Special - Kingdom Come: Deliverance : Der lange Weg zur Finanzierung

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In einem Kickstarter-Update haben die Mannen der Warhorse Studios nun ausgeführt, wie schwer es in der Branche sei, ein Projekt wie Kingdom Come: Deliverance überhaupt zu finanzieren, und warum man hierfür auch auf die Crowdfunding-Plattform zurückgreifen müsse. Demnach habe man frühzeitig Kontakt zu diversen Publishern aufgenommen, wobei vor allem die größeren Vertreter zunächst eher reserviert reagierten. Kleinere Publisher dagegen hätten starkes Interesse signalisiert.

Um die Zweifel der Geldgeber auszuräumen, habe man sich schlussendlich dazu durchgerungen, in den USA und in Deutschland Umfragen zu starten, um das Interesse der Spieler am Projekt für die Publisher auszuloten. Als das Projekt schon fast zum Scheitern verurteilt war, seien dann die ersten Ergebnisse dieser Umfragen eingetrudelt - und diese fielen durchaus sehr positiv aus. 80 Prozent der Befragten waren beispielsweise davon begeistert, dass das Szenario auf historischen Ereignissen beruht und gänzlich auf Magie verzichtet; nur vier Prozent hatten aufgrund fehlender Fantasy-Elemente Bedenken.

Durch die Umfrage habe man die Zielgruppe spürbar eingrenzen und benennen können; das Interesse in der Community sei vorhanden und nachgewiesen gewesen. Die Umfrageergebnisse wurden den Publishern zur Verfügung gestellt, die zugleich auch eine spielbare Demo zu Gesicht bekamen. Dennoch hatten alle großen Publisher weiterhin Zweifel, ob das Spiel erfolgreich sein könne; ob das Spiel unterhaltsam genug sei, könne man erst nach dem Abschluss der Arbeiten am Kampf- und Questsystem beurteilen.

Logisch, dass man bei den Warhorse Studios darüber alles andere als begeistert war. Wäre man mit der Entwicklung schon so weit, hätte man die finanziellen Mittel der Publisher nicht mehr unbedingt benötigt. Und auch kleinere Publisher, in die man die Hoffnungen setzte, ließen das Spiel schlussendlich fallen.

Plan B sei gewesen, nur noch auf Anforderung von Partnern tätig zu werden, am riskantesten und gleichzeitig verlockendsten sei aber Plan C gewesen, nämlich Crowdfunding. Während man erfolgreiche Kampagnen studierte und mit einem Koinvestor das weitere Vorgehen besprach, eröffnete man die Situation den Angestellten - und wartete auf den Exodus.

Dieser trat jedoch nie ein. 13 Tage vor der Veröffentlichung der PlayStation 4 habe es dann ein Treffen mit dem Investor gegeben, wobei man einen wichtigen Faktor realisiert habe: Publisher hatten zu diesem Zeitpunkt noch immer große Angst, die Next-Gen-Generation könnte floppen, weshalb man hinsichtlich größerer Investitionen in neue Marken wie Kingdom Come: Deliverance skeptisch gewesen sei.

Kingdom Come: Deliverance - Kickstarter Trailer
Anlässlich des Starts der Crowdfunding-Kampagne von Kingdom Come: Deliverance gibt es dieses neue Video.

In Gesprächen mit dem Koinvestor konnte man schlussendlich die Finanzierung der Crowdfunding-Kampagne sicherstellen. Sollte diese erfolgreich sein, versprach der Investor außerdem, das Spiel bis zum Ende zu finanzieren. Die Unterstützung des Investors würde in diesem Fall wesentlich höher ausfallen als der per Kickstarter generierte Betrag.

Das vorläufige Ende der Geschichte ist bekannt: Die Kickstarter-Kampagne war binnen 36 Stunden erfolgreich; seither geht es nur noch um die Umsetzung von Zusatzzielen, die das Spiel noch besser machen sollen. Die Zukunft des Titels ist entgegen allen Widerständen gesichert, was man auch der Geduld des Investors zu verdanken habe, der mit dem Entwickler-Team weiter nach Lösungen gesucht habe, als alle anderen dieses bereits hätten fallen lassen. Ohne das Interesse der Spieler und der damit verbundenen Kickstarter-Kampagne hätte Kingdom Come: Deliverance aber womöglich nie das Licht der Welt erblickt.

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