Test - Killer 7 : Killer 7

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Kunst oder verrückter Spiele-Trash? Bereits im Vorfeld machte Capcoms ’Killer 7’ nicht zuletzt aufgrund des abstrakten Grafikstils von sich reden. Nun ist der abgedrehte Action-Titel rund um eine mysteriöse Auftragskiller-Truppe endlich erhältlich und muss sich im Testlabor beweisen. Wir verraten euch im folgenden Review, ob ’Killer 7’ in jedes gut sortierte Spielezimmer oder doch besser hinter Glas in ein Kunstmuseum gehört.

Lachende Selbstmordattentäter kommen in den Himmel

Viele Videospieler dürften vehement die Auffassung vertreten, dass so manches Spiel durchaus ähnlich kunstvolle Elemente hat wie anspruchsvolle Musik oder ein Problemfilm auf Arte. Trotzdem halten sich die meisten Games an dieselben kommerziellen Regeln, die man von Konsolentiteln je nach Genre gewohnt ist. Nur wenige Spiele versuchen wenigstens, in einigen Punkten aus diesem starren Korsett auszubrechen, auf der PlayStation 2 lassen sich diesbezüglich wohl ’Rez’ und ’Ico’ nennen. Ab sofort darf man auch ’Killer 7’ zu diesem elitären Kreis zählen, denn dieser Titel aus dem Hause Capcom greift ebenfalls auf Methoden der modernen Kunst zurück, um sich vom typischen Spiele-Einerlei abzuheben.

Doch zunächst zur postmodernen Story, die sich ähnlich wie das gesamte Spiel nicht richtig in Worte fassen lässt und mehr Fragen offen lässt als beantwortet. Eine Terroristengruppe namens Heaven Smile attackiert Passanten, indem dämonische Geister-Selbstmordattentäter auf die Opfer zurennen und sich bei Berührung in die Luft sprengen. Hier kommt das Syndikat der Killer 7 ins Spiel. Beauftragt vom behinderten Harman Smith sollen sieben Auftragskiller zunächst die Heaven Smile infiltrieren und prominente Personen der Bande ausschalten. Doch irgendwas scheint mit diesem Assassinenteam nicht so ganz zu stimmen, denn man sieht sie niemals zusammen, sondern immer nur eine Person. Darüber hinaus besitzen alle Killer den Nachnamen Smith und können scheinbar zu jeder beliebigen Zeit untereinander den Platz tauschen. Was es mit dem etwas schizophren wirkenden ’Killer 7’-Team auf sich hat, wie die Terroristen zu stoppen sind und was das ganze mit einem internationalen Konflikt zu tun hat, erfahrt ihr während des zehn Missionen umfassenden Spiels ... oder auch nicht.

Verfremdetes Verwirrspiel

Tatsächlich bleibt die Story weitgehend abstrus und verwirrend. Anstatt dass ihr zusammenhängende Zwischensequenzen zu sehen bekommt, erlebt ihr vielmehr vor allem abstrakte Szenen, die eher an einen abgehobenen Kunstfilm oder einen seltsamen Musikvideoclip erinnern. Somit bleibt es euch in vielen Punkten selbst überlassen, einen roten Faden in dem Geschehen zu finden und euch die Geschichte einigermaßen selbst zusammenzureimen. Besonders schwer macht es euch der Titel zu Beginn. Es gibt zwar ein Tutorial, das beschränkt sich aber nur auf den nötigsten Teilaspekt. Danach werdet ihr direkt ins kalte Wasser geworfen und müsst erst einmal mühsam das abstruse System des Spiels erkunden. Wer sich auf das spezielle Erlebnis einlässt, die ersten zähen Spielminuten durchhält und einige Rätsel lösen kann, dürfte sich aber dann doch mehr und mehr fasziniert von dem Spiel in seinen Bann gezogen fühlen.

Rein spielerisch ist ’Killer 7’ eigentlich recht simpel gehalten. Ihr steuert einen der sieben Killer aus der Third-Person-Ansicht durch die Levels. Dabei betätigt ihr aber nicht etwa den Analog-Stick, vielmehr bewegt sich der Spielcharakter auf vorgegebenen Bahnen durch die Räume - um ihn vorwärts zu bewegen, drückt ihr den X-Button, um ihn zu drehen ist die Dreieck-Taste zu betätigen. Kommt ihr an eine Kreuzung, trefft auf eine Person oder dürft einen Gegenstand genauer untersuchen, könnt ihr diese verschiedenen ’Abzweigungen’ über ein Menü wählen. Sobald ihr ein irres Lachen hört, solltet ihr über die Schultertasten allerdings in den Ego-Modus wechseln und die Umgebung scannen. So entdeckt ihr die anstürmenden Feinde und lasst ihre Schwachstelle aufleuchten. Per Kanone ballert ihr möglichst zielsicher auf die Schwachstelle, um den Feind rasch zu besiegen. Für jeden getöteten Gegner erhaltet ihr Blut, mit dem ihr eure Verletzungen heilen sowie die Spielfiguren upgraden könnt.

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