Test - Just Cause 3 : Der Sprengmeister

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Rico Rodriguez ist ein Teufelskerl. Ein Gefahrensucher, der dem Tod ins Gesicht lacht. Er hat kein Adrenalin im Blut, Adrenalin ist sein Blut. Seit vielen Jahren erledigt er für den US-Geheimdienst die Drecksarbeit: Staaten destabilisieren, Regime entthronen, ganze Regionen ins Chaos stürzen. Doch in Just Cause 3 wird die Angelegenheit persönlich. Der skrupellose Sebastiano Di Ravello unterdrückt Ricos Heimatland Medici und macht das einstige Inselparadies zu einer Militärdiktatur. Zudem sitzt er auf einer gewaltigen Menge von Bavarium, einem fiktiven Element, das nicht nur als Energiequelle dient, sondern auch zur Fertigung von Massenvernichtungswaffen missbraucht werden kann.

Viva la Revolution

Gleich nach seiner Ankunft in Medici trifft Rico auf seinen alten Kumpel Mario. Das wandelnde Südeuropäerklischee hat sich den Rebellen angeschlossen, die gegen Di Ravello in den Kampf ziehen. Die Bemühungen der Aufständischen sind bislang wenig von Erfolg gekrönt. Zum Glück ist Rico ein Vollprofi und kann ihnen auf die Sprünge helfen. Um den Einfluss des Diktators nach und nach einzudämmen, müsst ihr nun Städte befreien, Industrieanlagen zerstören und dabei eine Schneise der Verwüstung hinter euch herziehen.

Medici ist, in guter Just-Cause-Tradition, eine riesige Spielwelt, deren Ausmaße andere Open-World-Vertreter wie GTA V oder Fallout 4 locker in die Tasche stecken. Im Gegensatz zum Vorgänger langweilt Just Cause 3 jedoch nicht mit ewig gleicher Dschungellandschaft. Die Inseln Medicis sind optisch deutlich abwechslungsreicher ausgefallen und beeindrucken mit toller Weitsicht und idyllischer Vegetation. Erkauft wird das mit Siedlungen und Fabrikanlagen, die deutlich nach „Baukasten“ aussehen, sowie einer ziemlich unbelebten Welt. Oder sind alle Bewohner vorsorglich zu Hause geblieben, da sie Ricos Zerstörungswut nicht in die Quere kommen wollten?

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug?

Rico ist nicht nur so zäh wie Superman und überlebt selbst die haarsträubendsten Situationen, sondern kann sich auch fast so flink fortbewegen. Der Greifhaken ist die eierlegende Wollmilchsau von Just Cause 3. Ihr benutzt ihn, um größere Distanzen ebenso elegant wie schnell zurückzulegen, um Fahrzeuge zu kapern, um höhere Strukturen zu erklimmen und nicht zuletzt auch, um damit allerlei Schabernack zu treiben. Neu ist die Möglichkeit, mehrere Gegenstände miteinander zu verknüpfen und auf Knopfdruck heranzuziehen. Daraus ergeben sich mal mehr, mal weniger sinnvolle Einsatzmöglichkeiten.

Ihr könnt zum Beispiel ein explosives Fass mit einem gegnerischen Vehikel verknüpfen, um letzteres ganz ohne Munitionseinsatz auszuschalten. Ihr könnt aber auch einfach Mensch und Tier an Häuserwände heften. Habt ihr das Zusammenspiel aus Greifhaken, Fallschirm und dem neuen Wingsuit erst einmal raus, werdet ihr euch kaum noch anders vom Fleck bewegen wollen. Es macht sauviel Spaß, sich rasant durch die Gegend zu katapultieren und über malerische Sonnenblumenfelder zu schweben. Hin und wieder solltet ihr trotzdem auf traditionelle Fortbewegungsarten zurückgreifen. Denn Autos, Motorräder und Helikopter könnt ihr in Garagen verstauen und euch später auf Wunsch jederzeit liefern lassen.

Just Cause 3 - Video Review
Rico Rodriguez ist zurück - und er hat Bock auf Chaos. Wir sagen euch, ob Just Cause 3 noch mehr als spektakuläre Explosionen zu bieten hat.

Hochexplosiv

Diese sogenannten Rebellenabwürfe versorgen euch in jedem Winkel der Welt in Sekundenschnelle mit Waffen und Vehikeln. Manche Hilfsmittel lassen sich allerdings nur durch das Absolvieren von Missionen, Befreien von bestimmten Örtlichkeiten oder durch Sammelobjekte freischalten. Wollt ihr Di Ravellos Präsenz in Medici schmälern, läuft dies stets nach dem gleichen Schema ab. Um die Rebellenfanfare ertönen zu lassen, müsst ihr eine Reihe von sogenannten Chaosobjekten zerstören. In Städten sind das beispielsweise Propagandaplakate, Lautsprecher und Statuen des Machthabers. In Industriegebieten hingegen Satellitenschüsseln, Treibstofftanks und Generatoren.

Wie ihr das anstellt, ist aber komplett euch überlassen und macht einen großen Reiz von Just Cause 3 aus. Schnappt ihr euch ein Fluggerät und nehmt das Areal von oben unter Beschuss? Versucht ihr das Problem mit euren Handfeuerwaffen zu lösen? Arbeitet ihr mit eurem Greifhaken und sucht möglichst kreative Wege, um für Radau zu sorgen? Das Spiel wird in diesen Situationen schnell hektisch und manchmal unübersichtlich. Aber Just Cause 3 nimmt das bewusst in Kauf, denn nur so ergeben sich die vielen witzigen, unvorhersehbaren und kuriosen Momente, die den Titel auszeichnen.

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