Preview - Hyrule Warriors : Stumpf ist Trumpf

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All die Zweifel, die uns seit der Ankündigung von Hyrule Warriors in den Köpfen herumschwirren, schweben wie ein Damoklesschwert über dem Spiel. Viele von uns haben sich bereits eine Meinung gebildet, ehe das Spiel selbst überhaupt angefasst wurde. Es orientiert sich spielerisch schließlich an Dynasty Warriors, dementsprechend wenig kann man erwarten, oder? Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Es ist nicht leicht, sich eine Meinung von einem Spiel zu bilden, das eine der meistgeliebten Spielserien (The Legend of Zelda) mit einer im Westen kaum beachteten Reihe (Dynasty Warriors) verbindet. Zumal letztere hierzulande für völlig anspruchsloses Gameplay steht und nie solch einen Stellenwert erreichte wie im Mutterland Japan. So wissen wir zumindest, warum sich Nintendo und Koei Tecmo dazu entschlossen haben, diese zwei Serien miteinander zu verschmelzen. Zelda wird in Japan nach Jahren stetig sinkender Bedeutung und Verkaufszahlen endlich wieder etwas Aufmerksamkeit zuteil und Dynasty Warriors findet, so die vermeintliche Hoffung von Koei Tecmo, hierzulande endlich ein größeres Publikum.

Schlechter als sein Ruf?

Hyrule Warriors hat nicht völlig umsonst den Ruf inne, lediglich ein Dynasty Warriors mit übergestülpten Zelda-Skins zu sein. Der Kern des Spiels ist und bleibt der Kampf. Die Schlagkombinationen sind eingängig und können lediglich mithilfe von zwei Knöpfen ausgeführt werden. Das ist nicht sonderlich anspruchsvoll und ermutigt euch dementsprechend, schnell völlig frei von Sinnen auf die Tasten zu hämmern, bis kein Feind mehr steht. Andererseits macht es das Spiel dadurch zu einem gut funktionierenden Multiplayer-Titel. Auch unerfahrene Spieler können ohne große Hürde einsteigen. Ideal, um zwischendurch mal eine ganze Armee zu plätten.

Wozu dann also dieses Spin-off? Eine auf den ersten Blick berechtigte Frage. Habt ihr ein wenig Zeit mit dem Spiel verbracht, merkt ihr jedoch immer wieder, dass auch die Zelda-Formel während des Spielverlaufs an Gewicht gewinnt. Im Laufe des Story-Modus erhaltet ihr regelmäßig neue Items, die für den weiteren Spielfortschritt von Bedeutung sind. Sie dienen nicht nur dazu, bestimmte Passagen zugänglich zu machen oder versteckte Schatztruhen ausfindig zu machen, sondern sind auch wichtig für den Kampf. Das Spinnenwesen Gohma, das euch bereits im Ur-Zelda das Leben schwer machte, blockt jeden erdenklichen Angriff. Nur mit einem gezielten Schuss ins Auge könnt ihr euren Feind betäuben und ihm anschließend mit einer Kombination aus Schlägen den Garaus machen.

Koop-Dilemma

Kooperativ macht Hyrule Warriors, das lässt sich jetzt schon sagen, eine Menge Spaß. Doch zwei Faktoren trüben das Schlachtengetümmel. Zum einen gibt es keinen Online-Modus. Der Titel verfügt lediglich über einen lokalen Koop-Modus. Dabei spielt ein Teilnehmer am Bildschirm des GamePads, während der andere am Fernseher zockt. Eine an sich gute Lösung, da der geteilte Bildschirm euer Sichtfeld einschränkt und das ohnehin schon bunte Treiben noch unübersichtlicher macht. Doch auch hier trübt ein Detail das gesamte Erlebnis. Sowohl auf dem GamePad als auch auf dem Fernseher wird die Auflösung im Zwei-Spieler-Modus heruntergeschraubt. Offiziellen Angaben zufolge wurde dieser Schritt unternommen, damit das Spielgeschehen auf dem Fernseher und dem GamePad synchron abläuft.

Hyrule Warriors - Features Trailer
Neuer Trailer zu den Features in Zelda Hyrule Warriors.

Nachdem wir circa vier Stunden mit dem Spiel verbracht haben, wird offensichtlich, dass genügend Anreize geboten werden, um sich länger mit Hyrule Warriros zu beschäftigen. Es warten viele unterschiedliche Charaktere mit jeweils verschiedenen Waffen, ein Abenteuermodus, der das Spielgeschehen mit der Oberlwelt des ersten The Legend of Zelda verbindet, sammelbare Skulltulas und mehr auf euch.

Fazit

David Kepler - Portraitvon David Kepler
Die Skepsis bleibt auch trotz des riesigen Fan-Services

Nach circa vier Stunden mit Hyrule Warriors konnte ich meine Skepsis nicht völlig ablegen. Der Fan-Service, der interessante Abenteuermodus sowie die Rollenspielelemente machen das Spiel gehaltvollter, als es anfangs erscheint. Zudem stellt sich die Spielmechanik als tiefgründiger heraus, als ich zu Beginn befürchtete. Das alles sind gute Anzeichen dafür, dass sich der Titel nicht als das Desaster entpuppt, das viele befürchten. Doch man braucht sich nichts vorzumachen: Die spielerischen Qualitäten eines klassischen Zelda-Titels werden hier nicht erreicht. Spaß kann es dennoch machen – wenn auch nicht auf solch hohem Niveau.

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