Special - Kingdom Come: Deliverance : Die Entstehung des Mittelalter-Rollenspiels

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Kingdom Come: Deliverance gehört zu den ambitionierten Projekten, die auf einer eher eigenwilligen Grundidee basieren. Entsprechend hatten die Schöpfer des Rollenspiels es nicht einfach, den Titel überhaupt in Gang zu bringen. Was mit einer Idee und der Gründung eines Entwicklerstudios vor rund sieben Jahren begann, kann ab dem 13. Februar 2018 nun endlich gespielt werden. Das Spiel hat einen langen und steinigen Weg hinter sich, auf den wir anlässlich des Releases zurückblicken.

Alles begann mit einer Idee von Mafia-Schöpfer Daniel Vávra, nachdem er 2009 seinen bisherigen Arbeitgeber 2K Czech verlassen hatte. Mit dem Konzept eines authentischen, in seiner Heimat angesiedelten Rollenspiels in der Tasche und einem kleinen Team im Gepäck ging er auf Investorensuche. Recht schnell konnte er Martin Klíma an seine Seite holen, einen früheren Pen-and-Paper-Autor (Dragon's Lair) und Gründer der Spieleschmiede Altar Interactive.

Doch die Suche nach dem dringend nötigen Geld entpuppte sich als schwerer als gedacht. Kaum jemand hatte Interesse an einem Projekt, das gängigen Vorstellungen von einem erfolgreichen Rollenspiel derart widersprach. Gerade größere Publisher hatten große Bedenken, das Projekt zu unterstützen. Schlussendlich konnte ein tschechischer Privatinvestor gefunden werden, der zumindest bereit war, einen Prototyp des Spiels zu finanzieren. Warhorse Studios wurde Mitte 2011 gegründet und die Arbeiten an Kingdom Come begannen.

Doch auch mit dem Prototyp in der Tasche ging es nicht voran. Umfragen unter Spielern deckten zwar ein großes Interesse an einem realitätsnahen Mittelalterszenario auf, doch sowohl große als auch kleine Publisher konnten weiterhin nicht überzeugt werden. Das Projekt drohte zu scheitern, bevor es richtig begonnen hatte. Warhorse Studios unternahm einen letzten Versuch, Geld an Land zu ziehen und seinen bisherigen Investor zu weiteren Schritten zu ermutigen.

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Im Januar 2014 ging das Studio auf große Pressetour und rief eine Kickstarter-Kampagne ins Leben. Damit sollte vor allem bewiesen werden, dass ein Markt für ein solches Spiel vorhanden ist und eine Investition sich lohnen könnte. 300.000 GBP wurden als Ziel angesetzt, garniert mit verschiedenen Stretch-Goals. Die Kampagne war ein voller Erfolg. Mit dem Ende der Kampagne nach etwa einem Monat hatten über 35.000 Spieler die Entwicklung unterstützt und einen Betrag von über 1,1 Millionen GBP in die Kassen gespült.

Die Kickstarter-Kampagne wurde danach als eigenes Crowdfunding-Projekt weitergeführt, wodurch über 2 Millionen GBP eingespielt wurden. Das Projekt war gerettet, die Arbeiten an Kingdom Come: Deliverance konnten nun mit Vollgas vorangetrieben werden. Ursprünglich war vorgesehen, den Titel Ende 2015 für den PC zu veröffentlichen. Mittlerweile wissen wir, dass der Termin dann doch etwas arg optimistisch war. Die Entwicklung ging weitaus schleppender voran als gedacht, gleichzeitig wuchs das Projekt immer weiter.

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