Preview - Kingdom Come: Deliverance : E3-Vorschau: Auf einem guten Weg

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Zuletzt konnte ich vor etwas über einem Jahr in Prag einen Blick auf das Rollenspiel werfen, das gänzlich ohne Fantasy-Elemente auskommt. Die Leidenschaft der Entwickler war überall spürbar, auch wenn der Titel in vielen Aspekten noch Feinschliff vermissen ließ. Einen Teil böhmischer Geschichte akkurat und detailliert nachzubilden, schien eine Aufgabe zu sein, mit der sich das recht kleine Team zu übernehmen drohte. Nachdem ich auf der E3 auf den neuesten Stand gebracht worden bin, habe ich aber gute Gründe, optimistisch zu sein.

Auf der Messe waren drei verschiedene Segmente spielbar. Neben dem Anfang der Kampagne konnten man sich in einem Tutorial mit dem komplexen Kampfsystem von Kingdom Come vertraut machen oder sich direkt in eine kleine Schlacht stürzen, die nicht nur das Verhalten der KI veranschaulichte, sondern auch deutlich machte, wie entscheidend die Wahl der passenden Ausrüstung sein kann. Ausdauer ist in den Gefechten das A und O. Mehr als ein, zwei Schläge werdet ihr kaum anbringen können, bevor Held Henry eine Pause braucht.

Vor allem in dicker Eisenrüstung verlassen euch schnell die Kräfte, dafür seid ihr aber auch besser geschützt. Lederrüstung lässt euch leichtfüßiger um die Gegner herumtänzeln, dafür steckt ihr aber kaum Treffer weg. Attacke und Parade funktionieren nach einem ähnlichen System wie bei Ubisofts For Honor, allerdings mit mehr Optionen und deutlich reduzierter Geschwindigkeit. Das Bestreben, sämtliche Aspekte des frühen 15. Jahrhunderts möglichst authentisch umzusetzen, ist allerdings nicht nur aufs Blutvergießen beschränkt.

Es war einmal in Böhmen ...

Die Kampagne beginnt in einem kleinen Dorf jenes Landes, das heute zur Tschechischen Republik gehört, früher aber ein Teil des mächtigen Heiligen Römischen Reiches war. Protagonist Henry ist der Sohn des örtlichen Schmieds und hat vor allem Zechgelage mit seinen Freunden und die Schankmaid Bianca im Kopf. Von den politischen Unruhen im Vielvölkerstaat, die sich bald auf seine Heimat ausdehnen werden, ahnt er noch nichts. Von seinem Vater wird Henry mit diversen Lieferungen beauftragt. Eine gute Gelegenheit, das liebevoll gestaltete Dorf kennenzulernen.

  • Kingdom Come: Deliverance - Screenshots - Bild 1
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Dass die Warhorse Studios viel Zeit in Recherchen investieren, scheint sich auszuzahlen. Beim Streifzug durch den Weiler glaubt man, das Mittelalter förmlich riechen zu können. Es schadet da nicht, dass Kingdom Come grafisch einiges auf dem Kasten hat und vor allem die Charaktermodelle einer deutlichen Überarbeitung unterzogen wurden. Henry sieht nicht mehr aus wie ein Hobbit! Dialoge sind in Kingdom Come von großer Bedeutung. Laut den Entwicklern sollen sich nahezu alle Konflikte im Spiel durch Diplomatie und eine silberne Zunge lösen lassen.

Als sich der stadtbekannte Trunkenbold weigert, uns die versprochenen Werkzeuge auszuhändigen, können wir ihn einschüchtern, an seine Ehre appellieren oder ihm mit dem Gang zu den Autoritäten drohen. Wie Henry hat auch jeder seiner Gesprächspartner einen bestimmten Wert in den Dialogkategorien. Um das gewünschte Resultat zu erzielen (das durchaus auch ein zünftiger Faustkampf sein kann), sind Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen gefragt. Sogar den Ablauf ganzer Schlachten oder Handlungsstränge könnt ihr so beeinflussen. Scheitert ihr, geht die Geschichte weiter, nimmt aber je nach Situation einen explizit anderen Verlauf.

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