Test - Hotline Miami 2: Wrong Number : Zwischen Fiktion und Wirklichkeit

  • PC
Von Kommentieren

Eine große Last liegt auf den Schultern der Entwickler: Hotline Miami war ein Überraschungserfolg. Durch grandioses Gameplay, gepaart mit fantastischer Musik, zog es Spieler weltweit in seinen Bann, sorgte für zahlreiche Portierungen und soll nun mit Hotline Miami 2 in einem furiosen Finale enden. Doch lässt sich der Erfolg wiederholen? Besteht das Laufen-Schießen-Sterben-Prinzip auch eine zweite Runde trotz (oder gerade wegen) Pixelgrafik und Vogelperspektive? Wir prügelten uns durch die PC-Version.

Solltet ihr Hotline Miami nicht kennen, eine kurze Zusammenfassung des Spielbeginns: Mit der ledrig verschwitzten Schweinemaske von Aubrey starten wir unseren blutigen Feldzug. Der erste Feind wird mit WASD angesteuert und mit der linken Maustaste umgehauen. Liegt er am Boden, gibt es den tötenden Fußtritt ins Gesicht mit der Leertaste. Ein weiterer Widersacher stirbt durch ein fliegendes Metallrohr und da das Timing stimmt, verliert der dritte sein Leben durch eine herumliegende Glasflasche. Dann befinden wir uns mit einer halb nackten, blutüberströmten Frau im Raum. Warum? Das erfahren wir, als wir die Anweisung bekommen, uns auf sie zu legen. "Schnitt!", schreit die Regie. Alles nur ein Film. Gut so.

Ja, bei Hotline Miami 2 werden Realität und Fiktion zu einem Gemisch aus Gewalt, Drogen und dicken Elektrobeats. Anders als im ersten Teil, in dem wir bis auf wenige Ausnahmen lediglich einen Charakter steuerten, der durch das Aufsetzen von Tiermasken andere Fertigkeiten gewann, gibt es in Hotline Miami 2 eine ganze Hand voll unterschiedliche Charaktere. Jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte, die eine einzelne Note zur Melodie von Hotline Miami 2 beiträgt. Im Endeffekt sind nahezu alle Hintergründe ineinander verworren, bauen aufeinander auf und fallen dadurch schneller zusammen als ein Kartenhaus bei Windstärke 12. Je weniger ihr von den Charakteren und deren Lebenswegen wisst, umso mehr wird euch die Story fesseln. Versprochen.

Jeder Charakter besitzt aber nicht nur eine eigene Geschichte, sondern auch einen einzigartigen Kampfstil. Einer setzt beispielsweise keine Schusswaffen ein, ein anderer wiederum kann keine Waffen aufnehmen, die er nicht selbst mitgebracht hat. Und so kämpft ihr euch rund zwölf Stunden durch absurdeste Charakteraufbau-Dialog-Spiel-Sequenzen.

So vielseitig die eigenen Charaktere sind, so vielseitig sind auch die Feinde. Neben den Nah- und Fernkampfeinheiten gibt es selbstverständlich auch Hunde sowie Gegner, die lediglich auf Nah- oder Fernkampfattacken reagieren. Einige sterben verzögert, andere müsst ihr erst durch eine Wurfattacke verwunden, um sie danach töten zu können. Durch die Levelstruktur wird Hotline Miami 2 so fast schon zum Puzzle-Shooter.

Hotline Miami 2: Wrong Number - E3 2014 Video-Interview mit Dennis Wedin
Video-Interview mit Dennis Wedin zu Hotline Miami 2: Wrong Number von der E3 2014.

Missionar

Jede Mission startet mit der Maskenauswahl. Jede Tiermaske verleiht ihrem Träger Fertigkeiten, die die Spielmechanik stellenweise dramatisch verändern. Wählen wir den Tiger, können wir keine Waffen aufsammeln – dafür töten unsere Fäuste mit einem Schlag. Nahkampf ist angesagt. Eine andere Maske sorgt dafür, dass man agiler und schneller ist. Mit der Leertaste initiiert man Ausweichrollen.

Für ein komplett anderes Spielgefühl sorgen die neuen Masken. Eine erschafft kurzerhand zwei Spielcharaktere, wobei die linke und die rechte Maustaste jeweils eine der beiden Figuren steuern und sie Aktionen (Kettensäge/Schusswaffe) ausführen lassen. Ebenfalls neu ist die Bärenmaske. Setzen wir sie auf, sind wir mit zwei Waffen unterwegs und können deren Kugeln via Druck auf die rechte Maustaste im 180-Grad-Bereich streuen.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel