Special - Die Serienkiller-Serie : Hitman bleibt Hitman

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Ein schwarzer Anzug, ein kahl rasierter Schädel und ein Strichcode auf dem Hinterkopf. Das sind die unverkennbaren Markenzeichen von Agent 47, der zu Beginn dieses Jahrtausends seinen ersten Auftritt auf den Computern dieser Welt feierte. Mit Hitman: Absolution kehrt der Glatzkopf nun auf die Mattscheiben der Spieler zurück. Für uns Grund genug, eine Reise in die Vergangenheit zu wagen und die Geschichte rund um den skrupellosen Profi-Assassinen Revue passieren zu lassen.

Wir schreiben das Jahr 2000. Die Welt war nicht untergegangen und das große Computer-Chaos war ebenfalls nicht ausgebrochen - zum Glück für alle Videospieler und Verfechter des Schleich-Genres. Denn im November des gleichen Jahres erblickte Hitman: Codename 47, das Erstlingswerk der dänischen Spieleschmiede IO Interactive, exklusiv auf dem PC das Licht der Videospielwelt.

Ungewöhnlicher Held

Der Spieler schlüpfte in die Rolle des genetisch manipulierten Testsubjekts Nummer 47, der zu Beginn des Spiels in einem Sanatorium in Rumänien erwacht. Den Instruktionen einer Lautsprecherstimme folgend, wird er hier im Gebrauch von diversen Nahkampf- und Feuerwaffen geschult und zu einem gewissenlosen Killer ausgebildet. Praktisch, diente die Ausbildung dem Spieler doch auch gleich als Einführung in die grundlegende Spielmechanik. Unter Einsatz der Fähigkeiten von 47 und durch das Ausschalten einer Wache gelingt die Flucht aus der Anstalt. Schnellvorlauf ein Jahr in die Zukunft: Agent 47 arbeitet inzwischen als professioneller Auftragskiller für die sogenannte Internationale Auftragsagentur, kurz ICA. Nun galt es, über den ganzen Globus verteilt vier kriminelle Superhirne aus dem Verkehr zu ziehen. Erster Zwischenstopp: Hongkong.

Der Weg eines Assassinen

Zu Beginn einer jeden Mission erhielt man in einer Einsatzbesprechung Informationen über die Zielperson, konnte Waffen und Equipment auswählen und rudimentär das Angehen des Auftrages planen. Ähnlich dem im selben Jahr erschienenen Deus Ex warf auch Hitman den Spieler in relativ weitläufige Areale mit offener Levelstruktur. Der Clou an der Sache: Wann und wie man die Zielperson erledigte, lag komplett in der eigenen Hand. So konnte man ohne Umschweife die Waffen zücken und alles niederballern, was sich einem in den Weg stellte. Das war zwar effektiv, aber nicht gerade unauffällig. Zudem führte diese Art des Vorgehens zur Schmälerung des Lohns. Wer sich wie ein waschechter Auftragskiller verhalten wollte, brachte seine Gegner lautlos um die Ecke, versteckte deren Leichen und bemächtigte sich ihrer Kleidung - noch heute ein Markenzeichen der Serie. So und nicht anders sollte Hitman gespielt werden.

Was darf's heute sein?

So zahlreich die Wege zur Tötung der Zielperson waren, so vielfältig war auch das Waffenarsenal von Agent 47. Vom Blasrohr über M4 und Minigun bis hin zur fernzündbaren Mine deckte es so ziemlich alles ab, was das Auftragsmörderherz begehrte. Allem voran war jedoch die mittlerweile berühmt-berüchtigte Klavierseite herausragend, die ein leises Ausschalten von Feinden kinderleicht machte und deshalb auch heute noch zum Standardrepertoire von 47 gehört.

Mit über 600 000 verkauften Exemplaren war Hitman: Codename 47, zumal auf nur einer Plattform, ein Erfolg. Fans des Stealth-Genres kamen hier voll auf ihre Kosten und die Fachpresse lobte den Titel vor allem für seine spielerischen Freiheiten und die spannenden Aufträge. Bemängelt wurden hingegen die triste Optik sowie der hohe Schwierigkeitsgrad, was nicht zuletzt daran lag, dass man während der Missionen nicht speichern konnte. Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet das Spiel aber speziell wegen seiner moralisch bedenklichen Thematik der Auftragsmorde und der expliziten Gewaltdarstellung. Obendrein war es eines der ersten Spiele, das mithilfe der Ragdoll-Engine relativ realistisch die Bewegungsabläufe von Leichen simulierte. Genauso konsequent wie Agent 47 in seiner Vorgehensweise war daher auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, sodass Hitman: Codename 47 in Deutschland kurzerhand auf dem Index landete.

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