Test

Legend: Hand of God

Und wieder ein Diablo-Klon?

  • PC

Das wird definitiv ein heißer Herbst: Gleich drei Neuheiten buhlen um den Thron der Action-Rollenspiele. Einer der Anwärter kommt aus dem Hause Master Creating und hört auf den Namen 'Legend: Hand of God'. Im Vorfeld bereits mit guten Kritiken versehen, muss sich jetzt die Verkaufsversion auf den Teststand begeben. Reicht es wirklich, um ganz oben mitzumischen?

Was wurde über 'Legend: Hand of God' in den vergangenen Wochen und Monaten nicht schon alles geschrieben und berichtet. Ein dynamisches Kampfsystem wurde ebenso versprochen wie eine spannende Hintergrundgeschichte. Sogar ein Roman zur Vertiefung des Fantasy-Stoffes ist mittlerweile auf dem Markt. Entsprechend groß war unsere Erwartungshaltung bei Erhalt der Testversion – und wenig später unsere Enttäuschung. Doch fangen wir von vorne an.

Einmal Hack&Slay mit Fantasy-Einerlei, bitte

Schon die Einleitung des Spiels reißt nicht gerade zu Freudentänzen hin: Das Fantasy-Reich Aris steht vor dem Untergang, wenn – ja, wenn nicht ein Held die Rettung bringt. Nun gut, ganz so banal ist die Story zwar nicht, doch geht die Suche nach der so genannten Hand Gottes (nein, Herr Maradonna hat damit nichts zu tun) nicht über die Standardkost eines halbwegs talentierten Schreiberlings hinaus.

Der erwähnte Held ist ein Jüngling namens Targon, der dem Ruf seines Meisters folgt, um die Hand Gottes zu finden und somit Aris zu retten. Hier gibt es bereits den ersten Unterschied zu den meisten Action-Rollenspielen: Anstatt euch einen Helden nach Maß selbst anzufertigen, bekommt ihr einen vorgefertigten Recken vor die Nase gesetzt. Weder Geschlecht noch Aussehen oder Namen dürft ihr selbst bestimmen.

Die Story von 'Legend: Hand of God' ist einzig und alleine auf eben diesen Targon ausgelegt, was einen Hauch von Entscheidungsfreiheit verwehen lässt – nicht wirklich schlimm, aber schade ist es allemal. Dennoch habt ihr eine Wahl zu treffen: Noch bevor ihr das erste Monster ins Jenseits schickt, wählt ihr euch zwei Klassen aus, die ihr miteinander kombiniert. Entscheidet ihr euch beispielsweise für einen Dieb und einen Heiler, avanciert ihr zu einem Kampfmönch. Aber auch Kombinationen wie Elementarkrieger und Kampfmagier sind möglich. Dies erhöht dank verschiedener Fertigkeitsbäume und Talente den Wiederspielwert und lädt zum Experimentieren ein – prima.

Egal, ob ihr euch nun dazu entschieden habt, das Schwert zu schwingen oder Feuerbälle zu schleudern – wenig später steht ihr in der Fantasy-Welt Aris. Ihr bekommt euren ersten Auftrag und metzelt euch einen Wimpernschlag später bereits durch Monsterhorden. Dabei fällt zunächst das flexible Animationssystem des Protagonisten auf. Abhängig davon, welche Waffe er in Händen hält, führt der Held unterschiedliche Aktionen aus. Das verleiht den Kampfmanövern mehr Glaubwürdigkeit und ist zudem schön anzusehen. Gegner werden zur Seite geworfen, Schwerter in den Schädel kriechender Kreaturen gerammt und Körpertreffer zwingen den Helden zum kurzzeitigen Taumeln – teilweise recht martialisch inszeniert, das Gemetzel. >>

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