Unterhaltung. Einer der Hauptgründe für diese Langeweile ist der Mangel an Matcharten. Während Konkurrenz-Titel mit zahlreichen Varianten, wie Cage-, Hardcore-, Street-, Ladder-, Tables-, TLC-, Hell in a Cell- oder Royal Rumble-Matches glänzen, sieht es bei 'Legends of Wrestling' doch sehr karg aus: Gerade mal gewöhnliches 1vs1, Tagteam-Matches,Three-Way- und Four-Way-Dance sowie Arena-Matches (vier Kämpfer gleichzeitig im Ring) sind möglich. Außerdem dürft ihr wahlweise den Part des Referees übernehmen, was aber eh sterbenslangweilig ist, da auf Ringregeln so ziemlich gepfiffen wird: Befindet ihr euch außerhalb des Rings, werdet ihr nicht angezählt und jederzeit dürfen Schlagobjekte unter dem Ring hervorgenommen und benutzt werden. Einzig ein Aufgabegriff in der Nähe der Ringseile wird unterbrochen und natürlich auch der Pinfall, bei dem für einen Sieg der Gegner für drei Sekunden auf den Boden gedrückt werden muss, wird vom Referee gezählt.

 

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