Test - Lara Croft and the Guardian of Light : Überraschung: Das macht Laune!

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Lara Croft ist zwar schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber dank Schönheitsoperation durch Crystal Dynamics durchaus noch konkurrenzfähig, auch wenn der letzte Vollpreistitel schon ein paar Ermüdungserscheinungen aufwies. Ohne Tomb Raider, dafür mit ganz anderen Perspektiven, widmeten sich die Entwickler einem reinen Download-Titel für gerade mal 1.200 MS-Punkte, den wir unter unsere Testlupe gepackt haben.

So einiges ist ungewöhnlich am neuen Lara-Croft-Spiel. Erstens: Es firmiert nicht unter dem Namen Tomb Raider. Zweitens: Es gibt einen Kooperativmodus für zwei Spieler. Drittens: Es benutzt statt der typischen Third-Person-Ansicht die ungewohnte Iso-Perspektive mit einer automatisch geführten Kamera. Viertens: Es ist ein rund 2 Gigabyte großes Download-Spiel. Ansonsten erwartet euch im Grunde genau das, was Lara Croft so groß gemacht hat: Action, Kletterpassagen, Rätsel und Ruinen.

Die Geschichte selbst ist relativ banal und wird erzählerisch eher unspannend inszeniert. Ob man sich den ganzen Sermon rund um einen fiesen Aztekengott nun anhört oder nicht, ist im Grunde völlig gleichgültig. Auch das Szenario mit den altbekannten mittelamerikanischen Tempelruinen haut einen nicht vor Überraschung aus den Gamaschen. Dafür tröstet aber, dass die Umgebungen gerade für einen Download-Titel sehr sehenswert mit viel Liebe zum Detail und schicken Effekten in Szene gesetzt werden.

Allein auf weiter Flur

In der Solokampagne seid ihr allein unterwegs, ohne euren Sidekick Totec, der euch zu Beginn gerade mal einen Speer in die Hand drückt, welcher euch noch gute Dienste leisten wird. Aus der Iso-Perspektive geht es durch hübsche, wenn auch weitgehend lineare Levels, in denen es aber einiges zu tun gibt. Kletterpassagen sind mit an Bord, bei denen ihr unter anderem den Speer in eine Wand werft und dran hochklettert oder einen Greifhaken benutzt.

Zahlreiche Umgebungs- und Schalterrätsel wurden ebenfalls integriert. Mal geht es darum, zu schwer erreichbaren Positionen zu gelangen, mal Fallen zu umgehen, mal Schalter zu aktivieren oder versteckte Objekte zu finden. Damit das nicht zu langweilig wird, gibt es neben der Hauptaufgabe massig Herausforderungen. So müsst ihr Juwelen sammeln, um bestimmte Punktzahlen zu erreichen, Abschnitte in einem bestimmten Zeitlimit absolvieren oder verschiedene Objekte sammeln oder zerstören. Das ist gar nicht so einfach und wer alle Herausforderungen schon beim ersten Durchlauf schafft, kann sich beinahe etwas drauf einbilden.

Lara Croft and the Guardian of Light - Weapon Gameplay Trailer
Square Enix hat einen frischen Gameplay-Trailer zu Lara Croft and the Guardian of Light veröffentlicht, der euch die verschiedenen Waffen und das Upgrade-System

Stärker als in anderen Spielen rund um Lara Croft sind Kämpfe gegen diverse Viecher und Monster involviert. Es gibt einen ganzen Batzen verschiedener Waffen, dazu könnt ihr eure Fähigkeiten mit Relikten und Artefakten aufmöbeln, eure Gesundheit verbessern oder spezielle Angriffe ergattern. Die Schusssteuerung der Waffen ist etwas ungewohnt - mit dem rechten Stick zielt ihr auf eure Gegner, mit dem rechten Trigger wird gefeuert, mit der X-Taste weicht ihr aus und mit Y könnt ihr Bomben legen und zünden. Letzteres dient unter anderem auch dazu, Zugänge freizusprengen oder Fallen zu zerstören. Anfangs geht das noch manchmal in die Hose, aber man gewöhnt sich recht schnell dran.

Aztekische Koop-Power

Lara Croft and the Guardian of Light lässt aber vor allem im Koop-Modus die Muskeln spielen, denn durch die auf Teamwork ausgelegte Mechanik erlebt ihr den Titel noch mal ganz anders. Ein Spieler übernimmt die athletische Lara, der andere den kräftigen Totec. Viele der Kletterpassagen und Rätsel sind nun auf ganz andere Weise zu lösen. So rammt Totec beispielsweise Speere in die Wand, an denen Lara emporklettert, um ihren Kumpan dann per Seil nach oben zu befördern. Leider ist es aufgrund der unterschiedlich gestalteten Rätsel nicht möglich, dass ein zweiter Mitspieler jederzeit einsteigt.

Und auch in den Kämpfen zahlt sich die Zusammenarbeit der beiden Charaktere aus. Ein wirkliches Highlight, zumal man im Grunde zwei völlig unterschiedliche Spiele in einem hat. Etwas schade ist, dass der angekündigte Online-Koop-Modus noch nicht enthalten ist. Aber der soll in Kürze nachgeliefert werden, wenn die PC- und die PS3-Version des Spiels erscheinen. Von daher also nur ein kleiner Schönheitsfleck im ansonsten nahezu makellosen Antlitz der Lara Croft.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Laras Hintern ist dank Iso-Ansicht nicht mehr so greifbar nah wie früher, aber das hat auch Vorteile. So viel Spaß für 15 Euro, da kann sich so mancher Vollpreistitel mal getrost einige Scheiben von abschneiden. Guardian of Light ist nicht nur einer der visuell schönsten Download-Titel, sondern kann auch spielerisch voll überzeugen. Zumal der Koop-Modus noch mal ein ganz anderes Spielerlebnis bietet als die Solokampagne und viele Herausforderungen zum erneuten Durchspielen locken. Für Freunde von Action-Adventures ist das Spiel definitiv ein Pflicht-Download, wenn man sich mit der etwas banalen Geschichte abfinden kann.

Überblick

Pro

  • gelungener Koop-Modus …
  • gute Wiederspielbarkeit
  • spielerische Unterschiede zwischen Solo und Koop
  • ordentliche Rätsel
  • gute Action-Passagen
  • für einen Download-Titel grafisch sehr hübsch
  • guter Umfang

Contra

  • … der zur Zeit nur offline spielbar ist
  • recht banal erzählte Geschichte
  • Schusssteuerung gewöhnungsbedürftig

Wertung

  • X360
    85
    %

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