Test - Kororinpa : Hals über Kopf ins Labyrinth

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Manche Spielideen mögen noch so ausgelutscht und langweilig klingen, irgendwie machen sie immer Spaß. Das alte „Roll die Murmel zum Ausgang“-Konzept ist solch eine Idee. Dass dieses klassische Geschicklichkeitsspiel auch in Videospiel-Form funktioniert, zeigt ’Kororinpa’.

Für den kleinen Rollhunger zwischendurch

Manche Spielideen mögen noch so ausgelutscht und langweilig klingen, irgendwie machen sie immer Spaß. Das alte „Roll die Murmel zum Ausgang“-Konzept ist solch eine Idee und auch bei ´Kororinpa´ gibt es keine Story, keine Waffen und keine Gegner, sondern nur eine Kugel, einen Ausgang sowie ganz viele Hindernisse.

Auf den ersten Blick ist ´Kororinpa´ ein billiger Abklatsch von ´Super Monkey Ball: Banana Blitz´, obendrein ohne dessen Multiplayer-Bonusspielchen. Mit dem Wii-Controller kippt ihr den kompletten Untergrund, auf dem sich die Kugel befindet, woraufhin diese in die entsprechende Richtung kullert. Bevor ihr den rettenden Ausgang betreten dürft, müsst ihr gelbe Kristalle aufsammeln, netterweise bleiben euch diese nach einem Fehltritt ins Bodenlose und dem unvermeidlichen Neustart erhalten.

Jedes der 45 Levels enthält noch einen grünen Kristall, der meist etwas versteckt und/oder schwieriger zu erreichen liegt. Habt ihr über die komplette Spieldistanz genügend beisammen, schaltet ihr nach und nach eines der fünfzehn Geheimlevels frei. Überdies gibt es noch fünf Bonusherausforderungen, sobald ihr genügend Goldpokale erspielt habt. Ob ihr solch einen erhaltet, hängt von eurer Zeit ab, in der ihr ein Level erfolgreich absolviert.

Obwohl es zusätzlich noch ein paar alternative Kugelvarianten gibt, welche dank variierender Gewichtung ein unterschiedliches Rollverhalten ans Tageslicht legen, ist der mangelnde Umfang das größte Manko von ´Kororinpa´. Die Standardlevels habt ihr an ein, zwei Nachmittagen durch und das Finden aller grünen Kristalle dauert auch nicht sehr lange.

Auf den Kopf gestellt

Trotzdem bescheinigen wir der Kugelei eine klare Daseinsberechtigung, weil Entwickler Hudson sich beim Leveldesign viel Mühe gegeben hat. Nicht nur, dass der Schwierigkeitsgrad perfekt ansteigt: Das Spiel definiert das Wort "3D-Architektur" neu. Manche Passagen verlangen von euch, dass ihr den Controller um mehr als 90° dreht und somit sekundenlang auf einer Seitenfläche herumrollt. Spätestens hier versteht ihr auch, warum ihr die fest installierte Kameraperspektive nicht verändern dürft: Dies würde schlichtweg viel zu sehr verwirren.

Die Sensibilität der Steuerung lässt sich nicht einstellen, allerdings funktioniert sie sowieso tadellos. Zwar fühlt sich der Kippwinkel etwas schief oder verzogen an, sobald ihr den Controller um mehr als 90° drehen müsst, aber daran gewöhnt ihr euch recht schnell. Freilich ist ´Kororinpa´ nichts für Ungeduldige oder Leute mit unruhigen Händen.

Bunt und heiter

Bei der Präsentation hat Hudson ebenfalls wirklich gute Arbeit geleistet: Die Grafik ist schön bunt, die verschiedenen Levelhintergründe sind erstaunlich abwechslungsreich und die Technik spielt euch keine Ruckelstreiche. Noch besser ist die Musik, welche zum Geheimtipp der Saison für Soundtrackliebhaber mutieren könnte: Die Melodien erinnern in Sachen Leichtigkeit und Mitpfeifqualität an den Klassiker ´Incredible Machine´, hinzu kommen liebevolle Hommagen an alte Hudson-Oldies wie beispielsweise ´Star Soldier´. Last, but not least: Es gibt erstaunlich viele Musikstücke, welche erfreulicherweise nie nerven.

Für das Protokoll sei noch der Multiplayer-Modus erwähnt, in dem ihr jedoch nur zu zweit per Splitscreen und praktisch unabhängig voneinander agiert, rein um des „Wer ist als Erstes im Ziel?“-Wettbewerbs.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Als Fan derartiger Spiele bin ich von ´Kororinpa´ dank der „wirklich“ dreidimensionalen Levels, der gelungenen Steuerung und der beschwingten Musik sehr angenehm überrascht. Nur der mangelnde Umfang und die altbackene Idee, so bewährt sie auch ist, verhindern eine 80er-Wertung.

Überblick

Pro

  • Level-Design "sehr" dreidimensional
  • gelungene Steuerung
  • schöne Musik

Contra

  • viel zu wenig Levels
  • nichts für Leute mit zittrigen Händen
  • zwangsweise feste Kameraperspektive

Wertung

  • Wii
    78
    %

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