26.10.2012 - Christian Kurowski
Die erfolgversprechendste Idee ist wertlos, wenn sie keiner unterstützt. In der heutigen Zeit ist es allerdings kein leichtes Unterfangen, Geldgeber und Firmen von einem Projekt zu überzeugen, da die Konkurrenz gigantisch ist. Aus der Masse hervorzustechen, ist schwer. Hier kommt Kickstarter ins Spiel. Anstatt im stillen Kämmerlein zu werkeln und bei potenziellen Geldgebern Klinken zu putzen, bietet man seine Idee einer großen Masse an. Wem es gefällt, der steuert einen Teil in Form von Geld dazu bei. Dafür bekommt er dann bestimmte Präsente, exklusive Sachen oder wird gar in den Entstehungsprozess mit eingebunden.
Doch auch das 2008 in New York gegründete Start-up-Unternehmen Kickstarter hat Regeln und Richtlinien. So muss das Projekt bestimmte Anforderungen erfüllen. Nicht nur die Funktionalität spielt eine Rolle, auch das Design ist entscheidend: "Überlege dir etwas, das du in Designerläden finden würdest und nicht auf Teleshopping-Sendern", heißt es auf der Homepage. Außerdem ist es untersagt, Geld für Hilfsorganisationen oder Aufklärungskampagnen zu sammeln. "Do it yourself", lautet die Devise. Und es läuft gut. Zumindest für Kickstarter selbst: Für jede finanzierte Idee kassiert das Unternehmen 5 Prozent Vermittlungsprovision, weitere 3 bis 5 Prozent gehen an Amazon Payments. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden auf der Plattform 337 Millionen Dollar eingenommen.
Bis zum 22. Oktober 2012 wurden 74.732 Projekte auf Kickstarter.com gestartet. 3.232 davon laufen aktuell. 40.182 verliefen erfolglos im Sand. Das ist mehr als die Hälfte. Ganze 12 Prozent der Projekte haben nie einen einzigen Dollar bekommen. Spiele auf Kickstarter haben aktuell eine Erfolgsrate von 35 Prozent. Die Erfahrung des Scheiterns machten auch Brenda Brathwaite und Tom Hall: Anfang Oktober stellten sie ihre Idee in Kooperation mit John Romeros Studio Loot Drop der breiten Masse vor. Ein Rollenspiel alter Schule sollte es werden, mit unterschiedlichen Rassen, Endsequenzen, Fähigkeiten und rundenbasierten Kämpfen.
Vor wenigen Tagen folgte der Rückzug. Das Projekt sei am Spielkonzept gescheitert. An den Erfolg wurde nicht mehr geglaubt. Man lässt den Titel "lieber sterben", heißt es in einem Update. Dieses Beispiel ist nur eines von vielen, das zeigt, dass eine Idee alleine nicht ausreicht. Mittlerweile zählen auch die Präsentation sowie die Art und Weise, wie man sich der breiten Masse vorstellt. Ein professionell gedrehtes Video, regelmäßige Updates, einzigartige Belohnungen: Die potenziellen Unterstützer wollen geködert und informiert werden.
Ist die eigene Idee finanziert, geht die Arbeit erst richtig los – und zwar an mehreren Fronten. Das Spiel muss weiterentwickelt, die Belohnungen wollen verschickt und die sogenannten Backupper auf dem Laufenden gehalten werden. Gerade für kleinere Teams eine Mammutaufgabe. So auch für das kleine Entwicklerstudio War Balloon Games. Ihr iOS-Spiel Star Command nahm 37.000 Dollar ein, ihr Ziel stand bei 20.000 Dollar. Wie die Entwickler kürzlich in einer Mitteilung zugaben, unterschätzten sie schlichtweg die ganzen Aufgaben, die sie neben der Programmierung erledigen mussten, und die Zeit, die diese Aufgaben beanspruchen. So sei schlussendlich nur knapp ein Zehntel von der Finanzierung ins eigentliche Spiel geflossen.
Der Rest? 2.000 Dollar wurden nicht überwiesen, ein Teil ging an Kickstarter und Amazon, ans Poster-Design, an die Herstellung der T-Shirts und den Versand.
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Kommentare zu Kickstarter
Dazu noch das hier im Artikel vorgestellte FTL, dann faellt mir auf Anhieb noch Giana Sisters ein und es gibt sicher noch ein paar andere, welche erfolgreich zum Abschluss gebracht wurden.
doch gibt es. ravaged und chivalry z.b.
Bisher gibt es, soweit ich weiss, kein einziges Projekt wo es konkrete Ergenisse und hohe Qualitäts-Nachweise gibt welches mit Kickstarter finanziert wurde. Da hat man alle Gründe skeptsich zu sein.
@trick93: Jepp, März 2013. Letztens gewinnt das Unternehmen.
Ich würde sogar wetten, dass Ouya niemals erscheinen wird. Seit der Kickstarter-Finanzierung hat man nichts mehr davon gehört - und wann soll Release sein? Im März?
Solche Kickstarterprojekte wie Ouya stehe ich skeptisch gegenüber. Bei Ouya ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie die Konsolengiganten Sony, Nintendo und Microsoft Konkurrenz macht und wenn noch die NextGen angekündigt wird, darauf Wette ich, das Ouya untergehen wird.
Ich bin mir nicht ganz sicher ob Tim Schafer überhaupt ein Spiel im Sinne von "Vorgestellt" vorgestellt hat. Imo haben die da doch nur gesagt "gebt uns Geld und wir machen ein P&C, irgendeins, was sagen wir nicht" und das so aussehen lassen als ob es keine guten P&C`s mehr gibt. Naja und das Making Of dazu, was wohl die Treibende Kraft war, hoffe ich.
Was mir dabei wirklich nicht gefällt ist, dass die Ziele immer höher gesetzt werden um den eigenen Markt zu erweitern. Sprich noch ma ne xxx Summe für Ipad usw, nochma xxx für eine weitere Sprache.
Eigentlich ne gute Sache, aber nach deutscher Mentalität wird man da doch etwas für dumm verkauft. Die Amerikaner haben bekanntermaßen ja eine andere Spenden, Finanzierungs und Erfolgsmentalität.