Preview - Impossible Mission : Weiteres Klassiker-Remake für unterwegs

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Remakes legendärer Videospielklassiker scheinen zurzeit voll angesagt zu sein. Nun hat es auch ’Impossible Mission’ erwischt. Bevor die nostalgische Agentenhatz für PSP dazu ansetzt, das Herz von Retro-Fans zu erobern, haben wir einen eingehenden Blick darauf geworfen.

Früher war alles besser

Aber natürlich, was auch sonst? Spiele von heute können doch nicht im Geringsten mit der Faszination eines ‘Tetris’, ‘Pac-Man’ oder ‘Impossible Mission’ mithalten! Na gut, sagen wir eher: Früher war nicht alles besser, aber es war vieles anders. Keine fotorealistische Grafik, nahezu jedes Spiel in 2D, keine Speichermöglichkeiten ... Stop, halt, zurück: ‘Impossible Mission’? Nicht ‘Mission Impossible’? Was soll das überhaupt für ein Spiel sein?

Geschichtsstunde für Gameswelt-Leser: Im Jahre 1984 startete eine Firma namens Epyx zum einen die vielleicht legendärste Spieleserie über Sportolympiaden (Stichwort ‘Summer Games’), zum anderen das Vorbild für ‘Metal Gear Solid’, ‘Splinter Cell’ & Co. In ‘Impossible Mission’ musste der Spieler den verrückten Wissenschaftler Elvin Atombender daran hindern, die Welt zu vernichten. Dafür ackerte er sich durch mehrere Dutzend Räume und durchsuchte alle darin enthaltenen Einrichtungsgegenstände nach Passwortfragmenten. Von diesen wiederum gab es 36 Stück, welche zusammengepuzzelt die finale Tür zur Zentrale von Elvin persönlich öffneten.

Daran gehindert wurde der Spieler von Robotern, welche alle gleich aussahen, sich aber nicht gleich verhielten. Manche standen nur herum, bewegten sich von A nach B und wieder zurück oder sie brutzelten den Spieler mit einem Laser zu Tode. Weitere Gefahren gab es in Form von bodenlosen Abgründen und einer seltsamen, schwebenden Kugel.

Ungewöhnlich für die damalige Zeit waren die Game-over-Bedingungen: Ihr hattet keine feste Lebensanzahl, sondern ein Zeitlimit von mehreren Stunden. Sobald der Spieler getötet wurde, verlor er ein paar Minuten, und erst wenn der (nicht sichtbare) Zeiger bei Null angelangte, war das Spiel zu Ungunsten des Spielers vorbei.

Die „neue“ Mission

System 3 reanimiert nicht nur dieses Konzept, sondern gleich das komplette Level-Design für ein Remake auf der PSP. In der uns vorliegenden Preview-Version können wir drei Modi anwählen: einen mit neuer Optik, einen im klassischen Gewand wie auf dem alten C64 und einen Mix aus beidem. Allerdings sind wir enttäuscht, dass nicht ein einziger neu designter Raum dabei ist. Entsprechend agieren auch die Roboter wie vor über zwanzig Jahren und die Sieg- bzw. Niederlagebedingungen haben sich ebenfalls nicht verändert.

Um Neulingen das durchaus anspruchsvolle Konzept schmackhaft zu machen, vereinfacht ein Easy-Modus einige Elemente. So bekommt ihr in diesem Falle etwas mehr Zeit, die Roboter sehen passend zu ihrem Verhalten unterschiedlich aus und auf der Übersichtskarte werden fertig durchsuchte Räume farblich markiert.

Die neue Grafik ist schön bunt und für Fans des Originales sicherlich ansehnlich, aber viel besser als die zahlreichen, im Internet für den PC erhältlichen Retro-Remakes alter Klassiker ist es noch nicht. Vom Sound hören wir eine neue, hübsche Geräuschkulisse, dafür hinkt die Sprachausgabe hinterher: Allein der Schrei ins Bodenlose klingt derzeit bei weitem nicht so markerschütternd wie im zeitlosen und für damalige Verhältnisse revolutionären Original, sondern eher so, als ob der Held die Kellertreppe runterpurzelt.

Nebenbei erwähnt haben wir anfangs die Wahl zwischen drei Spielfiguren, welche sich jedoch ebenfalls bislang nur optisch und akustisch unterscheiden. Immerhin stimmen die Steuerung und das alte Spielgefühl, allenfalls bei der Kollisionsabfrage der grafisch überarbeiteten Version sollten die Programmierer noch ein wenig Feinarbeit leisten.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Ich habe das Original mehrmals durchgespielt und freue mich über die akkurate Spielbarkeit. Doch das Fehlen neuer Levels lässt Böses bezüglich des Umfangs erahnen und jüngere Zocker werden Probleme haben, die Faszination von ‘Impossible Mission’ nachzuempfinden.

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