01.10.2012 - Michael Zeis
Der erste Eindruck ist zumindest optisch durchaus positiv. Ein wenig an Lone Survivor erinnernd, steuert ihr den Protagonisten in der Seitenansicht durch extrem verpixelte Schauplätze, die an gute alte C64-Zeiten erinnern. Aber, so viel sei bereits gesagt, Pixelgrafik heißt nicht gleich „tolles Spiel“. Musik gibt es keine, dafür Geräusche, die euch Atmosphäre vermitteln wollen – aber nicht können. Mit den Pfeiltasten lauft ihr entweder nach links oder nach rechts, oder ihr leuchtet mit eurer Taschenlampe nach oben.
Ab und zu stoßt ihr auf Objekte, mit denen ihr interagieren könnt. Welche genau das sind, zeigt euch Home, indem es diese Objekte weiß einrahmt. Dann einfach die Leertaste drücken und eine Bildschirmfüllende Textbox öffnet sich, um euch zu sagen, was nun passiert. So löst ihr auch die wenigen Rätsel im Spiel, die man aber kaum so nennen kann, da sie sich fast komplett auf „suche Schlüssel, öffne Tür mit Schlüssel“ beschränken. Die Höhepunkte sind anfangs noch die ersten Leichen, auf die ihr stoßt, da sie eine spannende Geschichte versprechen. Doch entpuppt sich die Geschichte weder als spannend noch sonderlich intelligent.
Und das trotz der vielen Textboxen, die so viel erzählen wollen, aber offensichtlich nicht können. Manchmal enden diese mit einer Ja/Nein-Frage, durch die ihr den Verlauf und auch die Auflösung der Geschichte beeinflussen könnt. Leider führt das letztendlich nur entweder zu offensichtlichen, abgedroschenen Auflösungen oder zu extrem unbefriedigenden, inhaltlich vollkommen hohlen Enden. Das Spiel teilt sich in mehrere größere Bereiche auf, in denen man Details verpassen kann, auf die einen der Protagonist nach dem Verlassen des jeweiligen Bereichs hinweist á la: "Ich frage mich, was in Raum XY wohl gewesen ist?" Zurückgehen ist aber nicht möglich. Stattdessen wird auf Basis fadenscheiniger Begründungen ein Pseudo-Wiederspielwert erzwungen.
Dadurch, dass man bis zum Abspann gerade mal rund eine bis eineinhalb Stunden benötigt, könnte man annehmen, dass einem ein erneuter Durchgang auch keinen Zacken mehr aus der Krone bricht. Das Problem ist dabei nur, dass selbst diese kurze Gesamtspielzeit mit so wenig Substanz oder wenigstens ansatzweise motivierenden Inhalten gefüllt wird, dass einem schlichtweg langweilig wird. Wir haben uns dennoch mehrmals durchgequält. Home überzeugt letztendlich weder als Adventure noch als interaktive Erzählung oder gar Kunstspiel. weiter...
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Kommentare zu Home
Also ich weiß nicht, manchmal wäre es clever so extremst subjektive Pro und Contras wegzulassen wie "günstig".Was bringt mir der kleinste Preis wenn mir am Ende doch nur Rotz verkauft wird?Damit will ich nicht sagen das das Game rotz ist, habe ich nicht gespielt und werde es wohl auch nie nach dem Test aber Kacke bleibt kacke auch für 50 Cent.
2,99 USD kostet es laut Website.Das ist NICHT günstig finde ich.Wenn jemand ein Tablet oder leistungsfähiges Handy hat bekommt man für etwas mehr Geld schon recht hochwertige Titel für diverse Systeme(Final Fantasy für Android z.b.).....
Auch dieses Argument Retrostyle verstehe ich nicht, jetzt mal unabhängig von pro/contra.Ich bin mit nem C64 aufgewachsen, selbst da sah kein hochwertiges Spiel(Zak McKraken z.b.) so aus.Das ist für mich kein Retrostyle das ist einfach nur häßlich!!Wenn der Inhalt das aufwiegt ok dann lebe ich damit aber Retro ist für mich Maniac Mansion usw. und das sah NIEMALS so aus, das wäre ja ne Beleidigung für diese Legenden....
Finde ich gut, dass du dich nicht dem "Hurra!"-Geschrei der anderen Kritiker anschließt. Für mich ist "Home" nur eine ganz unverschämte "Lone Survivor"-Kopie