Special - Kingdom Come: Deliverance : Schöner als die Realität?

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Das Mittelalterrollenspiel Kingdom Come: Deliverance geht andere Wege als andere Rollenspiele. Statt Monstern und Drachen in einer Fantasiewelt zu begegnen, erlebt ihr ein authentisch gestaltetes Mittelalter mit rein menschlichen und ab und zu tierischen Gegnern. Zwar will Kingdom Come keine Mittelaltersimulation sein, sondern immer noch ein Videospiel, doch wird alles dafür getan, das Mittelalter glaubhaft und realitätsnah auf den Bildschirm zu bringen.

Schöner als die Realität? - Gameswelt NEXT - Kingdom Come: Deliverance - Teil 3
Das Rollenspiel versetzt euch in ein Mittelalter, wie es realer und authentischer in kaum einem Spiel war. Wir blicken hinter die Kulissen.

Wer sich ein wenig für Geschichte interessiert, wird im Spiel auf viele interessante Dinge stoßen, gerade was die Historie von Böhmen im Mittelalter angeht. Es werden keine Klischees aus Hollywood-Mittelalterfilmen reproduziert, sondern ein eher realistischer Blick auf das Zeitalter wird geboten. Ein Ziel der Entwickler ist es, ein Stück tschechische Geschichte zum Leben zu erwecken, von der Umwelt über die Gebäude bis hin zu den Bewohnern und ihrem Lebensstil.

So authentisch wie nur möglich

Ganz bewusst setzen die Entwickler auf ein echtes Gebiet in Böhmen, die Region zwischen Rataje und Sázava, und arbeiten mit tatsächlich vorhandenen Landschaften und Gebäuden. Wir hatten die Gelegenheit, bei unserem Besuch einige der Originalschauplätze des Spiels zu besuchen, wie die Ortschaft Tarnberk oder das Kloster von Sásava, und waren beeindruckt, wie viel Liebe zum Detail die Entwickler in das Spiel stecken, um das Mittelalter so authentisch wie möglich darzustellen. Sogar eine Historikerin hat man dafür ins Entwickler-Team aufgenommen.

Nicht mehr vorhandene oder zerstörte reale Gebäude wurden für das Spiel von Zeichnern in Zusammenarbeit mit der Historikerin rekonstruiert, noch bestehende hingegen detailgetreu umgesetzt. Selbst kleinere Aspekte wie Werkzeuge, Waffen, Kleidung oder Wandmalereien werden exakt nachgebildet. Die NPCs werden zurzeit mittels Face-Scan und Motion-Capturing so natürlich wie möglich gestaltet. Dabei hat man sogar daran gedacht, das alltägliche Leben der Bewohner mit seinen Tagesabläufen möglichst realistisch wiederzugeben.

Das spiegelt sich ebenso im Gameplay wider. Kämpfe sind eher die Ausnahme und finden zumeist gegen einen oder wenige Gegner statt. Kommunikation und Interaktion stehen im Vordergrund. Das Kampfsystem wirkt entsprechend realitätsnah und wurde in Zusammenarbeit mit Schwertkämpfern entwickelt. Abgesehen davon müsst ihr euch um Nahrung kümmern und eurer Hauptfigur Henry auch mal eine Mütze Schlaf gönnen.

Aufwendige Umsetzung

Der Aufwand für solch ein Projekt ist natürlich enorm und allein mit den Kickstarter- und Crowdfunding-Erlösen nicht zu bewältigen. Die dienten auch eher dazu, sich die Unterstützung eines Investors zu sichern und dann die Entwicklung zu beginnen. Seit unserem letzten Besuch vor eineinhalb Jahren wurde das Personal von knapp 40 auf an die 100 Mitarbeiter aufgestockt. Nebenher wurde auch technisch aufgerüstet, beispielsweise mit einem kompletten Motion-Capturing-Studio und Face-Scan-Möglichkeiten.

Fest steht, dass Kingdom Come: Deliverance früher oder später seinen Weg auf die PS4 und die Xbox One finden wird. Der Abschluss der Arbeiten an der PC-Version steht allerdings zunächst im Fokus der Entwickler. Was nicht feststeht, ist der Release-Termin. Schlussendlich gibt es noch viel zu tun, um das Spiel zu finalisieren. Die Gamepad-Steuerung ist auf jeden Fall schon implementiert, das Rollenspiel ist auf dem PC sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit dem Gamepad gut spielbar.

Einiges hängt auch noch davon ab, welchen Einfluss ein möglicher Distributionspartner haben wird. Zwar will Warhorse auch weiterhin keinen Publisher haben, der Einfluss auf das Spiel selbst nehmen könnte, Vertriebswege werden aber dennoch benötigt. So könnte es durchaus passieren, dass die PC-Version zugunsten einer gleichzeitigen Veröffentlichung mit den Konsolenversionen etwas nach hinten rutscht. Das bleibt abzuwarten.

Besonders interessant dürfte die Hauptfigur Henry werden. Derzeit ist dieser so wichtige Charakter quasi noch ein Platzhalter, denn Warhorse Studios ist in Verhandlungen mit BBC-Schauspielern, von denen einer der Hauptfigur sein Antlitz und seine Stimme leihen soll. Wer da genau im Gespräch ist, wollte man uns allerdings noch nicht verraten. Eine entsprechende Ankündigung sollte in nächster Zeit erfolgen.

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