Preview - Hour of Victory : Drei Spezialisten im Zweiten Weltkrieg

  • X360
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Kein zweites 'Strike Force'

Im Unterschied zu 'Commandos: Strike Force' verlangt das Spiel kein ausgeklügeltes Zusammenspiel zwischen den einzelnen Charakteren, es stellt euch lediglich frei, wie und mit wem ihr ein bestimmtes Missionsziel erreichen wollt: Ob ihr euch von hinten an die deutsche MG-Stellung heranschleicht, dessen Besatzung mit dem Scharfschützengewehr aus dem Spiel nehmt oder in einem packenden Straßenkampf Meter für Meter gutmacht, bleibt schließlich euch überlassen. 'Hour of Victory' ist trotz des Charaktersystems im Grunde seines Herzen ein relativ konventioneller Ego-Shooter.

Entsprechend finden sich im Spiel auch sämtliche Elemente, die der geneigte Spieler von einem derartigen Genrevertreter erwartet: In den weitläufigen Außenlevels, die dank modernster Unreal-Technologie bereits zum jetzigen Entwicklungszeitpunkt nahezu problemlos dargestellt werden, gilt es, hunderte deutsche Stahlhelme auszuschalten, stationäre Waffensysteme, wie etwa MG- und Flugabwehrstellungen, zu besetzen und die zahlreichen verfügbaren Waffengattungen gegen den Feind einzusetzen. Klingt alles nicht schlecht, spielt sich aber in dem uns auf dem Midway Gamer's Day in Las Vegas gezeigten Demolevel noch wenig atemberaubend: Das mag vor allem daran liegen, dass 'Hour of Victory' dem Spieler zu viele Freiheiten einräumt. Das Fehlen von taktischer Tiefe auf der einen Seite lässt sich mit den drei unterschiedlichen Spezialeinheiten und ihren Eigenheiten auf der anderen Seite nicht vereinbaren. Entsprechend schwankt der Spielablauf bisweilen zwischen behäbig und total chaotisch. Schon nach wenigen Minuten merkt man dem Programm an, dass ihm eine ordnende Hand fehlt. Hier gibt es für Entwickler nFusion (Line of Sight) bis zum Release noch einiges zu tun. Das Gleiche gilt übrigens auch für die künstliche Intelligenz der computergesteuerten Soldaten, die bisweilen für den geübten Schützen noch ein allzu leichtes Ziel sind.

Technisch solide

Technisch hinterlässt das Spiel dagegen schon jetzt einen sehr guten Eindruck und vermittelt das Gefühl, tatsächlich mitten im Kriegsgeschehen zu stehen: Bis auf die Grundmauern zerstörte Gebäude, das Rattern der Panzerketten und der ständig präsente Kugelhagel erzeugen eine bedrückende Kriegsatmosphäre. 'Hour of Victory' erscheint im Sommer 2007 vorerst exklusiv für Microsofts Xbox 360 und ist über Xbox Live auch Multiplayer-fähig. Details zu Umfang und Ausstattung des Multiplayer-Modus behält sich nFusion derweil allerdings noch in der Hinterhand.

Fazit

von Michael Beer
Uff, bis zum Release im Sommer haben die Jungs von nFusion noch jede Menge Arbeit vor sich, wollen sie verhindern, dass 'Hour of Victory' in der Flut von First-Person-Shootern sang- und klanglos untergeht. Die Verzahnung von harter Weltkriegsaction und freier Missionsgestaltung konnte uns zumindest in dem gezeigten Demolevel keinesfalls überzeugen und wirft ernsthafte Fragen bezüglich des Spielkonzeptes auf. Über diese offensichtlichen Probleme können schließlich weder die gute Technik noch die achtbare Atmosphäre des Programms hinwegtäuschen. Wir sind gespannt, was sich bis zur finalen Version noch tut.

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